Nächtlicher Verhandlungspoker

Streik-Neuigkeiten: Wende im Tarifpoker bei der MVG - geht es schon 2020 weiter?

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Nach dem Streik am Dienstag: Die Verhandlungen zwischen MVG und Verdi gehen weiter.

Der MVG-Streik traf viele Münchner hart. Nun gibt es Neuigkeiten. Alle Infos im News-Ticker.

  • Für Dienstag (von 3.30 bis 14.30 Uhr) hatte die Gewerkschaft Verdi einen MVG-Streik angesetzt.
  • Die U-Bahn fuhr in diesem Zeitraum nicht, bei Tram und Bus gab es Ausfälle.
  • Auch nach Streikende kam es zu Verzögerungen.
  • Am kommenden Freitag wird weiter verhandelt.

+++ Aktualisieren +++

Update 19. Juli 2019, 18.40 Uhr: Den Tarifstreit bei der MVG hatten Anfang Juli sehr viele Münchner zu spüren bekommen - einen halben Tag lang hatte die Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik aufgerufen. Nun gibt es Neuigkeiten: Die beiden Konfliktparteien haben sich in der vierten Verhandlungsrunde geeinigt. Das teilte ver.di am frühen Freitagabend mit.

„Für die Beschäftigten konnten wir ein sehr gutes Verhandlungsergebnis erreichen und unsere wichtigsten Forderungen weitgehend durchsetzen“, erklärte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Franz Schütz. Konkret werden rückwirkend ab 1. Juli die Gehälter der MVG-Beschäftigten um 130 bis 150 Euro erhöht. Auch die Schicht- und Wechselschichtzulagen steigen.

Nach Angaben der Stadtwerke München gab es zudem Verbesserungen bei der Altersvorsorge und eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung. Die Laufzeit der Tarifeinigung betrage 14 Monate. Die Finanzierung der Entgelterhöhung müsse noch geklärt werden, erklärte MVG-Chef Ingo Wortmann. „Die Kröte der kurzen Laufzeit haben wir geschluckt, weil eine längere Laufzeit leider nicht den großen Streik verhindert hätte“, sagte MVG-Verhandlungsführer Werner Albrecht.

Denkbar scheint also, dass bereits 2020 wieder gestreikt wird: „Wir appellieren an Verdi, die Tarifrunde 2020 wieder am Verhandlungstisch auszutragen und nicht auf dem Rücken unserer Kunden“, meinte Wortmann.

Tarifstreit bei der MVG geht weiter, neue Streiks vorerst ausgeschlossen - bis zu diesem Tag

Update 11. Juli 2019, 9.16 Uhr: Der Tarifkonflikt bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) geht weiter: Vertreter von MVG und der Gewerkschaft Verdi unterbrachen nach über achtstündigen Verhandlungen ihre Gespräche, ohne sich auf einen Kompromiss geeinigt zu haben. Beide Seiten teilten am Donnerstagmorgen mit, sich am kommenden Freitag wieder zusammenzusetzen. Bis dahin seien keine weiteren Streiks zu befürchten, stellte ein MVG-Sprecher klar.

Nach Verkehrschaos bei MVG-Warnstreik legt Politiker nach: „1,5 Millionen Menschen wurden betrogen“

20.58 Uhr: Auch aus dem Landtag kam Kritik an dem Warnstreik: „Nicht nachzuvollziehen ist allerdings, warum rund 1,5 Millionen Menschen an einem Werktag um ihr mit Fahrkarten erkauftes Recht betrogen werden, mit U-Bahn, Bus und Tram zur Arbeit zu pendeln, zum Arzt zu fahren oder ihre Kinder zur Schule zu bringen“, sagte Freie Wähler-Fraktionschef Florian Streibl.

10.01 Uhr: Schonungslose Worte nach dem MVG-Streik am Dienstag: Ein Münchner Trambahnfahrer erklärte gegenüber dem Münchner Merkur, warum sein aktuelles Gehalt nicht fair ist. Der 31-Jährige klagt, er fühle sich, wie ein „Fahrer zweiter Klasse.“

Update 10. Juli 2019, 9.27 Uhr: Ab 14 Uhr wird in der Zentrale der Stadtwerke in Moosach heute erbittert weiterverhandelt. Die Stimmung im Raum dürfte nach dem gestrigen Streik reichlich angespannt sein. Den Vertretern der MVG stieß es sauer auf, dass die Arbeitsniederlegung zu einem solch frühen Zeitpunkt der Verhandlungen stattfand. Auf Seiten der Gewerkschaft pocht man darauf, dass die frühe Kampfansage absolut gerechtfertigt gewesen sei.

Nach Warnstreik: Verdi-Chef erklärt Forderungen – MVG-Boss von „abstruser Situation“ entnervt

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19.03 Uhr: Münchnens Verdi-Chef Heinz Birner erklärt, worum es im Konflikt genau geht: 600 Angestellte der MVG, die länger dabei sind, hätten einen alten, besseren Tarifvertrag, den Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N). Dieser gelte auch für die Angestellten der meisten anderen bayerischen Kommunen. „Wir verhandeln jetzt aber nur den Haustarifvertrag der 1300 MVG-Beschäftigten. Sie verdienen weniger, haben drei statt sechs Gehaltsstufen und bekommen keine Zusatzrente vom Arbeitgeber. Nach 15 Jahren verdient ein TV-N-Angestellter 2948 Euro, der MVG-Mitarbeiter 400 Euro weniger.“ Verdi fordert deshalb eine Angleichung. „Das wollen wir mit einer Laufzeit von 14 Monaten schaffen“, so Birner. Dann fielen die nächsten Verhandlungen mit denen der Alt-Beschäftigten zusammen – und dann könne man eine Angleichung besser realisieren. 

„Wir sind in einer abstrusen Situation angekommen“, kritisierte MVG-Geschäftsführer Ingo Wortmann: Die MVG biete ihren Mitarbeitern mehr Geld als von Verdi gefordert. Nur bei der Laufzeit gebe es einen Dissens. „Der Streik ist eine Zumutung“, sagt auch Personalgeschäftsführer Werner Albrecht. Heute um 14 Uhr geht es in die dritte Verhandlungsrunde. Die MVG bietet laut Albrecht eine dreimalige Erhöhung des Lohns um insgesamt 300 Euro und eine Vertragslaufzeit von 22 Monaten. Die 14 Monate lehnt die MVG entschieden ab. Verdi-Verhandlungsführer Schütz zeigte sich gestern der tz gegenüber erstaunt: „Von Arbeitgeberseite hat es noch gar kein offizielles Angebot gegeben.“ Man warte nun die Verhandlungen ab. „Wir halten auf jeden Fall an den 14 Monaten Vertragslaufzeit fest.“ Weitere Streiks seien nicht ausgeschlossen…

15.15 Uhr:  Die MVG informiert aktuell: „Bei der U-Bahn werden mittlerweile alle Strecken wieder mindestens in einem Zehn-Minuten-Intervall bedient, die U7 verkehrt ab etwa 16 Uhr wieder.

Bei der Tram sind zurzeit rund 70 Prozent der Fahrzeuge im Einsatz, es kann vor allem auf den Linien 16, 17, 18, 23, 27 und 28 noch zu längeren Wartezeiten kommen.

Beim Bus sind bereits über 80 Prozent der Fahrzeuge unterwegs.“

14.30 Uhr: Das Streikende ist erreicht. Der Betrieb auf allen U-Bahnen, Tram- und Buslinien wird nach und nach wieder aufgenommen. Die MVG kündigte jedoch bereits vorab an, dass es „noch einige Stunden dauern kann, bis U-Bahn, Tram und Bus wieder regelmäßig und in vollem Umfang fahren“. 

München: Verkehrschaos nach MVG-Streik - lustige „Verschwörungstsheorie“ im Netz

13.30 Uhr: Wer am Dienstagmorgen in München unterwegs war, könnte an einen Flashmob der Aktivisten des Radentscheids geglaubt haben. Derart viele Drahtesel bevölkerten die Straßen, dass ein Twitter-User sich zu einer irren „Verschwörungstheorie“ hinreißen ließ. „Der MVG-Streik ist nur ein Komplott, um München beim Stadtradeln zu helfen“, so sein wohl nicht ganz ernst gemeinter Denkanstoß.

An weiteren kuriosen Reaktionen auf den Streik-Dienstag bestand kein Mangel. Eine Userin etwa, die aufgrund der Ausfälle bei U-Bahn, Bus und Tram zur Arbeit im Homeoffice gezwungen war, frohlockte: „Ich kann ungestraft Nudeln mit viel, viel Knoblauch essen. Danke.“

Ein anderer Twitter-Nutzer klagte dagegen vermeintlich verärgert: „Hat schon jemand gefordert, dass die (die MVG, d.Red.) das außerhalb der Arbeitszeit machen könnten?“

MVG-Streik legt U-Bahn lahm - das kommt auf Fahrgäste am Nachmittag zu

12.25 Uhr: Die aktuelle Betriebslage stellt sich laut MVG derzeit wie folgt dar:

  • U-Bahn: Die U-Bahn bleibt geschlossen. Es findet kein Zugverkehr statt. 
  • Tram: Zehn-Minuten-Takt auf den Linien 19, 20 und 25; alle anderen Tramlinien kein Betrieb. 
  • Bus: Fast alle Linien werden bedient, allerdings unregelmäßig.

11.38 Uhr: Der Warnstreik der MVG soll noch bis voraussichtlich 14.30 Uhr dauern. Wie es danach bei U-Bahn, Tram und Bus weitergeht, ist noch unklar. In einer Pressemitteilung, die die MVG am Montag veröffentlicht hat, heißt es, dass es nach Ende des Streiks „noch einige Stunden dauern“, kann, „bis U-Bahn, Tram und Bus wieder regelmäßig und in vollem Umfang fahren“. 

Grund dafür ist laut Mitteilung, dass die Fahrer erst wieder zu ihren Fahrzeugen kommen und mit diesen wieder in das Netz einfädeln müssten. Das müsse zudem „von der Leitstelle in den Fahrplan eingetaktet werden“. Ein weiterer Grund könnte die Aufnahme des regulären Betriebs außerdem verzögern. Nicht alle Züge könnten gleichzeitig ausrücken, um die Fahrstromversorgung nicht zu überlasten.

MVG-Streik: Chaos im Berufsverkehr wegen U-Bahn, Tram und Bus - überfüllte Straßen

9.45 Uhr: Autofahrer in München sind ohnehin staugeplagt - doch am Dienstag waren die Straßen noch ein Stückchen voller. Grund dafür war der Warnstreik bei der MVG, der den öffentlichen Nahverkehr in München größtenteils lahmgelegt hat. Die U-Bahn fährt bis zum Nachmittag gar nicht, bei Tram und Bus gibt es viele Ausfälle und Verspätungen.

Nicht nur Autofahrer standen auf den Straßen im Stau, auch auf den Radwegen waren heute mehr Menschen unterwegs als gewöhnlich. So bildeten sich auch dort vor Ampeln teils lange Rückstaus.

MVG-Streik legt U-Bahn in München lahm: Die aktuelle Lage

  • U-Bahn: Die U-Bahn bleibt geschlossen. Es findet kein Zugverkehr statt. 
  • Tram: 10-Minuten-Takt auf den Linien 19, 20 und 25; alle anderen Tramlinien kein Betrieb. 
  • Bus: Fast alle Linien werden bedient, allerdings unregelmäßig.

Auf folgenden Buslinien wird derzeit mindestens 75% des fahrplanmäßigen Angebots gefahren: X50, X80, 50, 57, 60, 63, 135, 136, 140, 141, 150, 151, 154, 158, 162, 163, 164, 166, 168, 169, 170, 171, 173, 177, 178, 180, 181, 188, 189.

Auf folgenden Buslinien sind derzeit mindestens 50% der Fahrzeuge unterwegs: 51, 55, 130, 134, 139, 143, 153, 159, 160, 161, 172, 176, 183, 184, 185, 192, 193, 195, 196, 197, 198, 199.

Auf folgenden Buslinien fahren aktuell weniger als 50% der Fahrzeuge: X30, 52, 53, 54, 56, 59, 62, 100, 132, 142, 145, 149, 155, 165, 175, 187, 194.

Derzeit kein Betrieb auf den Linien: 58, 68, 144, 147, 186, 190, 191.

MVG-Streik bei U-Bahn, Tram und Bus in München: Der aktuelle Stand

8 Uhr: 

  • U-Bahn: Die U-Bahn bleibt geschlossen. Es findet kein Zugverkehr statt. 
  • Tram: 10-Minuten-Takt auf den Linien 19, 20 und 25; alle anderen Tramlinien kein Betrieb. 
  • Bus: Fast alle Linien werden bedient, allerdings unregelmäßig.

Auf folgenden Buslinien wird derzeit mindestens 75% des fahrplanmäßigen Angebots gefahren: X50, X80, 50, 51, 52, 53, 57, 60, 63, 132, 135, 136, 140, 141, 150, 151, 153, 154, 158, 162, 163, 164, 166, 169, 170, 171, 172, 173, 176, 177, 178, 180, 181, 188, 189.

Auf folgenden Buslinien sind derzeit mindestens 50% der Fahrzeuge unterwegs: X30, 55, 59, 62, 130, 134, 139, 143, 147, 159, 160, 161, 168, 175, 183, 184, 192, 193, 195, 196, 197, 198, 199.

Auf folgenden Buslinien fahren aktuell weniger als 50% der Fahrzeuge: 54, 56, 58, 68, 100, 142, 145, 149, 155, 165, 185, 187, 190, 191, 194.

Derzeit kein Betrieb auf den Linien: 144, 186

Die Angaben sind unverbindlich und können sich unter Umständen ändern.

Außerdem kommt es bei der S-Bahn auf der Stammstrecke in beide Richtungen zu erhöhtem Reiseaufkommen. Alle Informationen dazu gibt es im S-Bahn-Ticker.

MVG-Streik in München: Aktuelle Situation bei U-Bahn, Tram und Bus

7 Uhr: 

  • U-Bahn: Die U-Bahn bleibt geschlossen. Es findet kein Zugverkehr statt. 
  • Tram: 10-Minuten-Takt auf den Linien 19 und 20, in Kürze auch auf der Linie 25. - Bus: Fast alle Linien werden bedient, allerdings unregelmäßig.
  • Auf folgenden Buslinien wird derzeit mindestens 75% des fahrplanmäßigen Angebots gefahren: X50, X80, 50, 51, 52, 60, 63, 130, 132, 135, 136, 140, 141, 150, 151, 153, 154, 158, 163, 164, 166, 169, 170, 171, 172, 176, 177, 178, 180, 181, 188, 189.

Auf folgenden Buslinien sind derzeit mindestens 50% der Fahrzeuge unterwegs: X30, 53, 54, 57, 59, 62, 134, 139, 142, 143, 147, 149, 159, 160, 161, 162, 168, 173, 175, 183, 184, 187, 192, 193, 196, 197, 198, 199.

Auf folgenden Buslinien fahren aktuell weniger als 50% der Fahrzeuge: 55, 56, 58, 68, 100, 145, 155, 165, 185, 190, 191, 194, 195.

Derzeit kein Betrieb auf den Linien: 144, 186

Die Angaben sind unverbindlich und können sich unter Umständen ändern.

München: U-Bahn fällt komplett aus - Streik bei MVG am Dienstag

Update vom 9. Juli, 6 Uhr: Wie die MVG vermeldet, werden U-Bahn, Tram und Bus seit 3.30 Uhr komplett bestreikt. 

Folgende Informationen teilt die MVG zur aktuellen Betriebslage mit, Stand von 5.50 Uhr:

  • U-Bahn: Die U-Bahn bleibt geschlossen. Es findet kein Zugverkehr statt. 
  • Tram: Die Linien 19, 20 und 25 fahren alle 10 bis 20 Minuten.
  • Bus: Auf den meisten MetroBus-Linien (50 bis 68) und Expressbus-Linien (X30, X50, X80) sind derzeit etwa die Hälfte der Fahrzeuge unterwegs. Es kommt daher zu größeren Taktlücken. Auf vielen weiteren Linien wird ebenfalls ein eingeschränktes Angebot mit unregelmäßigen Takten angeboten.

Und: „Wer kann, sollte die MVG-Verkehrsmittel am Dienstag bis zum Nachmittag meiden“.

Die Angaben sind unverbindlich und können sich unter Umständen ändern, so die MVG.

Erstmeldung: MVG-Streik am Dienstag - Es droht Verkehrschaos in München

München - Auf erhebliche Beeinträchtigungen müssen sich die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in München am Dienstag, 9. Juli, einstellen. Grund ist ein mehrstündiger Warnstreik der Gewerkschaft Ver.di bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). 

U-Bahn, Tram und Busse sind vom Warnstreik der MVG betroffen

Von 3.30 bis 14.30 Uhr bestreike Ver.di die MVG komplett, heißt es in einer Pressemitteilung der Verkehrsgesellschaft. Betroffen sind also U-Bahn, Tram und Bus. Die S-Bahn wird von der Deutschen Bahn betrieben und fährt planmäßig. Anlass für den Streik sind die laufenden Verhandlungen zum Tarifvertrag MVG. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter im Fahrdienst werden nach diesem Tarif bezahlt. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 200 Euro mehr Lohn pro Monat - und wirft der MVG vor, die Mitarbeiter schlechter zu bezahlen, als andere Verkehrsunternehmen in Bayern.

Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr wird der Streik für weitreichende Behinderungen sorgen. Noch liegen den Verantwortlichen der MVG aber keine Informationen vor, wie viele Mitarbeiter dem Verdi-Aufruf zum Streik folgen werden. Auch nach Beendigung des Streiks um 14.30 Uhr wird es einige Zeit dauern, bis der reguläre Betrieb wieder hergestellt ist.

Die „Aktion Münchner Fahrgäste“ äußerte zwar einerseits Verständnis für die Lohnverhandlungen der Fahrer - kritisierte aber das Ausmaß des Streiks. "Bei noch laufenden Gesprächen zwischen Gewerkschaft und MVG erscheint uns Fahrgästen ein solcher Komplettstreik als unverhältnismäßig", sagte Sprecher Stefan Hofmeir. "Für die Fahrgäste kommt dieser Komplett-Streik aus heiterem Himmel und wird die Stadt am Dienstag in hohem Maße lähmen.“

Auch interessant: Einem cholerischer Autofahrer, der einen Feuerwehrmann vor Wut absichtlich angefahren hat, droht nun eine harte Strafe. Der Grund für seinen Ausraster ist vollkommen unverständlich.

Streik der MVG in München mitten im morgendlichen Berufsverkehr

Laut MVG wird die U-Bahn den Betrieb am frühen Morgen nicht aufnehmen. „Die Leitstelle wird sich zunächst einen Überblick über die tatsächlich besetzten Züge an den verschiedenen Abstellorten des U-Bahnsystems verschaffen.“ Daraufhin werde dann eine Entscheidung getroffen, wann oder ob der Betrieb schon während des Streiks gestartet werden kann. 

Bei der Tram liegt der Fokus auf den Linien 19 (Pasing - Innenstadt - Berg am Laim) und 20 (Stachus - Moosach). Diese sollen nach Möglichkeit als erstes in Betrieb genommen werden. Abhängig ist das aber natürlich auch von der Anzahl der Mitarbeiter. Je nachdem wie viele Personen zur Verfügung stehen, wird dann auch auf weiteren Linien die Fahrt aufgenommen. 

Im Busverkehr wird die Hälfte der Leistung von privaten Kooperationspartnern der MVG erbracht. Diese sind nicht Teil des Tarifs MVG und daher auch nicht zum Streik aufgerufen. Die Verantwortlichen rechnen deshalb damit, dass ein eingeschränkter Betrieb mit unregelmäßigen Takten angeboten werden kann. Ein Video vom Bayerischen Rundfunk berichtet über den MVG-Streik

Streik bei MVG: Verdi will Gehaltserhöhung für Beschäftigte erreichen

Die MVG empfiehlt, sich am Dienstag andere Wege zu suchen. Selbst wenn ein unregelmäßiger Verkehr zustande kommen sollte, könnten die Haltestellen überfüllt sein. Es kommt zu langen Wartezeiten und ein Platz im Fahrzeug ist dennoch nicht garantiert. Auf www.mvg.de werden laufend Informationen angeboten. 

Die Gewerkschaft fordert 200 Euro mehr Lohn für die Münchner Beschäftigten. Seit 2011 werden die nämlich bei der MVG und nicht mehr bei den Stadtwerken angestellt. Dadurch entstand eine Gehaltslücke, die laut Verdi nun geschlossen werden soll. Die MVG-Geschäftsführer Ingo Wortmann und Werner Albrecht haben dafür kein Verständnis. 

„Die Gewerkschaft legt München über zehn Stunden lahm, obwohl es eine solide Basis für die nächste Verhandlungsrunde am Mittwoch gibt. Arbeitgeberseitig bieten wir unter anderem eine Lohnerhöhung um einen insgesamt zweistelligen Prozentbetrag in mehreren Schritten bis Mai 2021 an. Außerdem setzen wir auf Entwicklungsperspektiven. Dazu gehört auch mehr Flexibilität, etwa durch die Option, künftig Extra-Urlaubstage gegen Entgelt nehmen zu können. Bei Tarifverhandlungen geht es immer darum, einen Kompromiss zu erzielen. Das ist in erster Linie durch Gespräche möglich. Einseitige Aktionen zulasten der Kundinnen und Kunden lehnen wir ab“, werden sie in einer Mitteilung zitiert. 

Auch im Jahr 2018 kam es zu einem Warnstreik bei der MVG. 2017 waren es vor allem die Busfahrer, die streikten.

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Die MVG plant den Busverkehr komfortabler und pünktlicher zu machen. Deshalb soll es mehr Fahrspuren geben. Dazu sollen unter anderem zahlreiche Parkplätze wegfallen.

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