Neue Straßen-Pläne: ADFC München will teils autofreien Schnellweg

Ist das realistisch?ADFC plant Radlring um Münchner Altstadt 

+
So soll der neue Radlring aussehen.

Es klingt wie das Paradies für Münchens Radler: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München fordert einen durchgängigen, komfortablen und sicheren Radlring rund um die Altstadt!

München - Dafür müsste ein Teil des Autoverkehrs am Altstadtring weichen. Die Ideen sorgen für hitzige Diskussionen.

„Der Altstadtring ist an vielen Stellen wie an der Sonnenstraße zu schmal – besonders für die immer mehr werdenden Lastenräder oder Fahrräder mit Anhänger“, erklärt Andreas Groh, stellvertretender Vorsitzender des ADFC München. An anderen Stellen höre der Ring für Radler zum Teil ganz auf, etwa in der Sonnenstraße. „Das ist gerade für Kinder oder ältere Menschen zu unsicher.“

Lesen Sie auch:  Parken mit Blaulicht! Frechheit am Bayerischen Hof

Münchner Radlring: 2,30 Meter breite Radwege mit baulichem Schutz vor Autos

Die drastischen Forderungen seines Vereins: beidseitige Radwege mit größtenteils mindestens 2,30 Meter Breite, dazu ein baulicher Schutz vor Autofahrern. Der ADFC hat den Ring in zehn Abschnitte mit genauen Verkehrskonzepten unterteilt. In allen Bereichen hätten Autofahrer künftig weniger Platz oder weniger Spuren. In der Brienner Straße würden Autos sogar ganz verbannt. In der Frauen- und Blumenstraße am Viktualienmarkt wäre der klassische Autoverkehr demnach auch Vergangenheit, da der Plan eine Einbahnstraße nur für Anlieger und Lieferverkehr vorsieht. Die übrigen Autofahrer würden umgeleitet.

Lesen Sie auch: Prügel-Attacke in Amberg: Ein Beschuldigter kann abgeschoben werden - die anderen drei (noch) nicht

Automobilclub über Radlring in München: „Verrückte Pläne“

Von Seiten der Autofahrer gab es gleich einen großen Aufschrei. „Das sind völlig verrückte Pläne, die hoffentlich nie Realität werden“, sagt Michael Haberland vom Münchner Automobilclub Mobil in Deutschland. Mit diesen Plänen kollabiere der Verkehr in der Innenstadt. Der Radverkehr würde nur drei Prozent in Personenkilometern ausmachen. „Da will ein Kreisligist ein Stadion mit 100 000 Plätzen bauen …“

Die Stadt reagiert gelassen. „Genau so etwas untersuchen wir bereits“, sagt Ingo Trömer vom Planungsreferat der tz. Man habe Machbarkeitsstudien hinsichtlich fünf radialer Radschnellwege und einer ringförmigen Verbindung in Auftrag gegeben. „Die Studie wird mehrere Varianten für eine Ringverbindung aufzeigen, über die der Stadtrat letztlich abstimmen wird.“ 

Nina Bautz

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt-Lehel – mein Viertel“.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Stammstrecke am Wochenende erneut gesperrt: Fahrgäste müssen Geduld mitbringen
Stammstrecke am Wochenende erneut gesperrt: Fahrgäste müssen Geduld mitbringen
Lidl: Böses Erwachen für Kundin - So erklärt es der Discounter
Lidl: Böses Erwachen für Kundin - So erklärt es der Discounter
Betrunkener auf E-Scooter erwischt - dann eskaliert Kontrolle und ein Polizist muss ins Krankenhaus
Betrunkener auf E-Scooter erwischt - dann eskaliert Kontrolle und ein Polizist muss ins Krankenhaus
Laden in Toplage steht seit Jahren leer: Unbekannte zeigen mehr als deutlich, wie sehr sie das stört  
Laden in Toplage steht seit Jahren leer: Unbekannte zeigen mehr als deutlich, wie sehr sie das stört  

Kommentare