Schmid gegen kostenlose Beförderung

CSU-Forderung: Münchner Nahverkehr soll mit Milliarden-Investitionen ausgebaut werden

Ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV) würde aus Sicht von Münchens zweitem Bürgermeister Josef Schmid die Verkehrsprobleme der Stadt nicht lösen.

München - München habe vor allem ein Kapazitätsproblem, sagte Schmid (CSU) der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch. Daher würde es nicht helfen, wenn noch mehr Fahrgäste auf die schon jetzt während der Stoßzeiten teils überfüllten U-Bahnen umsteigen. Hinzu kämen Störungen und Zugausfälle auf der bestehenden S-Bahn-Stammstrecke. „Deshalb bräuchten wir was ganz anderes ganz dringend in München und in den Ballungsräumen, nämlich ein Sonderprogramm des Bundes zur Finanzierung des Ausbaus des Öffentlichen Personennahverkehrs.“

In einem offenen Brief hat die Aktion Münchner Fahrgäste ihrem Ärger über den derzeitigen Zustand des Nahverkehrs Luft gemacht.

2016 habe die Münchner Verkehrsgesellschaft rund 711 Millionen Fahrgäste befördert, die Fahrkarten-Einnahmen lagen bei 872 Millionen Euro. Zudem würden allein für den Neu- und Ausbau von vier U-Bahnlinien sowie für zwei Trambahn-Tangenten voraussichtlich Investitionen von mehr als 5,5 Milliarden Euro benötigt, sagte Schmid. 

Sonderprogramm: Drei bis vier Milliarden sollen auf München entfallen

Sinnvoll wäre aus seiner Sicht deshalb ein ÖPNV-Sonderprogramm von 20 Milliarden Euro für ganz Deutschland, aus dem drei bis vier Milliarden Euro auf München entfallen könnten. Die im neuen Koalitionsvertrag der Großen Koalition vorgesehene Aufstockung der Bundesmittel für den ÖPNV von 350 Millionen auf eine Milliarde Euro pro Jahr sei hingegen „unzureichend“.

Die Bundesregierung erwägt zur Verbesserung der Luftqualität, Länder und Kommunen bei einem möglichen kostenlosen ÖPNV finanziell zu fördern und so die Zahl privater Fahrzeuge auf den Straßen zu verringern. Schmid glaubt, dass es grundsätzlich gelingen könnte, den Individualverkehr mit einem besseren ÖPNV-Angebot einzudämmen, doch müssten dafür entsprechende Kapazitäten vorhanden sein.

Kritik wurde in der Landeshauptstadt zuletzt vor allem wegen des U-Bahn-Chaos bei der MVG laut.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Sven Hoppe

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