Polizei-Großaufgebot im Einsatz

Mutter und Tochter weder in Wald noch See gefunden: So lief die Suche bei Trudering

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Am Freitag wurde die Suche in dem Wald im Münchner Osten ohne Ergebnis abgebrochen.

Seit Freitagmorgen durchkämmten 150 Polizisten den Truderinger Wald, in einem Baggersee wurde nach Maria und Tatiana Gertsuski getaucht. Am Ende des Tages steht leider kein Erfolg.

München - Immer wieder schallen am frühen Freitagmorgen laute Rufe durch den Truderinger Wald: „Stopp“ - und „Nach links“. Seit 6.45 Uhr durchkämmen etwa 150 Polizisten den Forst am Friedrich-Panzer-Weg in Waldperlach. „Wir suchen hier nach zwei Leichen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Er meint damit die 41-jährige Maria Gertsuski und ihre Tochter Tatiana (16). Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die beiden Frauen nicht mehr am Leben sind. Der Ehemann bzw. Stiefvater Roman H. (44) steht im Verdacht, sie umgebracht zu haben – und sitzt aktuell in Untersuchungshaft.

Mit einem Großaufgebot sucht die Polizei nun in sengender Hitze nach den beiden Frauen. Ein Truppenführer gibt die Kommandos in dem etwa zwei Quadratkilometer großen Areal. Die Beamten sollen stets in einer geraden Linie gehen, damit kein Stück übersehen wird. Außerdem dürfen sie keine zu großen Lücken entstehen lassen. Die Suchkräfte sind ausgestattet mit Stöber-Stöcken, einer Art Mistgabel, um Laub und Äste auseinanderzuziehen – und Schaufeln, falls sie etwas ausheben müssen. Auch zwei Leichenhunde, unter anderem der Belgische Schäferhund Buzz, mit ihren Hundeführern schnüffeln das Gebiet ab. Ein mit Wärmebildkamera ausgestatteter Hubschrauber der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt aus der Luft. Er ist ganz in der Früh im Einsatz, da die Kamera bei großer Hitze Unterschiede nicht mehr so klar erkennen kann. Polizeitaucher suchen zudem in dem kleinen Baggersee, der zu einem alten Kieswerk gehört, im Truderinger Wald nach den Vermissten.

Maria und Tatiana Gertsuski: Manche Informationen noch unter Verschluss

Noch hält sich die Polizei bedeckt, warum sie genau an dieser Stelle nach Maria und Tatiana Gertsuski sucht. Offenbar gibt es keine konkreten Hinweise, etwa eine Zeugenbeobachtung oder die Aussage des Verdächtigen Roman H. „Es gibt einen Täterbezug zu diesem Ort“, sagte ein Sprecher. Nach unseren Informationen hatte die Familie in der Nähe des Truderinger Waldes einen Zweitwohnsitz. Dort war der 44-jährige Deutschrusse am Sonntag vergangener Woche festgenommen worden. Ob die etwa 20-köpfige Ermittlungsgruppe „EG Duo“ verwertbare Handy- oder GPS-Daten gefunden hat, will das Präsidium derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Nach dem Verschwinden der beiden Frauen gab die Polizei Fotos der Familienautos – ein roter Hyundai i30 und ein anthrazitfarbener VW Tiguan – heraus und bittet weiterhin um Hinweise auf Roman H. oder eines der Fahrzeuge (089/29 10-0).

Am Nachmittag um 16.30 Uhr wurde die Suche vorerst unterbrochen. Von den Frauen fehlt weiterhin jede Spur. 

Lesen Sie auch: „Aktenzeichen XY“ im ZDF: Im Spezial „Wo ist mein Kind?“ zeigte die Sendung vier Fälle vermisster Kinder. Auch Christina Hermert gilt weiterhin als vermisst.

Stefanie Wegele

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