Ärger mit nächtlichen Feiern

„Krawall-Tourismus“ als schockierendes Corona-Phänomen? „Gruppe“ aus dem Münchner Umland hält Polizei in Atem

Jugendliche aus dem Umland halten die Münchner Polizei in Atem (Symbolbild).
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Jugendliche aus dem Umland halten die Münchner Polizei in Atem (Symbolbild).

Schlägereien in der Innenstadt wie jene vom Wochenende bereiten der Polizei in München zunehmend Sorgen. Lärm, Müll und eine mit Alkohol aufgeladene Stimmung erzeugen Ärger.

  • Wegen Corona sind Bars und Clubs geschlossen - Menschen verweilen gerne lange im Freien.
  • In Münchens Innenstadt herrscht laut Polizei zunehmend eine aufgeladene Stimmung.
  • Es gibt mehr Lärm, Umweltverschmutzung und auch die Zahl der Konflikte nimmt zu.

München - Schlägereien in der Innenstadt wie am Wochenende sind ein neues Phänomen, das der Polizei zunehmend Sorgen bereitet. Das hat ein Polizeivertreter dem Bezirksausschuss Altstadt-Lehel berichtet.

Seit Wochen ist das nächtliche Bild der Innenstadt von alkoholtrinkenden Jugendlichen geprägt. Bars und Clubs sind geschlossen, das sommerliche Wetter erlaubt langes Verweilen im Freien. Besonders die Altstadt und ihre isarnahen Bereiche bekamen zuletzt zu spüren, was das konkret bedeutet:Lärm, Massen an Müll und auch Konflikte. Nun kommen als neues Phänomen Schlägereien hinzu – laut Polizei sehr ungewöhnlich für den Stadtteil und klar mit den Feiernden an Isar und Innenstadtplätzen in Verbindung zu bringen. 

Als Triebfedern des Partygeschehens „bis tief nach Mitternacht“ macht die Polizei nicht vorrangig Münchner, sondern zumeist Jugendliche aus dem Umland aus. Es handle sich um eine sehr heterogene Gruppe, die es genau zu beobachten gelte.

Eine einschneidende Corona-Maßnahme soll laut Ministerpräsident Söder weiterhin gelten. In unserem News-Ticker halten wir Sie über die Entwicklung in München auf dem Laufenden.

München: Partys im Freien wegen Corona - BA-Chef wendet sich mit Bitte an die Polizei

Die BA-Mitglieder blicken ebenfalls mit Argwohn auf die nächtlichen Feiern im Freien. Sie zeigten Verständnis für das Bedürfnis, zu feiern und den Sommer in München* zu genießen – gerade auch angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie*. Doch Massen von liegen bleibendem Müll und sogar Sachbeschädigungen durch Feiernde seien nicht zu akzeptieren. Auch in Nizza und am Ballermann werden derzeit ausgelassene Corona-Partys gefeiert, die auf jede Menge Kritik stoßen. 

BA-Vize Wolfgang Püschel (SPD) richtete deshalb auch eine Bitte an die Polizei. Sie solle mit den Kirchengemeinden in der Altstadt das Gespräch suchen. Da sich zahlreiche Jugendliche beim Feiern in der Nähe von Kirchengebäuden in der Altstadt aufhielten und auch dort etwa Müll hinterließen, könne die Polizei versuchen, zusammen mit den Kirchen die Feiernden auf andere Flächen zu lenken.

Die Mitglieder des Bezirksausschusses möchten die nächtlichen Feiern weiter im Blick behalten und über mögliche weitere Schritte beraten. 

Randale in Stuttgart: Auf Ausschreitungen folgt Debatte um Ermittlungen

An einem U-Bahnhof in München ist es zu früher Stunde zu einem Einsatz der Feuerwehr gekommen. Angestellte einer Bäckerei hatten Alarm geschlagen. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

Sebastian Schlenker

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