Gute Nachrichten für Pendler

Protest zeigt Wirkung: S-Bahn doch wieder im 10-Minuten Takt

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Gute Nachrichten für Pendler: Die S3 soll im Berufsverkehr wieder alle 10 Minuten fahren. 

Die Streichungen von Zügen bei der Münchner S-Bahn sorgten für Empörung und Protest. Nun ruderte die Deutsche Bahn wieder zurück und verspricht eine schrittweise Taktverdichtung. 

Kommando zurück: Schneller als ursprünglich zugesagt sollen die Taktverstärker bei der S-Bahn nun doch wieder fahren. Die S-Bahn lenkt ein – allerdings waren vorher geballter Protest vieler Kommunalpolitiker, zähe Verhandlungen und ein Spitzengespräch mit sage und schreibe vier bayerischen Ministern notwendig!

München: S-Bahn kündigt Rückkehr zum Regelfahrplan an

Nach der Verhandlungsrunde präsentierte die S-Bahn gestern folgende Lösung: In einem Monat, ab 21. Oktober, werden rund 20 Prozent der Taktverstärker auf den Linien S 3 und S 8 wieder rollen, ab Mitte November dann 50 Prozent und mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember soll zum „Regelfahrplan“ zurückgekehrt werden. Ursprünglich sollten die Zugverbindungen bis Dezember ersatzlos entfallen. 

Gegen die vor zwei Wochen verkündete Einstellung des Zehn-Minuten-Takts hatte es einen Proteststurm gegeben. „Was bestellt wird, muss auch gefahren werden“, forderte Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU). Der Bürgermeister von Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck, Andreas Magg, zum Beispiel beschwerte sich in einem offenen Brief an S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Die Situation sei „inakzeptabel und untragbar“. Maggs Befürchtung: „Volle Züge, schlechte Taktung und unzureichende Kommunikation führen unweigerlich zu einem Vertrauensverlust und werden den motorisierten Individualverkehr wieder stärken.“

S-Bahn München: Wartungsarbeiten sollen beschleunigt werden

Immerhin: Die Bahn nahm die Proteste ernst. So prekär erschien die Lage, dass Berlin den Vorstand für Personenverkehr, Berthold Huber, nach München zum Spitzengespräch schickte. Er erklärte gestern, dass die S-Bahn zusätzliche Facharbeiter, vor allem Elektriker, aus dem Bundesgebiet in die S-Bahn-Werkstatt in Steinhausen beordern werde. So sollen Wartungsarbeiten beschleunigt werden. Das ist notwendig, denn die S-Bahnen müssen neuerdings öfter in die Werkstatt. 

Münchner S-Bahn: Freistaat bestraft S-Bahn zugunsten der Fahrgäste

Im Frühjahr erschien eine neue Richtlinie, wonach sogenannte nicht angetriebene Räder bei S-Bahnen aus Sicherheitsgründen nicht mehr alle 500 000, sondern alle 50 000 Kilometer mit Ultraschall durchleuchtet werden müssen. Zweite Maßnahme: Der Modernisierungsplan für die S-Bahnen des Typs ET 423 wird geprüft. Da die Modernisierung in Nürnberg erfolgt, fehlen stets einige S-Bahnen über Wochen. Der Plan wird nun wohl gestreckt. Rund 100 S-Bahn-Züge (von 238) sind schon modernisiert. Aber etwas Strafe muss sein: Die S-Bahn muss auf Druck des Freistaats einen Fonds über eine Million Euro einrichten – für Qualitätsmaßnahmen, die „dem Fahrgast zugutekommen“. Welche das sein werden, etwa beim maroden Informationssystem, wird die S-Bahn mit dem Verkehrsministerium abstimmen.

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Hat die S-Bahn mit ihrer Streichung des 10-Minuten-Takts den Bogen überspannt? Grund genug für die Androhung von Vertragsstrafen sieht jedenfalls Bayerns Ministerpräsident in der Entscheidung. 

Die neuesten Meldungen über Störungen und Ausfällen beim Münchner S-Bahn-Netz bekommen Sie laufend in unseremS-Bahn-Ticker.

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