Tschüss Parkplatz

Platz für Menschen statt Autos: München testet „Summer Streets“ in Giesing und auf der Schwanthalerhöhe 

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Mehr Platz für Anwohner: An der Schwanthaler-/Ecke Parkstraße sollen die Gehsteige verbreitert werden.

Weil so manch urbanes Viertel in München zu wenig Grünflächen hat, halten sich die Anwohner mitten im Straßenraum auf, ohne dass dafür eigentlich Platz ist. Jetzt sollen „Summer Streets“ mehr Freiraum schaffen und die Aufenthaltsqualität verbessern. 

Die Stadt will diesen Sommer an zwei Standorten testen, wie man mehr Aufenthaltsqualität im Straßenraum für Anwohner schaffen kann. Konkret geht’s um den Alpenplatz in Obergiesing und die Einmündung der Parkstraße in die Schwanthalerstraße. Auslöser für das Projekt war eine Stadtratsreise nach Stockholm 2018. Dabei waren sogenannte „Summer Streets“ vorgestellt worden, also Straßen, die in den Sommermonaten als zusätzlicher Freiraum genutzt werden. 

Ab Juli starten zwei neue Straßenkonzepte in München

Während es in Stockholm primär um Gastronomie und Tourismus geht, strebt man in München mehr Lebensqualität für die Bevölkerung in dicht bebauten Vierteln an (tz berichtete). Nun will die Stadtverwaltung das Ganze von Juli bis Mitte September ausprobieren. Mit zwei unterschiedlichen Ansätzen: An der Schwanthaler-/Ecke Parkstraße sollen „Parklets“ installiert werden. Objekte, zumeist aus Holz, mit Elementen wie Sitzflächen, Blumen, Sträuchern oder Fahrradständern, die in die Parkbuchten gestellt werden und dort zur Erweiterung des Fußwegs werden. Acht Parkplätze fallen dadurch für rund zehn Wochen weg. Und im Herbst kann man alles ohne großen Aufwand wieder abbauen. 

Anwohner sind geteilter Meinung

Im Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe wurden Bedenken wegen der deutlich erweiterten Freischankzone vor der bestehenden Szenekneipe „Schwarzer Dackel“ laut. Die Stadtverwaltung versprach, nächtliche Feten im Freien einzubremsen.

Giesing: Eine Anwohnerin steht mit ihrer Tochter Heidi an der künftigen Fußgängerzone am Alpenplatz.

In Giesing sieht das Konzept ganz anders aus. Dort soll der komplette Straßenabschnitt vom Alpen- bis zum Edelweißplatz für den Fahrverkehr zugunsten eines dadurch größeren zusammenhängenden Aufenthaltsbereichs gesperrt werden. Nach zwei Anwohnerinformationen ist die Meinung der Bevölkerung vor Ort ebenso gespalten wie im Bezirksausschuss. Anlieger fürchten eine neue nächtliche Feiermeile, die Stadtteilpolitiker diskutieren vor allem über die 21 Parkplätze, die wegfallen. Denn die umliegenden Altbauten besitzen meist keine Tiefgaragen. Nächste Woche befassen sich Kommunal- und Planungsausschuss im Stadtrat damit, im Juni dann noch die Vollversammlung.

Carmen Ick-Dietl

Aktuell herrscht Platzangst in München. Die Bürger fragen sich, wie viele Menschen die Stadt noch vertragen kann und ob es sich in Berlin besser lebt

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