Kommentar zum Park-Chaos

Liebe rücksichtslose Autofahrer, der Gehweg ist kein rechtsfreier Raum

Für Münchner Fußgänger ein leidiges und vor allem dauerhaftes Problem: Autos, die rücksichtslos auf Gehwegen abgestellt werden. Es wird Zeit für wirkungsvolle Gegenmaßnahmen. 

  • Autos und Anhänger stehen in Pasing oft monatelang auf Gehwegen 
  • Stadt fühlt sich nicht verantwortlich, Polizei greift nicht konsequent durch
  • Fußgänger müssen immer wieder auf die Straße ausweichen

München - Wer als Fußgänger durch Pasing, Ecke „Am Knie“, geht, der hat es nicht leicht. Viele Gehwege sind durch parkende PKW, LKW und Anhänger blockiert, der Passant muss an zahlreichen Stellen auf die Straße ausweichen. Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagenschieber ist es erst recht unmöglich, ohne Gefährdung der eigenen Sicherheit voranzukommen. Ein untragbarer Zustand.

Park-Problem in Pasing: Gebührenpflichtige Verwarnungen oder Duldungsstarre der Polizei?

„Vor allem im Bereich des Pasinger Zentrums, wozu auch die Georg-Habel-Straße und die Bodenstedtstraße zählen, werden von der PI 45 täglich gebührenpflichtige Verwarnungen erstellt“, so Polizeikommissar Christian Kreutzahler von der zuständigen Dienststelle. 

Allzu viele (Alibi-)Verwarnungen können das nicht sein, denn ein bleibender Eindruck wird nicht erzielt, es sind immer dieselben Wagenkolonnen, die sich seit vielen Jahren tagtäglich breitmachen, darunter auch Taxen und Firmenwagen - von „Knöllchen“ an der Windschutzscheibe keine Spur. Vielmehr hat sich ein „Gewohnheitsrecht“ etabliert, Falschparker werden durch Billigung auf Egoismus konditioniert.  

Pendler, Anwohner und Taxifahrer wälzen ihr Park-Problem auf die Fußgänger ab

Ja, die Parkplatzsituation ist prekär, zumal viele Pendler hinzukommen, die ihren Wagen in Pasing abstellen und dann mit der Tram 19 oder der S-Bahn Richtung Zentrum fahren. Doch ein fehlendes Konzept der Behörden kann und darf nicht auf Kosten der Fußgänger gehen, das Problem nicht als Rechtfertigung für verbotenes Handeln und für Duldungsstarre der Zuständigkeit herhalten. Ein konsequenter Schritt wäre, durch Verbotsschilder und Abschleppmaßnahmen ein Zeichen zu setzen: Park-Chauvinismus hat hier keine Chance.

Picknick mitten auf der Landsberger Straße mit Greta & Co wäre ein Wink mit dem Zaunpfahl

Der Individualverkehr ist insbesondere aus ökologischen Gründen stark in die Kritik geraten, das Auto längst nicht mehr die heilige Kuh. Kommt rücksichtsloses Gebaren hinzu, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis Fridays for Future oder andere Initiativen auf die Idee kommen, als Fußgängerhorde zur besten Berufsverkehrszeit Picknicktisch und Klappstuhl mitten auf die Landsberger Straße zu platzieren. Quid pro quo.

Lesen Sie auch den Gegenkommentar zum Thema: An alle Radl-Münchner: Lasst uns Auto-Pendler in Frieden - oder gebt uns eure Wohnung

Rubriklistenbild: © Stefan Stukenbrok

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