Rund 4000 neue Stellplätze 

Neue Fahrrad-Parkplätze in München geplant: „Am Ostbahnhof sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa.“

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Das wilde Abstellen von Fahrrädern ist an vielen exponierten Plätzen in München ein Problem, auch am Hauptbahnhof. 

Der Stadtrat hat am Mittwoch ein Gesamtkonzept für mehr Fahrrad-Parkplätze beschlossen. Bis 2025 sollen im Stadtgebiet rund 4000 neue Stellplätze entstehen. Besonderen Handlungsbedarf gibt es an den großen Bahnhöfen.

München - Die Stadt wächst, der Radverkehr nimmt zu – und damit auch die Nachfrage nach Abstellmöglichkeiten. Überdies ist der Politik daran gelegen, dass Pendler aufs Fahrrad umsteigen. Doch an ausreichenden und attraktiven Stellplätzen hapert es gewaltig. Die Folge: An vielen Bahnhöfen herrscht Chaos. Grünen-Stadtrat Herbert Danner zum Beispiel stellte in der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses fest: „Am Ostbahnhof sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa.“ Derzeit gibt es dort 363 Abstellplätze. Laut Verwaltung besteht ein großer Bedarf an weiteren Fahrradabstellanlagen. Flächen stünden vor allem auf der Ostseite (Friedenstraße) zur Verfügung, der Bedarf liege aber eher auf der Westseite (Orleansstraße), so das Planungsreferat.

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Grünen-Stadtrat Danner: „Am Ostbahnhof sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa.“

Am Hauptbahnhof summiert sich der Bedarf langfristig auf 3.000 neue Fahrrad-Parkplätze. Diese sollen im Zuge der Neugestaltung des Hauptbahnhofs an verschiedenen Standorten realisiert werden. Problematisch ist die Situation auch am Pasinger Bahnhof. „Eine große Schwachstelle“, wie die CSU-Radlbeauftragte Sabine Bär sagte. Am Truderinger Bahnhof, wo rund 300 Stellplätze fehlen, sind bereits Erweiterungen vorgesehen. Am Isartor, wo die Situation ebenfálls unbefriedigend ist, sollen Auto- in Fahrradstellplätze umgewandelt werden. Ein Lösungsansatz, der künftig eine größere Rolle spielen dürfte, genauso wie die Erhöhung der Anzahl von Mieträdern. Unter anderem will die MVG ihre Flotte ausbauen. Am Odeonsplatz gibt es nach Bekunden der Verwaltung kaum Erweiterungsmöglichkeiten, ebenso wenig im Bereich der Universität.

Prinzipiell wurde das Gesamtkonzept fraktionsübergreifend begrüßt. Bausteine sind zum Beispiel auch vollautomatische Tiefgaragen und mehr Bike-and-Ride-Parkplätze. „Der Beschluss bringt das Fahrradparken in München und die Verkehrswende voran“, sagte Sabine Bär. Bettina Messinger, Radlbeauftragte der SPD, erklärte: „Wir sorgen damit dafür, dass die Infrastruktur für den Radverkehr attraktiver wird.“ Einig war man sich im Stadtrat, dass die Entfernung von gebrauchten, vor sich hin gammelnden Fahrrädern, die Stellplätze blockieren, noch schärfer angegangen werden muss.

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Stadtrat beschließt Gesamtkonzept: Beschluss geht Grünen nicht weit genug

Die Grünen trugen das Gesamtkonzept zwar mit. „Es ist ein erster Schritt“, sagte deren Verkehrsexperte Herbert Danner. Gleichwohl ging der Beschluss der Fraktion nicht weit genug. Danner erklärte, mit dem Ausbau des Radverkehrs sei die Wende in der Verkehrspolitik am schnellsten zu schaffen. „Ansonsten droht bis 2030 der Dauerstau in der Stadt.“ Mehrere Anträge der Fraktion wurden jedoch von der Stadtratsmehrheit abgelehnt. Zum Beispiel wollten die Grünen, dass die Verwaltung bereits bis Ende 2019 ein Förderprogramm für 10.000 Stellplätze auf Privatgrund vorlegt. Überdies sollten nach Dafürhalten der Öko-Partei jährlich mindestens 2.500 neue Stellplätze an Haltestellen im öffentlichen Nahverkehrsnetz geschaffen werden. Um den genauen Bedarf zu ermitteln, sollte nach Vorstellungen der Grünen das Planungsreferat die einzelnen Bezirksausschüsse einbeziehen.

Die Rathaus-Regierung aus CSU und SPD lehnte zwar auch diesen Antrag ab. Ungeachtet dessen beabsichtigt das Planungsreferat den Stellplatzbedarf im Stadtgebiet im Laufe des ersten Halbjahrs 2019 zu evaluieren. Bei der Entwicklung neuer Quartiere möchte die Verwaltung verstärkt auf ein angemessenes Verhältnis zwischen Kfz- und Fahrradparken achten. Um die Vielzahl der Forderungen der Grünen zügig umzusetzen, fehlten jedoch die personellen Ressourcen, heißt es vom Planungsreferat.

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