ÖPNV-Offensive für 2021

Ausbau bei Bahn, Bus und Tram: So stellt sich die MVG für die Zukunft auf

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Eine U-Bahn an der Münchner Freiheit.

Der öffentliche Nahverkehr in München soll ausgebaut werden. Die MVG stellt ihre Strategie für das kommende Jahr vor - vor allem auf mehr Busse dürfen sich die Münchner freuen.

  • Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will ihr Leistungsangebot im Jahr 2021 deutlich ausweiten. 
  • Das geht aus einem internen Papier hervor, das im Stadtrat erst Mitte Juli behandelt wird.
  • Insbesondere die Busflotte soll aufgerüstet werden.

München - Bis 2030 schwebt der MVG annähernd eine Verdoppelung der Fahrzeugzahl von aktuell 500 auf mehr als 900 vor. Viele neue Expressbus-Linien sind geplant. Das Tramnetz soll ausgeweitet, bei der U-Bahn sollen die Takte verdichtet werden, auch nachts.

Ziel der MVG mit Stabschef Ingo Wortmann ist es, dass sich die ÖPNV-Quote am Gesamtverkehr von 24 auf 30 Prozent bis zum Jahr 2030 erhöht. Problem: Alle Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Vor allem weil die Folgen der Corona-Krise nicht absehbar sind. Wir erklären die ÖPNV-Offensive für 2021.

Der MVG-Plan für 2021: U-Bahn

Schon heuer kommt es zu einer Änderung - bedingt durch die Corona-Krise: Aufgrund der noch nicht absehbaren Auswirkungen auf die Personalverfügbarkeit werden folgende für Mai 2020 geplanten Vebesserungen bis Dezember zurückgestellt: der 5-Minuten-Takt bei U2 und U5 tagsüber sowie einheitliche Takte an Schultagen und in den Ferien auf der LinieU7

U6: Hier könnte ab 2021 ein durchgängiger 5-Minuten-Takt vom Klinikum Großhadern bis Fröttmaning zwischen 6.30 Uhr und 20 Uhr realisiert werden. Die Strecke nach Garching soll in der Hauptverkehrszeit im 5-Minuten-Takt bedient werden. Abends könnte der 10-Minuten-Takt von Fröttmaning nach Garching auf 21 Uhr (bisher 20 Uhr) ausgeweitet werden. 

U4: Um die hohe Nachfrage morgens zu bedienen, sollen künftig bis 9.45 Uhr drei zusätzliche Fahrten ab Arabellapark eingesetzt werden.

Der MVG-Plan für 2021: Tram

Linie 15: An Sonn- und Feiertagen soll sie zwischen 12 und 18.30 Uhr alle 10  Minuten (bisher 20) verkehren.

Linie 16: Morgens nach 9 Uhr und abends nach 19 Uhr könnten künftig je drei zusätzliche Fahrten vom Effnerplatz nach St. Emmeram und zurück gehen.

Linie 17: Ab 15. März 2021 ist wegen der Sanierung der Ludwigsbrücke kein Fahrbetrieb zwischen Isartor und Max-Weber-Platz. Westlich verkehrt die Tram bis zum Sendlinger Tor, östlich ab dem Max-Weber-Platz als Linie 37.

Linie N17: Ab 15. März 2021 Umleitung zwischen Isartor und Max-Weber-Platz über das Maxmonument. Vorgeschlagen wird zudem, diese Nachttram an allen Tagen bis St. Emmeram zu verlängern.

Linie 19: Ab 22 Uhr bis Betriebsschluss könnte die Tram künftig im 10-Minuten-Takt statt alle 20 Minuten fahren.

Linie N19: Die Verstärkerfahrten am Wochenende sollen über die Theatinerstraße bis Max-Weber-Platz verlängert werden.

Der MVG-Plan für 2021: Bus

Langfristig sollen Expresslinien das Angebot verbessern. Beispielsweise eine Verlängerung des X30 vom Harras zum Schloss Nymphenburg und vom Ostbahnhof zum Arabellapark. Auch eine Tangente vom Süden (Westpark) über den Westen (Sendling) nach Norden (Neuhausen, Schwabing) und den Osten (Bogenhausen) ist geplant. Konkret zum Fahrplanwechsel im Dezember soll der Metro-Bus 57 zum Bahnhof Freiham zwischen 13 und 20 Uhr im 10-Minuten-Takt verkehren, der Nachtbus N77 von Neuaubing West bis Freiham verlängert werden. 

Taktverdichtungen sind bei den Stadtbuslinien 130, 132, 135, 145 und 185 geplant. Der 149er soll einen neuen Linienweg ab Vogelweideplatz über die Prinzregentenstraße zum Odeonsplatz bekommen. Dies würde eine Direktverbindung vom Zamilapark ins Zentrum ermöglichen. Der Metro-Bus 63 soll vom Rotkreuzplatz bis zum Arabellapark verlängert werden.

Klaus Vick und Nina Bautz

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Das Coronavirus hat weitreichende Auswirkungen auf das Leben in München. Ein Autofahrer verhielt sich scheinbar besonders dreist. Die Corona-Krise hat die MVG ins Mark getroffen: Aufgrund drastisch gesunkener Fahrgastzahlen gerät das finanzielle Konstrukt ins Wanken. MVG-Chef Wortmann spricht über die Auswirkungen.

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