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Geständnis vor Gericht

Angeklagter (23) über tödlichen Ausraster in Münchner Hostel: „Denke jeden Tag an die beiden Männer“

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Romuald D. (23) saß nach seiner Bluttat in Stadelheim und in der Psychiatrie.

Weil er im Vorjahr einen Mann mit einem Jagdmesser tötete und einen weiteren schwer verletzte, wird Romuald D. nun der Prozess gemacht. 

  • Am Ostermontag 2019 beging Romuald D. ein furchtbares Verbrechen.
  • Er tötete einen Menschen mit einem Jagdmesser und verletzte einen anderen schwer.
  • Er habe seine Medikamente nicht genommen und seine psychische Störung habe Überhand genommen, so seine Aussage vor dem Landgericht.

München - Romuald D. (23) spricht leise und mit französischem Akzent: „Ich bedauere, was ich getan habe, und denke jeden Tag an die beiden Männer“, sagt der Angeklagte. Sein Mikrofon knackt kurz. Dann fährt er fort. „Es ist mir unerklärlich, wie das passieren konnte. Ich litt an Verfolgungswahn.“

Es sind die Worte eines Mörders.Am Ostermontag vergangenen Jahres stach Romuald D. im Wahn zu, tötete einen Menschen und verletzte einen anderen schwer – angeblich, weil er seine Medikamente nicht genommen hatte, wie er reumütig erklärte.

Täter nach Mord in Münchner Hostel: „Ich bin geisteskrank“

„Ich bin geisteskrank“, sagte der Portier am Montag vor dem Landgericht. Schon im Studium habe er Probleme gehabt und musste in die Psychiatrie. „Aber diese Welt machte mir Angst“, sagt D. Aus diesem Grund habe er die Tabletten abgesetzt, die er wegen einer Schizophrenie nehmen musste. „Im Nachhinein leider ein großer Fehler. Ich bedauere das zutiefst.“

Die späteren Opfer wussten nichts von der schweren Störung des Angeklagten. Daniel B. (32) und Joachim L. (†61) hatten im A&O-Hostel in der Arnulfstraße jeweils ein Bett im selben Zimmer wie Romuald D. gebucht, kannten ihn aber nicht. Während die Arbeiter nur tageweise eine Unterkunft benötigt hatten, lebte D. dauerhaft in dem Hostel. Laut Staatsanwaltschaft kam es am 22. April 2019 gegen 17 Uhr zum Streit, weil Daniel B. Sachen auf dem Bett des Angeklagten abgelegt hatte.

München: Täter sticht 18 Mal auf sein Opfer ein

Unfassbar: Weil er wütend war, fuhr Romuald D. danach vom Hostel in die Feringastraße. Aus einem angemieteten Lagerraum holte er um 20.23 Uhr ein Jagdmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge. „Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte der Angeklagte beschlossen, den späteren Geschädigten B. zu töten“, so Staatsanwalt Laurent Lafleur. Um 22.12 Uhr, als Daniel B. mit seinem Spezl aus dem Biergarten kam, stach Romuald D. 18 Mal auf ihn ein. Im Zimmer, im Flur und in der Lobby, wohin B. schon schwer blutend noch zu fliehen versucht hatte. Wie durch ein Wunder überlebte er die lebensgefährlichen Stichverletzungen, lag aber fünf Wochen in der Klinik.

Joachim L., der ihm zu Hilfe kam, bezahlte mit seinem Leben. Die Stiche des Jagdmessers trafen ihn in der Kehle und am Nacken. Ärzte konnten ihn nicht mehr retten, er starb gegen Mitternacht. Romuald D. droht nun lebenslange Haft. Richterin Elisabeth Ehrl will am 24. Juni ihr Urteil sprechen. Bis dahin verhandelt das Gericht noch an sechs weiteren Prozesstagen.

Andreas Thieme

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