Freie Fahrt für Radler

KVR setzt neue Stadt-Sheriffs ein - jetzt geht´s Falschparkern an den Kragen

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Den Park-Rowdys auf der Spur: Zwei von 25 neuen Radl-Scheriffs in München. 

Falschparkern geht es in München künftig stärker an den Kragen. Um Radfahrern freie Bahn zu bieten, hat das KVR 25 neue Kontrolleure eingestellt, die Park-Verstöße an Radwegen ahnden sollen.

München - Radl-Sheriffs gegen Wagen-Wildwuchs: Weil immer mehr Falschparker Fahrradwege blockieren, setzt das Kreisverwaltungsreferat jetzt Kontrolleure ein! Ab sofort gehen 25 Mitarbeiter der Kommunalen Verkehrsüberwachung (KVÜ) mit Pedelecs auf Streife – und zeigen Park-Rowdys die rote Karte.

Parksünder bilden ein Risiko für Fahrradfahrer 

Eine Radfahrt in der Stadt kann zum Spießrutenlauf werden. Denn viele Autofahrer parken die Radwege zu und zwingen damit die Radler zu riskanten Ausweichmanövern. „Das kann mitunter richtig gefährlich werden“, sagte Kreisverwaltungsreferent Dr. Thomas Böhle am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Fahrradstreifen. Das Pilotprojekt geht auf einen Antrag der SPD-Stadtratsfraktion zurück. Vorerst sind fünf Elektrofahrräder bis zum Herbst im Einsatz. Bei Erfolg soll das Projekt ausgeweitet werden. 25 KVÜ-Mitarbeiter absolvieren den Streifendienst auf dem Pedelec. Sie tragen die gleiche marineblaue Uniform wie ihre Kollegen, die zu Fuß unterwegs sind, und kontrollieren auf Elektrorädern viel genutzte Radrouten im Hinblick auf Falschparker – vorerst Kapuzinerstraße, Oberanger, Rosenheimer Straße und Schleißheimer Straße. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, viel gezielter auf die Belange des Radverkehrs einzugehen“, sagte Böhle. 

Bußgelder für Parksünder zu niedrig? 

607.234 Verwarnungen hat die KVÜ 2018 wegen Falschparkens insgesamt ausgestellt. Allein am Oberanger gab es im vergangenen Jahr 134 Knöllchen wegen Parkens mit Behinderung von Rad- und Gehwegen, in weiteren 326 Fällen wurde der Fahrer mündlich verwarnt. Parkverstöße kosten zwischen 20 und 35 Euro, je nach Dauer und Grad der Behinderung. Abschleppen kann die KVÜ nicht veranlassen – hierfür muss die Polizei hinzugezogen werden. Dass die Stadt endlich handelt, ist aus Sicht von Andreas Groh vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) München überfällig. „Viel zu niedrige Bußgelder in Kombination mit einer geringen Kontrolldichte haben dazu geführt, dass Radwegparken von vielen höchstens als Kavaliersdelikt gesehen wird“, meint Groh.  

Daniela Schmitt

Neben Pkw und Lkw gibt es für Radfahrer auch noch andere potenzielle Unfallquellen. Um die Straßen für Radfahrer in München sicherer zu machen, hat die Stadt ein sportliches Maßnahmen-Paket geschnürt. Doch die Münchner Radlfahrer haben längst die Nase voll und demostrieren bereits öffentlich für bessere Radwege in der Stadt. Immer mehr Münchner setzen auf das Fahrrad, doch nicht alle halten sich dabei an die Verkehrsregeln. Trotz Verwarnungsgebühr steigt die Zahl der Geisterradler. 

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