“Gehört zum Alltag, dass ...“

Schonungslose Worte: Trambahnfahrer schüttet nach MVG-Streik sein Herz aus

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Trambahnfahrer Reiner Baumgartner (31) hat sich am MVG-Streik beteiligt.

Beim MVG-Streik protestieren die Fahrer von Bussen und Bahnen für mehr Lohn. Einer von ihnen erklärt gegenüber unserer Zeitung, warum sein aktuelles Gehalt nicht fair ist. 

München - 2400 Euro brutto verdient Reiner Baumgartner (31), der seit Januar für die MVG Trambahn fährt. „Das ist weniger als ein Fahrer in Augsburg oder Bamberg – aber auch weniger als viele meiner Kollegen, die schon länger bei der MVG beschäftigt sind und den alten Tarifvertrag haben.“ Obwohl Baumgartner erst kurz dabei ist, war es ihm wichtig, am Dienstag auf die Straße zu gehen. „Ich fühle mich wie ein Fahrer zweiter Klasse, weil ich weniger verdiene.“

MVG-Streik: Trambahnfahrer fühlt sich ungerecht entlohnt

Der Familienvater bekommt laut eigener Aussage bis zu 500 Euro weniger als einige Münchner Fahrer und der Großteil der bayerischen Kollegen. „Und das bei den hohen Lebenshaltungskosten in der Stadt. 

Ich zahle allein 1500 Euro Miete…“ Dabei verrichtet der Tramfahrer den gleichen Job wie all seine Kollegen im Münchner Nahverkehrs-Wahnsinn. „Wir müssen immer hundertprozentig aufmerksam sein, um Unfälle zu verhindern. Ständig läuft ein Fußgänger über die Schienen oder ein Autofahrer oder Radler fährt bei Rot über die Ampel…“ Hinzu kommt, dass Reiner Baumgartner oft den Pendlerfrust abbekommt: „Es gehört zum Alltag, dass wir von Kunden beleidigt werden.“

München - Trambahnfahrer schonungslos: „Wirkt sich auf die Konzentration aus“

Der Trambahnfahrer hat zuletzt in der Gastronomie gearbeitet, ist Schichtarbeit gewohnt. Trotzdem belastet ihn der Arbeitsalltag bei der MVG sehr. „Es kann passieren, dass ich um vier Uhr morgens Schicht­ende habe und zehn Stunden drauf am Nachmittag schon wieder losmuss. Dazwischen bekomme ich natürlich lang nicht so viel erholsamen Schlaf wie in einer normalen Nacht. Das wirkt sich auch auf die Konzentration im Dienst aus.“ Vieles lässt sich nicht ändern – das weiß Reiner Baumgartner. „Aber 200 Euro mehr Lohn würden schon helfen – und uns eine ähnliche Anerkennung geben wie den besser verdienenden Kollegen.“

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Wie geht es weiter? Unser News-Ticker zum MVG-Streik hält Sie auf dem Laufenden.

Video: Warnstreik legt Münchner Berufsverkehr lahm

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