Aufschrei in der Innenstadt

Ausgerechnet sie! Geschäften in Münchner Traditionshaus droht jetzt Pleite - Sprecher warnt vor herben Folgen

Einige Unternehmen im Münchner Ruffinihaus sind von der endgültigen Pleite bedroht
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Einige Unternehmen im Münchner Ruffinihaus sind von der endgültigen Pleite bedroht.

Womöglich droht mehreren Geschäften in der Innenstadt von München die Pleite. Eine entsprechende Pressemitteilung klingt alarmierend.

  • Die Corona-Krise* setzt einigen Läden im Münchner Ruffinihaus zu.
  • Bereits im vergangenen Jahr mussten Ausweichquartiere her und der Umsatz ging zurück.
  • Nun gibt es aufgrund der Pandemie Rote Zahlen - und keine finanzielle Hilfe vom Staat.

München - Mehrere Geschäfte im Ruffinihaus sind offenbar von der Pleite bedroht. Der Sprecher des Verbandes der Innenstadt-Händler City Partner, Wolfgang Fischer, warnt in einer Pressemitteilung vor tragischen Folgen.

Denn eines der wichtigsten Kriterien, um antragsberechtigt zu sein, sei, dass der Umsatz ist in den Monaten April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten eingebrochen sein müsse. „Damit sind jedoch alle kleinen und mittleren Unternehmen, die bereits 2019 unverschuldet, erhebliche Umsatzrückgänge verzeichnen mussten, außen vor, sagt Fischer.

Ruffinihaus München: Einige Geschäfte fallen aus dem Unterstützungsprogramm

Es treffe nun ausgerechnet die inhabergeführten Geschäfte im Ruffinihaus. Wegen der Sanierung waren die Läden im Vorjahr in Ausweichquartieren untergebracht und hätten schon in dieser Zeit Umsatzrückgänge von bis zu 80 Prozent verkraften müssen. „Verständlicherweise können diese jetzt nach dem Wiedereinzug keine weiteren Rückgänge um mehr als 60 Prozent dokumentieren und fallen somit komplett aus dem Unterstützungsprogramm“, sagt Fischer. Gleiches gelte auch für alle Anliegerunternehmen, die beispielsweise durch die in München* zum Teil massiven Baumaßnahmen schon im vorigen Jahr erheblich beeinträchtigt worden seien.

Das Ruffinihaus in München wurde lange umgebaut.

„Wir appellieren daher dringend, diese kleinen und mittleren Unternehmen nicht einfach alleine zu lassen und die Richtlinien umgehend nachzubessern.“

Corona-Krise in München: „Oft die Hände gebunden - in diesem Fall aber...“

Die Grünen im Rathaus wollen dieser Tage eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung richten. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden schrieb am Mittwoch: „Als Verwaltung sind uns in solchen Situationen oft die Hände gebunden – in diesem Fall können wir aber helfen, denn das Ruffinihaus gehört der Stadt. Ich habe deshalb Kontakt mit dem Kommunalreferat aufgenommen mit der Frage, wie man unseren Traditionsgeschäften am besten helfen kann.“

Corona und die Folgen für die Münchner Wirtschaft: Ein Traditionsunternehmen hat die Krise „schwer getroffen“. Nun musste gar ein Insolvenzantrag gestellt* werden. Ein Plattenladen in München macht dicht und verlässt die Stadt - Corona beschleunigte die Entwicklung*. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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