Polizei rüstet auf gegen Raser

Polizei stellt „Super-Blitzer“ in München auf - hier werden nicht nur Raser geknipst

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Der neue Super-Blitzer an der Ecke Brienner Straße/ Oskar-von-Miller-Ring. 

Mit dem „Super-Blitzer“ rüstet die Polizei München ab sofort gegen Raser auf. Wichtig für alle Autofahrer: Hier werden nicht nur Tempo-Sünden gemessen.

München - Blitzer-Alarm an der Ecke Brienner Straße/Oskar-von-Miller-Ring! Münchens neuer Super-Blitzer hat hier seinen Dienst aufgenommen! Die Polizei rüstet auf im Kampf gegen die Raser – und auch das KVR investiert in neue Gerätschaften.

Die unauffällige Säule in der Nähe der Feldherrnhalle misst nicht nur die Autos, die in diesem Bereich zu schnell unterwegs sind, sondern auch Fahrzeuge, die bei Rot in den Kreuzungsbereich einfahren. Den Standort für den neuen Super-Blitzer hat die Polizei nicht zufällig gewählt. „Die Kreuzung ist ein absoluter Unfallschwerpunkt“, bestätigt eine Sprecherin der Polizei der tz.

Im Kampf gegen die Raser: Blitzer-Aufrüstungen in München

Die Säule ist der vierte Super-Blitzer im Stadtgebiet. Die anderen hat die Polizei an der Moosacher/Ecke Lerchenauer Straße, der Dachauer/Ecke Max-Born-Straße und an der Wasserburger Landstraße/Kreillerstraße/Ecke Bajuwarenstraße aufgestellt. Zudem misst die Polizei mit vier Geschwindigkeitsmesskabinen auf der Landshu­ter Allee – dort gilt das Tempolimit zur Luftreinhaltung. Auch die Tunnel-Neubauten am Mittleren Ring sind mit Blitzern ausgestattet. Und: Acht mobile Blitzeranlagen der Polizei sind rund um die Uhr im Einsatz, obendrein verfügt jede Polizeiinspektion über ein Laserhandmessgerät.

Weitere Neuanschaffungen seien heuer zunächst nicht geplant, erklärt die Polizei-Sprecherin. Ob weitere Super-Blitzer gekauft würden, hänge zudem von der Haushaltslage ab. Dem Vernehmen nach kostet ein Gerät 100 000 Euro. Langfristig dürften sie die Kosten schnell wieder einspielen.

Auch die Stadt investiert. Das KVR hat die Straßen mit Tempo 30 im Blick – Ausnahme ist der berühmt-berüchtigte Blitzer am McGraw-Graben. Der wurde 2017 erneuert – das Gerät kann dank moderner Technik sowohl den stadteinwärts als auch -auswärts fahrenden Verkehr überwachen. Zudem blitzt die Kommunale Verkehrsüberwachung aus dem Heck von sechs VW Caddys – eigentlich. „Einer davon ist verunfallt, der Ersatz ist noch nicht ausgeliefert“, sagt KVR-Sprecher Johannes Mayer. Zusätzlich werde das KVR zwei weitere Caddy anschaffen.

Top-Technik in der Verkehrsüberwachung: Der Unscheinbare

Sie gelten als Quantensprung in der Verkehrsüberwachung: Vier Superblitzer sind mittlerweile auf Münchens Straßen installiert. Ihr Vorteil gegenüber den althergebrachten „Starenkästen“ ist ihre Unberechenbarkeit. In der unscheinbaren Säule steckt modernste Technik, das Gerät kann durch seine Rundumsicht alle Fahrspuren überwachen. Wohin die Kamera schaut, ist für den Autofahrer nicht zu erkennen. Da die Blitzer Lasertechnik nützen, müssen auch keine verräterischen Induktionsstreifen mehr im Boden verlegt werden.

Bobons statt Strafzettel: Grundschüler kontrollieren Autofahrer 

„Guten Morgen, Geschwindigkeitskontrolle. Fahrzeugpapiere und Führerschein bitte!“ Auf diesen Satz folgt meist innerliches Fluchen der Autofahrer. Ein Raser? Niemals! Doch dem Hass folgt schnell abgrundtiefe Scham, wenn man sich nicht vor einem Beamten, sondern einem Schulkind rechtfertigen muss*, wie tz.de berichtet. Genau dieses Gefühl wollte die Polizei am Mittwoch hervorrufen, wurde tatkräftig von den Viertklässlern der Feldbergschule in Trudering unterstützt. Von 8 bis 10 Uhr wurde jeder Raser von den Beamten aus dem Verkehr gezogen, musste sich dem knallharten Verhör der Kinder stellen. Am Ende wurden Fahrer, die sich an die Geschwindigkeit vor der Schule gehalten haben, mit Schokolade belohnt, die Raser erhielten saure Bonbons. „Das Gespräch mit den Kindern bringt mehr als jedes Busgeld“, findet Jens Brunner von der Polizei. Eine Wiederholung ist angedacht. Wir sprachen mit Fahrern, die angehalten wurden, über die Aktion.

Video: Diese Blitzer-Tricks sind verboten

Familienvater erwischt: Ach, die Schule hat wieder begonnen?

„Es tut mir echt leid, dass ich zu schnell unterwegs war. Wobei, ich finde, fünf km/h zu viel ist noch in Ordnung. Ich meine, wer kann die Tachonadel schon exakt bei 30 halten? Aber ich finde diese Aktion echt toll, da mir gar nicht bewusst war, dass die Schule wieder losgeht und viele Kinder in der Früh unterwegs sind. Immerhin sind Kinder unsere Zukunft, auf die müssen wir achtgeben.“

Demkrai Eckrem, 56, Familienvater aus Trudering

Schlechtes Gewissen nach Verkehrsverstoß: Die Aktion ist wirklich gelungen

„Ich war sieben km/h zu schnell – und das vor meiner eigenen ehemaligen Grundschule. Das ist echt schlecht und unentschuldbar. Mit den Kindern selbst zu reden, macht die Sache noch schlimmer. Aber die Aktion ist Klasse. Ich meine, ein Bußgeld der Polizei kann man schnell als reine Abzocke interpretieren, aber die Kleinen bleiben richtig im Gedächtnis.“

Andres Toll, 48, Handwerker aus Trudering

Lesen Sie auch: Polizeikontrolle eskaliert komplett: Mann (19) greift nach Waffe - plötzlich löst sich ein Schuss*, wie tz.de berichtet.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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