Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern

Ärger mit dem Finanzamt: Sind die Dienstwohnungen der Ordensgemeinschaft zu billig? 

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Viele Mitarbeiter der Ordensgemeinschaft wohnen in Wohnungen der Barmherzigen Schwestern. Nun gibt es Ärger mit dem Finanzamt. 

Viele Mitarbeiter der Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern in München haben nun Ärger mit dem Finanzamt. Sind ihre Dienstwohnungen zu billig? 

München - Viele Mitarbeiter der Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern haben Ärger mit dem Finanzamt. Der Grund: Der Krankenhausbetreiber vermietet seinen Mitarbeitern Dienstwohnungen zu vergleichsweise günstigen Preisen. Der Fiskus wertet das als geldwerten Vorteil – und den müssten die Mitarbeiter versteuern.

Damit ihre Mitarbeiter sich ein Leben in München leisten können, vermietet die Ordensgemeinschaft rund 200 Dienstwohnungen an ihr Pflegepersonal, darunter sind auch viele Familien. „Uns ist es sehr wichtig, dass sich unser Pflegepersonal das Wohnen in München leisten kann“, betont Claus Peter Scheucher, Generalökonom bei den Barmherzigen Schwestern.

Nach einer Lohnsteuerprüfung ist die Ordensgemeinschaft im Visier des Finanzamts. Neun bis zehn Euro verlangen die Barmherzigen Schwestern im Schnitt für den Quadratmeter – zu wenig, sagt der Fiskus. Die Mieter genießen laut Rechtslage „einen geldwerten Vorteil“. Scheucher ist alarmiert: „Wir haben geldwerte Vorteile von 150 bis 700 Euro.“

Maria Magdalena Riedl wohnt in einer Dienstwohnung ihres Arbeitgebers.

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Sind die Dienstwohnungen zu billig? Pflegehelferin ärgert sich

Für die Bewohner kann das teuer werden. Ein Beispiel ist die Pflegehelferin Maria Magdalena Riedl. Sie liebt ihren Beruf – obwohl er anstrengend ist. Sie wohnt in einer kleinen Dienstwohnung neben ihrer Arbeitsstelle, dem Alten- und Pflegeheim St. Katharina Labouré in Unterhaching, der in Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern betrieben wird. Einmal im Monat leistet sich die 60-Jährige derzeit einen Ausflug mit dem Bus. „Das werde ich mir nicht mehr leisten können, wenn ich zusätzlich Steuern zahlen muss“, ärgert sich Riedl. „Und was ist mit den vielen Familien? Die müssen Angst um ihre Existenz haben“, sagt sie. „Bitter“ sei das, meint auch Scheucher. „Wir sind gottfroh, dass wir die Möglichkeit haben, den Mitarbeitern Wohnraum zu geben – und wir sind auch sehr stolz darauf, dass wir ihn zu einem vernünftigen Preis geben können.“

Sein Vorschlag: eine Anpassung des Mietspiegels. Denn momentan ist der Mietspiegel, an den sich auch die Mieten für die Dienstwohnungen anpassen müssen, in München sehr hoch. Er errechnet sich aus den Neuvermietungen der letzten vier Jahre. „Wenn wir eine Ausweitung auf zehn oder 15 Jahre hätten, würden auch günstigere Bestandsmieten darunter fallen – und wir hätten nicht diese Auswirkungen“, sagt Scheucher. Riedl hofft, dass die Politik handelt. „Wer soll denn die alten Leute pflegen, wenn es irgendwann keine Pfleger mehr gibt?“

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