Friedhof auf dem Flachdach

Radikaler Gedanke: Warum eine Aktionsgruppe Gräber auf Häuser verlagern will

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Gräber auf Hausdächern? Ein radikaler Vorschlag für mehr Wohnraum in München. (Symbolbild)

Gräber auf Hausdächern, statt auf festem Boden, könnten der Stadt München mehr Platz für den dringend benötigten Wohnungsbau verschaffen, so der radikale Gedanke eine Aktionsgruppe.

Es ist kein Geheimnis: Der Wohnraum in München ist knapp, es wird immer enger. Die Gruppe „TELA2030“ hat nun eine höchst ungewöhnliche Idee, um Platz in unserer Stadt zu schaffen. Sie wollen die Friedhöfe in Zukunft auf die Flachdächer von Hoch­häusern verlegen. 

Beerdigungen künftig in luftiger Höhe?

Pietätlos oder genial? Klar, der Plan sorgt für Wirbel… Fakt ist: Auf dem großflächigen Gelände des Ostfriedhofs könnten rund 5000 Giesinger wohnen. Schließlich ließe sich dort eine Wohnanlage errichten. Samt Friedhof in luftiger Höhe. Was sich die Gruppe „TELA2030“ rund um den Künstler Tommy Schmidt da ausgedacht hat, ist derzeit noch nicht mehr als ein Luftschloss. Die Reaktionen bei einer Info-Veranstaltung zu dem Projekt reichten von „Finger weg vom Ostfriedhof“ bis hin zu der Forderung, nach Wohnungsbau. Nur dieser könnte den Mietwahnsinn in München irgendwann stoppen. 

Veränderungen brauchen radikale Denkanstöße

Genau solche kontroversen Diskussionen habe man anzetteln wollen, sagt Tommy Schmidt. Man wolle im positiven Sinn Unruhe stiften. „Wir tun, was Politiker nicht können: radikale Ideen vorschlagen für eine Auseinandersetzung frei von selbst auferlegten Tabus.“ Es gehe dabei zunächst gar nicht um eine sofortige Umsetzung ihrer Vision, sondern darum, Veränderungen zur Diskussion zu stellen. „Man muss sich einfach trauen“, betont Schmidt. Ein (etwas gemäßigterer) Alternativvorschlag wäre, Bestattungen künftig in strukturschwachen Regionen der bayerischen Provinz vorzunehmen. An der städtischen Friedhofsmauer könnten dann nur Plaketten zum Gedenken angebracht werden. Auch das würde für Platz sorgen. 

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In den sozialen Netzwerken hat die Aktionsgruppe ihre Denkanstöße bereits öffentlich gemacht. Außerdem hat sie Befragungen durchgeführt und Kommentare gesammelt. „Die Menschen haben angefangen, darüber nachzudenken“, sagt Schmidt. Einige hätten ihre Meinung daraufhin geändert. Und wer weiß, vielleicht werden wir ja tatsächlich bald auf Hochhäusern beigesetzt. Die Zukunft wird’s zeigen...

Carmen Ick-Dietl

Unter dem Motto „oben wohnen, unten einkaufen“, könnte auch die Aufstockung auf den Dächern Aldi, Lidl & Co, den Mangel an Bauland verringern.

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