Perspektiven und Integration

Besonderes Projekt: So will die MVG von Flüchtlingen profitieren

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Busfahrer bei der MVG: Nikolay Naumov und die Auszubildenden Iskendar Ali und Salar Osman.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat vor einem Jahr ein besonderes Projekt gestartet: Flüchtlinge spielen dabei eine ganz besondere Rolle.

München - Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) braucht viele neue Fahrer. Dieses Jahr will sie nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 300 Personen bei U-Bahn, Bus und Tram einstellen. Weil auf der anderen Seite Flüchtlinge mit gesichertem Aufenthaltsstatus und Menschen mit Migrationshintergrund eine Beschäftigung und gesichertes Einkommen suchen, hat die MVG ein besonderes Projekt gestartet. Dabei arbeitet sie mit den Stadtwerken (SWM), dem Jobcenter und den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) zusammen.

MVG will Flüchtlinge zu Fahrern ausbilden

Die MVG will gezielt Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund als Fahrer für das Unternehmen gewinnen. Ziel ist nicht nur die Ausbildung, sondern eine Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis, so das Unternehmen.

Neun Flüchtlinge haben Ausbildung erfolgreich absolviert

Begonnen hat das Projekt im Jahr 2017. Sieben Teilnehmer haben die Qualifizierung im Fahrdienst erfolgreich abgeschlossen. Sie sind nun feste Mitarbeiter der MVG und bringen täglich Fahrgäste an ihr Ziel. Aktuell absolvieren neun Fahrer die Ausbildung. In diesen Tagen steht nun die dritte Runde mit weiteren 20 Teilnehmern am Start.

Werden zu U-Bahn-Fahrern ausgebildet: Mohamad Omar Youzghadli, Natalia Naumova und Habib Hakimi

Gute Sprachkenntnisse sind Voraussetzung

An erster Stelle für die angehenden Fahrer stehen gute Sprachkenntnisse. Ob in Gesprächen mit Fahrgästen oder mit Kollegen und Vorgesetzen: Die Flüchtlinge und Migranten müssen solide Deutsch sprechen, heißt es bei der MVG. Deswegen geht der Qualifizierung auch ein umfassender Sprachkurs beim bfz München voran. 

Die Flüchtlinge absolvieren dann mit allen anderen Teilnehmern die reguläre Fahrschule der MVG. Und auch bei der abschließenden Prüfung müssen die (fach-)sprachlichen Fähigkeiten nachgewiesen werden. Denn auch hier gibt es laut MVG kein Sonderformat, die Projektteilnehmer machen dieselbe Prüfung wie die deutschen Muttersprachler.

MVG sieht positive Nebeneffekte bei Ausbildung von Flüchtlingen

Außerdem habe die intensive sprachliche Vorbereitung zwei Pluspunkte, argumentiert die MVG: Migranten und Flüchtlinge lernen die Sprache noch besser und die gemeinsame Ausbildung erleichtert ihre Integration.

Zur Zeit steht die MVG aber auch wegen einem anderen Thema im Fokus: Ein möglicher Streik und Verkehrschaos drohen in München.

Lesen Sie auch: Ureigene Tradition in den Münchner U-Bahnen soll verschwinden

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