Keine einfache Verhandlung

Mann soll Kollegen bei Saufgelage attackiert haben - Zeugen sind verschollen

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Der Angeklagte Constantin N. soll einen Arbeitskollegen brutal attackiert haben. 

Die Situation ist verzwickt. Doch Richter Norbert Riedmann wahrt die Fassung. „Das wird lustig“, sagt der Vorsitzende, denn etliche Zeugen in seiner Verhandlung konnte das Gericht nicht ausfindig machen.

München - Fraglich also, wie ein versuchter Totschlag nun restlos aufgeklärt werden soll. Diese Tat wird Constantin N. (31) vorgeworfen. Er soll einen Arbeitskollegen niedergeprügelt und so heftig attackiert haben, dass dieser beinahe gestorben ist. 

Die Tat gab er am Montag vor dem Landgericht überwiegend zu. Jedoch, so teilte seine Verteidigerin Birgit Schwerdt mit, gebe es Erinnerungslücken. Die Folge eines größeren Saufgelages, an dem der Rumäne am 19. Oktober 2018 beteiligt gewesen war. Mindestens zwei Zeugen listet die Anklageschrift zu diesem lebensbedrohlichen Verbrechen auf. Beide sind mittlerweile im Ausland verschollen.

München: Nach Streit über Unterkunft - Angeklagter soll Kollegen getreten haben

So bleiben dem Gericht nur die verschwommene Erinnerung des Schlägers und dessen Opfer. Zwei Flaschen Whiskey hatten die beiden Männer getrunken. Ihre gemeinsame Geschichte begann zuvor eigentlich harmonisch: Im September 2018 hatte N. den Geschädigten am Hauptbahnhof kennengelernt. Er vermittelte ihm eine Anstellung als Reinigungskraft in der Firma, in der er selbst auch tätig war. 

Zum Streit kam es schließlich über die Unterkunft, denn N. hauste bei seinem Kollegen, der sich bei seinem Chef über zu viel Unruhe beschwerte. N. soll dem Kollegen während der Attacke noch mehrfach mit dem Fuß gegen den Kopf getreten haben, als der Mann schon bewusstlos war. „Grinsend fragte er später, ob der andere überlebt hat“, sagte ein Polizist aus. 

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