„Wir haben keine Versicherung“

Radl-Akku explodiert: Verzweifelte Familie erzählt von Verwüstung  

+
Mehdi M. steht im Hof und blickt hinauf zum Küchenfenster.

Rund drei Monate lang darf eine Familie aus München nicht mehr in ihre Wohnung. Ein Akku explodierte, richtete einen Schaden von rund 50.000 Euro an. 

Schon an der Haustür am Carl-Orff-Bogen (Freimann) schlägt einem der Brandgeruch entgegen, im Gang ist alles verrußt. Mehdi M. (44, Name geändert) steht im Hof und blickt hinauf zum Küchenfenster, die Scheibe ist geborsten. Er kann es nicht fassen: Der Akku seines Rikscha-lektro-Rads ist explodiert, hat seine Wohnung zerstört! Am Mittwoch gegen ein Uhr geht Mehdi M. zu Bett, er steckt den Akku ins Ladegerät auf dem Küchenboden. „Gegen fünf bin ich durch einen lauten Knall aufgewacht. Der Akku hat geraucht“, sagt der Familienvater, der nebenbei selbstständig Rikscha fährt. 

München: Familie berichtet über Explosion - Familie hat keine Versicherung 

In Panik schüttet der gebürtige Tunesier Wasser darauf. „Es hat einen zweiten Knall gegeben, und der Akku hat gebrannt.“ Mehdi kann den Brand nicht löschen. Er rennt ins Kinderzimmer zur schlafenden Tochter (8). Die Nachbarin eilt mit ihr hinaus. Mehdi M. schleppt seine Frau nach draußen - sie ist schwer krebskrank. Die Feuerwehr kann den Brand in der Küche löschen. Aber der Schaden in der Dreizimmer-Wohnung ist groß, die Feuerwehr schätzt ihn auf 50.000 Euro. Ein Sprecher sagt, dass die Feuerwehr nur äußerst selten wegen Akku-Bränden ausrücken muss. Deutschlandweit kommt es immer wieder vereinzelt zu solchen Fällen. Oft sind kleine Schäden am Akku, etwa durch einen Sturz, verantwortlich. Ist etwa ein Kabel verrutscht, kann es zum Kurzschluss kommen. 

Mehdi M. ist verzweifelt. „Man hat uns gesagt, dass wir aus der Wohnung nichts mehr benutzen können. Wir dürfen drei Monate nicht mehr rein.“ Die Familie lebt derzeit in einem Hotel. „Da können wir nicht bleiben. Der Weg zur Schule ist zu weit. Und meine Frau ist zu krank…“ Hinzu kommen finanzielle Sorgen. „Wir haben keine Versicherung. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt der Vater. Seine Tochter weint. „Meine Puppe ist da drin. Sie ist kaputt…“ Und das alles wegen eines Fahrrad-Akkus. 

Ebenfalls in Freimann eskalierte am Mittwoch eine Situation in einem Linienbus. 

Ein 48-Jähriger wollte nur, dass die Jugendlichen die Musik leiser machen.

Bei einer Explosion in einem Wiener Mehrfamilienhaus sind mehrere Menschen verletzt worden. Die Wiener Polizei vermutet unter den Trümmern noch Verschüttete.

 

Nina Bautz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Kir Royal“-Star gestorben: „Sie hatte ständig Angst zu ersticken“
„Kir Royal“-Star gestorben: „Sie hatte ständig Angst zu ersticken“
Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Irrsinn am Odeonsplatz: Mit Vollgas durch die Einbahnstraße
Irrsinn am Odeonsplatz: Mit Vollgas durch die Einbahnstraße
Die spinnen, die New Yorker! Einkaufstüte von Hugendubel löst dort Mode-Hype aus
Die spinnen, die New Yorker! Einkaufstüte von Hugendubel löst dort Mode-Hype aus

Kommentare