Die Welle rollt an

Virus-Alarm in München: Gefährlichste Zeit kommt noch - Experte fürchtet hohe Dunkelziffer

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Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren - sie sind widerstandsfähig, sie überstehen auch eisige Temperaturen.

Im Januar gibt es in München erfahrungsgemäß die meisten Ansteckungen mit dem Norovirus. Für Kinder und ältere Menschen kann die Erkrankung gefährlich werden. So sehen Experten die Gefahr...

  • Im Winter häufen sich die Infektionszahlen mit dem Noroviren
  • Noroviren sorgen für eine akute Magen-Darm-Infektion
  • Betroffene sollten nicht zu Durchfallstoppern greifen

München - Sie sind winzig, widerstandsfähig und sie haben im Winter Hochkonjunktur: Die Noroviren sind auf dem Vormarsch! In den kalten Monaten steigt die Zahl der Patienten, die an der akuten Magen-Darm-Infektion erkranken, sprunghaft an. Auch in München breiten sich die fiesen Krankmacher derzeit verstärkt aus. Aber: Die gefährlichste Zeit kommt noch!

Der Münchner Internist Dr. Karlheinz Zeilberger.

Wen das Norovirus erwischt, dem geht es für kurze Zeit richtig schlecht. „Junge, gesunde Menschen haben die Erkrankung in der Regel in zwei Tagen überstanden“, sagt der Münchner Arzt Karlheinz Zeilberger. Doch für Kinder und ältere Menschen könne es wegen des massiven Flüssigkeitsverlusts richtig gefährlich werden. Ob es sich tatsächlich um das Norovirus handelt, könne nur durch eine Stuhluntersuchung im Labor nachgewiesen werden. Viele Patienten gingen bei einer leichten Form der Erkrankung nicht zum Arzt. Zeilberger geht deshalb von einer hohen Dunkelziffer aus.

Dem Referat für Gesundheit (RGU) wurden für das Jahr 2019 bis Freitag 1518 labordiagnostisch bestätigte Fälle von Norovirus-Erkrankungen für das Stadtgebiet München gemeldet (2018: 1378, 2017: 1366). Für Januar liegen die meisten Meldungen vor (241), gefolgt von Mai (213), April (197), Dezember (179), Februar (162) und November (159).

Virus-Alarm in München - Immunsystem im Winter weniger schlagkräftig

Dass das hochansteckende Norovirus vor allem in der Wintersaison grassiert, liegt laut Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut (RKI) vor allem an den niedrigen Temperaturen und der trockenen Luft, die zu dieser Jahreszeit vorherrschen. In diesem Klima sind die Erreger der Magen-Darm-Krankheit stabiler. Außerdem ist unser Immunsystem im Winter weniger schlagkräftig als im Sommer.

Mit dem Norovirus steckt man sich nicht nur durch direkten Kontakt mit einem Erkrankten an. Auch Oberflächen wie Türgriffe oder Ablageflächen können kontaminiert sein. Noroviren sind sehr widerstandsfähig und können mehrere Tage auf den Oberflächen überleben. Die wichtigste Maßnahme, um das Ansteckungsrisiko zu verringern, ist häufiges und gründliches Händewaschen mit heißem Wasser und Seife. Wer erkrankt ist, sollte nicht zu Durchfallstoppern greifen, warnt Zeilberger. „Bei Noroviren sind diese Medikamente nicht sinnvoll, weil das Virus länger im Körper bleibt und die Krankheit dadurch verlängert wird.“ Stattdessen empfiehlt der Arzt viel zu trinken sowie salzhaltige Gemüsebrühe zu sich zu nehmen, um den Elektrolythaushalt wiederherzustellen.

Stichwort: Noroviren

Noroviren sind für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Magen-Darm-Entzündungen bei Kindern (etwa 30 Prozent) und bei Erwachsenen (bis zu 50 Prozent) verantwortlich. Das Virus ist gerade mal 37 Nanometer groß – 37 Millionstel eines Millimeters. Er ist hochansteckend und gehört daher zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Von Juli 2018 bis Juni 2019 registrierte das Robert Koch-Institut bundesweit 81.751 bestätigte Fälle.

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