Kritik an Geländewagen

Höhere Parkgebühren für SUVs in Innenstädten: Münchner Politiker fordert Umdenken

+
SUVs sind sehr beliebt, sie nehmen aber auch viel Platz in den Städten in Anspruch.

SUVs liegen im Trend, stehen aber zunehmend in der Kritik. Ein Münchner Politiker fordert jetzt ein Umdenken. Er fordert, dass das Parken für sie teurer werden soll.

München – In den schicken zentrumsnahen Vierteln sind sie beileibe keine Rarität, sondern eher eine erblühende Spezies – und auch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im reichen München sind immer mehr SUVs auf den Straßen unterwegs. Die Neuzulassungen der übergroßen Geländewagen sind in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Waren es 2016 noch 10.694, so wurden im Vorjahr bereits 25.046 SUVs neu angemeldet. Insgesamt waren im Juni 2019 gemäß einer Statistik der Stadt knapp 51.000 „fette Brummer“ registriert – 2500 mehr als noch im Dezember 2018.

Überhaupt scheinen Oberklasse-, Sport- und Geländewagen im Trend zu liegen. In all diesen Kfz-Segmenten gehen die Bestandszahlen in München rapide nach oben, während in den Kategorien von der Mittelklasse bis zu den Kleinwagen die Zahlen stagnieren beziehungsweise sogar nach unten gehen. Ausnahme: Auch beim Bestand der Kleinstwagen ist ein starker Zuwachs von 39.736 (Dezember 2018) auf 40.529 (Juni 2019) Autos festzustellen.

Frauen hatten hier Sprechverbot: Dekadenter Münchner Geheimclub sorgt erneut für Furore.

München: Stadt-Regierung lehnt City-Maut ab

Für den Grünen-Fraktionschef im Stadtrat, Florian Roth, steht fest: „Der SUV ist bestimmt nicht das Stadtgefährt der Zukunft.“ Roth fordert zwar keine Verbote, zumal die Steuerungsmöglichkeiten von Kommunen eingeschränkt seien. Aber zumindest sollten die Gebühren für das Parken und auch für den Parkausweis in Lizenzgebieten bei SUVs erhöht werden – weil diese schließlich auch mehr Platz verbrauchten. Die jetzige Regelung sei „ungerecht“. Falls die Stadt irgendwann eine City-Maut einführe, müsste diese nach Meinung Roths nach der Fahrzeuggröße und dem jeweiligen CO2-Ausstoß gestaffelt werden. Roths Zielrichtung: „Wir müssen die Anzahl der SUVs in den Städten reduzieren.“

Die derzeitige Rathaus-Regierung aus CSU und SPD lehnt im Übrigen bisher eine City-Maut ab. Die SPD ist skeptisch, weil man erst ein sozial ausgewogenes Modell finden müsste, wie die Genossen meinen. Die CSU ist ebenfalls nicht begeistert. Für Bürgermeister Manuel Pretzl stellen die Pendlerströme das Hauptproblem im ständigen Verkehrskollaps dar. Die Grünen dagegen sind der Auffassung, dass die Stadt eine Untersuchung in Auftrag geben sollte, mit welchen Indikatoren eine City-Maut realisiert werden könnte.

Oberbayern: Allrad/SUV-Anteile

In Deutschland wird nach dem tödlichen Unfall in Berlin über Sportgeländewagen (SUV) diskutiert. Im August schon hat der Zeitungsdienst Südwest auf Basis von Daten des Kraftfahrtbundesamtes eine Liste erstellt mit dem Anteil der SUV- und Allradfahrzeuge in deutschen Landkreisen und Städten. Hier die Anteile der oberbayerischen Vertreter in Prozent sowie ihre Platzierung im Bundesvergleich.

Landkreis/Stadt

SUV-/Allrad-Anteil (%)

Platz

Kreis Miesbach

25,72

1

Kreis Garmisch-Partenkirchen

21,47

6

Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen

19,38

8

Kreis Starnberg

19,30

9

Kreis München

19,25

10

München

17,26

13

Kreis Rosenheim

16,20

20

Kreis Weilheim-Schongau

15,08

28

Kreis Ebersberg

15,07

29

Rosenheim

15,01

33

Kreis Erding

13,09

69

Kreis Mühldorf

12,88

79

Kreis Dachau

12,85

80

Kreis Freising

12,76

87

Kreis Fürstenfeldbruck

12,46

95

München: SUV stehen in der Kritik

SUVs stehen nicht nur wegen der hohen Umweltbelastung in der Kritik, wie merkur.de* berichtete. In München hatte merkur.de* über den Fall eines SUV-Fahrers berichtet, dem ein Umweltaktivist eine Nachricht hinter den Scheibenwischer geklemmt hatte. Auch nach dem tödlichen Unfall, der sich am Wochenende in Berlin ereignete hatte (merkur.de* berichtete), werden die Rufe nach Verboten lauter.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Klaus Vick

Im Münchner Dreimühlenviertel könnten Mieter ihre Wohnung verlieren. Sie hoffen, dass die Stadt ihnen mit dem Vorkaufsrecht beisteht. Das tat sie zuletzt häufiger.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Nach fragwürdiger Formulierung von Paulaner-Chef Steinfatt: Erster Wirt zieht Konsequenzen
Nach fragwürdiger Formulierung von Paulaner-Chef Steinfatt: Erster Wirt zieht Konsequenzen
Bluttat am Stachus: Männer gehen aufeinander los - dann zückt einer ein Messer
Bluttat am Stachus: Männer gehen aufeinander los - dann zückt einer ein Messer
Arnulfsteg bleibt ein Politikum: Stadt will Baufirmen verklagen - es geht um 8,4 Millionen Euro
Arnulfsteg bleibt ein Politikum: Stadt will Baufirmen verklagen - es geht um 8,4 Millionen Euro

Kommentare