„Beschwerden gibt es jedes Jahr“

Sauna-Alarm in MVG-Bussen: Erhitzte Gemüter bei vielen Fahrgästen

Jeden Sommer melden sich unzufriedene Kunden bei der Münchner Verkehrsgesellschaft: Es sei zu warm – oder zu kalt. Auch in diesem Jahr finden sich empörte Fahrgäste. 

München – Bei heißen Temperaturen kann die Fahrt mit Auto, Bus oder Zug schon mal zur Qual werden. Besonders zu den Stoßzeiten, wenn sich Stau bildet oder Hunderte Menschen die gleiche S-Bahn nutzen wollen. Noch schlimmer wird‘s für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel, wenn jeder Busfahrer seine eigene Agenda hat. 

So ging es wohl auch Eike Alexander Kraft kürzlich, als er mit dem Bus unterwegs war. Der Münchner meldete sich morgens bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) über Twitter und fragte: „Gibt es bei Euch keine Temperaturregelung für die Busse? Der eine Fahrer fährt mit Klimaanlage, der andere veranstaltet Sauna.“ Dabei handle es sich jedes Mal um neu ausgestattete Busse. „Ist für den User ein bisschen unangenehm“, schließt er ab. 

Beschwerde über Temperaturen – So reagiert die MVG

Auf Anfrage bei der MVG erklärt Pressesprecher Matthias Korte, wie es zu den Unterschieden in den Bussen kommen kann: Inzwischen seien fast alle eingesetzten Fahrzeuge mit einer Klimaanlagen ausgestattet. „Wie bei der Tram gehören Klimaanlagen bei Neubeschaffungen seit gut zehn Jahren zum Ausstattungsstandard“, sagt Korte. Trotzdem kann es zur Hitze in den Bussen kommen.

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Denn eine Klimatisierung bei ÖPNV-Fahrzeugen sei immer nur mit gewissen Einschränkungen hinsichtlich des erreichbaren Temperaturniveaus möglich. Schließlich müssen die Busse und Bahnen alle paar Hundert Meter anhalten und die Türen öffnen. „Unstrittig ist aber auch, dass es ohne Klimaanlage oder Luftaustausch noch wärmer und unangenehmer wäre“, versichert Korte.

Eine unendliche Geschichte: „Beschwerden gibt es jedes Jahr“

Es ist nicht das erste Mal, dass der Pressesprecher sich mit diesem Thema auseinandersetzen muss:  „Beschwerden gibt es jedes Jahr.“ Das liegt wohl auch an der teils veralteten Ausstattung mancher Fahrzeuge: „Unsere Trambahnen sind – entsprechend dem Stand der Technik und den Erwartungen an den Fahrgastkomfort zur Zeit ihrer Beschaffung – unterschiedlich mit Klimaanlagen ausgerüstet“, erklärt Korte.

Die Züge der beiden neuesten Generationen, der Avenio sowie die Variobahn, haben laut Korte eine Klimaanlage im Fahrgastraum.Der R 3 und die älteste Niederflurgeneration (R 2.2) hingegen hätten keine. Trotzdem würden die Züge ständig mit frischer Außenluft versorgt: Eine Lüftungsanlage sauge permanent Umgebungsluft an, gleichzeitig würde die verbrauchte Luft aus dem Fahrgastraum nach außen abgegeben. 

Reichlich Beschwerden über „mangelnde“ Klimaanlagen

Eike Alexander Kraft bleibt in diesem Sommer nicht der einzige, der sich mit Beschwerden zu Wort meldet. 

„Bevor Sie fragen: Nachrüsten geht nicht“, erklärt Korte abschließend. So wird sich das Spiel von Beschwerden der Kunden und Rechtfertigungen der MVG wohl auch die nächsten Jahre jeden Sommer wiederholen. 

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Lisa Fraszewski

Rubriklistenbild: © Reinhard Kurzendörfer (Symbolbild)

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