tz-Bericht bewegte die Leser

Obdachloser Müllmann Max war verzweifelt auf Wohnungssuche - nun gibt es eine Wende

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Max (53) suchte verzweifelt nach einer Wohnung in München. Sein Schicksal bewegte unsere Leser.

Die Wohnungssuche in München ist hart. Doch das Schicksal von Müllmann Max berührte viele. Trotz Vollzeitstelle lebte er im Obdachlosenheim. Doch nun gibt es eine Wende. 

München - Endlich kann er wieder lachen! Müllmann Max Nothaft hat eine Wohnung gefunden. Am Montag lud ihn sein neuer Vermieter zur Unterzeichnung des Mietvertrags. Groß ist das neue Reich von Max nicht: 22 Quadratmeter für 550 Euro warm. „Für mich reicht es, ich bin überglücklich“, sagt der 53-Jährige.

Das Beste: Max muss nicht weg aus seinem geliebten Giesing, in dem er mit einer Unterbrechung seit 1986 lebt. Nachdem seine Mutter Karolina (85) nach einem Sturz ihre Giesinger Wohnung kündigte, in der auch Max wohnte, musste der 53-Jährige ins Obdachlosenasyl am Giesinger Berg umziehen! Trotz 150 Bewerbungen fand er nichts – nur vier der angeschriebenen Vermieter antworteten. Obwohl Max einen festen Vollzeitknochenjob hat und seine ehemalige Lebensgefährtin, mit der er einen neunjährigen Sohn hat, bei den Bewerbungen half.

Trotz Vollzeitstelle - keine Chance auf eine Wohnung

Dann berichtete die tz – und die Lage von Max wendete sich zum Guten. Sein Schicksal bewegte viele Leser. „Herzlichen Dank allen tz-Lesern, die mir Angebote gemacht oder ihr Mitgefühl geschenkt haben“, sagt Max Nothaft. Das große öffentliche Interesse hat ihn aber auch überfordert – zwei Fernsehsendern, die mit ihm drehen wollten, sagte er zunächst zu und dann wieder ab. 

Dass einige Außenstehende ihn wegen seines Lohnes von 1400 Euro brutto kritisierten, traf Max schwer. „Das verletzt mich. Öfters schon hat man mir zu verstehen gegeben, es wäre einfacher mit einer Sozialwohnung, wenn ich nicht arbeiten würde.“ Doch Max arbeitet gerne: „In meinem Alter gehört man heute ja schon zum alten Eisen, und ich bin froh, dass ich das Gegenteil beweisen kann.“ Indem er jeden Tag ab 4.30 Uhr schwere Mülltonnen schleppt und geduldig bleibt, wenn Autofahrer hupen. Zudem ist ein geringer Lohn wie der von Max kein Einzelfall – er liegt mit 1040 Euro netto über dem Existenzminimum von 9000 pro Jahr.

Am Montag konnte Müllmann Max strahlen, denn er hat eine neue Bleibe.

„Mir geht es wieder gut“

„Man ist doch kein schlechter Mensch, wenn man auch mit wenig zurecht kommt“, sagt Max. Sein Arbeitgeber, ein privater Müllentsorger, überweist ihm die Kaution für die neue Wohnung als Vorschuss. Max freut sich: „Mir geht es wieder gut, ich freue mich auf mein kleines Reich.“ 

S. Sasse

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