Pünktlichere Züge und Live-Infos

Damit die S-Bahn pünktlicher wird: Das soll sich alles ändern

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Der digitale Helfer an der Decke: So sollen S-Bahn-Fahrgäste künftig informiert werden. Bis Ende des Jahres soll die Neuerung greifen.

Besserer Service, weniger Weichenstörungen: Mit einem Bündel an Maßnahmen will die S-Bahn München ihr Pünktlichkeits- und Informationsproblem in den Griff bekommen. Ein Überblick über die Projekte in diesem Jahr.

Anzeigen an jedem Halt

München - Jeder S-Bahn-Pendler kennt sie: Die Anzeigetafeln am Bahnsteig, die ankündigen, wann der nächste Zug einfährt. Doch noch nicht an allen Haltestellen sind die digitalen Helfer installiert. Bis Anfang des nächsten Jahres soll an den restlichen 61 der insgesamt 150 S-Bahn-Haltestellen nachgerüstet werden. Dafür gibt’s auch Geld vom Freistaat.

Störungsinfos in Echtzeit

Die vielleicht wichtigste Ankündigung: Ab Mitte des Jahres soll an den digitalen Deckengondeln in den neuen S-Bahnen nicht mehr die Haltezeit an den jeweiligen Stationen laut Fahrplan angezeigt werden, sondern in Echtzeit. Heißt: Wenn die S-Bahn in Ebersberg zehn Minuten später kommt als geplant, zeigt der Bildschirm in der Bahn, wann der Zug auch tatsächlich am Hauptbahnhof ankommt – nicht wie bisher, wann er eigentlich hätte ankommen sollen. Auch die möglichen Anschlussmöglichkeiten werden künftig eingeblendet. „Wir starten damit ein neues Zeitalter der Fahrgastinformation“, sagt S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Die Echtzeit-Infos soll es bis Ende des Jahres auch für Störungsfälle geben. Dann soll neben dem Fahrplan eine Warnung aufploppen, in der erklärt wird, welche Linien betroffen sind und welche Ausweichmöglichkeiten es gibt (siehe Foto).

Flottenumbau geht weiter

Damit möglichst viele Fahrgäste in den Genuss der digitalen Helfer an der Zugdecke kommen, werden bis Ende 2020 alle 238 Züge des Typs ET 423 zum neuen Design umgebaut. Außerdem soll ab April ein neuer Service angeboten werden, mit dem Fahrgäste Verschmutzungen oder Defekte in den Zügen per WhatsApp melden können.

Der Weichen-Doktor

Jeder kennt sie, jeder hasst sie: die Weichenstörung. Hier soll „DIANA“ helfen. So heißt das neue digitale Weichen-Diagnosesystem der S-Bahn München, mit dem künftig Schäden an den Weichen schon erkannt werden sollen, bevor die Technik ausfällt. „Man muss es sich vorstellen wie ein EKG beim Menschen“, sagt Kai Kruschinski von der DB Netz. „DIANA hängt im Stellwerk und misst den Strom, den der Weichenmotor zieht.“ Bei einem Eisbrocken in der Weiche bringt das zwar nichts, aber wenn sich Verschleiß ankündigt, kann man eingreifen, bevor die Weiche völlig klemmt. Die Hoffnung der Bahn: 25 Prozent weniger Weichenstörungen dank Doktor Diana.

Bahnhöfe schick und schön

In diesem Jahr geht’s los mit den Umbaumaßnahmen an den acht unterirdischen S-Bahnhöfen in München. Für 2019 sind der Marienplatz, der Hauptbahnhof und der Rosenheimer Platz an der Reihe. „Schön und schick“, sollen sie werden, wie Münchens Bahnhofsmanagerin Mareike Schoppe sagt. Auch die Technik wird erneuert, etwa bei Rolltreppen und Aufzügen. Außerdem kommt eine neue Deckenkonstruktion, die verhindern soll, dass Luftballons in die Oberleitung fliegen. Denn das hat allein im vergangenen Jahr für zehn größere Betriebsstörungen gesorgt.

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Barrierefrei zur Bahn

Aktuell sind 115 der 150 S-Bahn-Stationen barrierefrei zugänglich. Heuer sollen zumindest drei weitere dazu kommen: Lohhof und Unterschleißheim im Landkreis München sowie Gilching-Argelsried im Landkreis Starnberg. Insgesamt sei der Ausbau aber nicht ganz leicht, gibt Bahnhofsmanagerin Schoppe zu. Zum Teil seien die Baufirmen ausgelastet, aber es gebe auch noch nicht für jeden Bahnhof ein sinnvolles Konzept.

Video: Zweite Stammstrecke in München - Streckenverlauf

Bis 2026 soll München eine zweite S-Bahnstammstrecke bekommen. Sehen Sie hier den aktuellen Stand des Bauprojektes.

Lesen Sie hier: Fehlplanungen beim Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München

Göttler Dominik

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