40 Baustellen im Stadtgebiet

Vom Stau umzingelt: Autofahrern in München drohen schlimme Zeiten

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113 Stunden stehen Pendler in München pro Jahr im Stau – heuer könnten es dank vieler Baustellen noch ein paar Stunden mehr sein.

Auf Münchens Straßen stockt es gewaltig – im Stadtgebiet gibt es momentan über 40 Baustellen. Von kleinen Sanierungen über die Verlegung von Leitungen bis hin zu Mammut-Projekten wie den Umbau des Romanplatzes.

Wir sind dahin gegangen, wo es besonders eng wird und haben Autofahrer gefragt, wie sie mit dem Stau umgehen.

„In diesem Sommer wird viel gebaut“, bestätigt das Baureferat. Und die schlimmsten Stau-Wochen stehen uns noch bevor. Die Stadt nutzt die Sommerferien, um weitere Arbeiten auf den Straßen anzugehen.

Staugebiet Menzinger Straße München

Der Romanplatz bekommt ein neues Gesicht. Deshalb müssen die Autofahrer schwitzen: Nichts geht mehr rund um den Verkehrskontenpunkt im Münchner Westen. Parallel zu den Gleisbauarbeiten der Stadtwerke erneuert das Baureferat an der Menzinger Straße zwischen Wintrichring und Dall’-Armi-Straße die Fahrbahn. Dort steckt Alexandra Parr (46) fest. „Ich und mein Sohn wollen von der Innenstadt aus nach Hause, was momentan unmöglich ist. Schon bis hierher haben wir eine halbe Stunde länger als normal gebraucht“, sagt sie. Bis Ende November fällt in der Menzinger Straße in diesem Abschnitt eine Fahrspur in jede Richtung weg.

Alexandra Parr ist entnervt vom Stau.

Staugebiet Brienner Straße München

Auch auf der Brienner Straße müssen Autofahrer viel Geduld mitbringen: Die Stadt baut zwischen Königsplatz und Stiglmaierplatz auf beiden Seiten neue Radlstreifen – die bestehenden Radwege werden zurückgebaut. Bis Ende August ist die Brienner Straße in Richtung Westen einbahngeregelt. Die Augustenstraße wird zwischen der Karl- und der Brienner Straße in Richtung Norden zur Einbahnstraße. „Die ganze Stadt ist eine einzige Baustelle“, ärgert sich Ulrich W., der in der Brienner Straße wartet, bis es weitergeht. Der 54-Jährige ist genervt: „Es werden unzählige Baustellen gleichzeitig in einer Straße aufgemacht, an denen man dann niemanden arbeiten sieht. Deswegen werden die auch nie fertig!“

Lesen Sie auch: Die zehn größten Baustellen Münchens - eine beschäftigt uns noch bis Herbst 2020

Staugebiet Kreppeberg München

Der Kreppeberg ist noch bis Ende Juli gesperrt. Die Stadtwerke reparieren hier Gasleitungen. Wer von der Wolfratshauser Straße runter nach Thalkirchen will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Ein Stück weiter südlich rollt der Verkehr bereits wieder: Die Vollsperrung der B 11 durch Baierbrunn wurde aufgehoben. Die Ortsdurchfahrt war seit 11. Juni wegen Sanierungen gesperrt.

Ulrich W. argwöhnt: „Die werden nie fertig!“

Staugebiet Sendlinger Tor München

Die Großbaustelle am Sendlinger-Tor-Platz wird die Münchner noch bis Mitte 2022 begleiten. Die Stadtwerke bauen den U-Bahnhof komplett um. Das betrifft vor allem den Verkehr in der Sonnenstraße, der Blumenstraße und der Lindwurmstraße. Der von Norden (vom Stachus) kommende Verkehr auf der Lindwurmstraße wird aus der Sonnenstraße über die Zufahrt zur Nußbaum- und Pettenkoferstraße und die westliche Platzfläche geführt. Vom Oberanger kommend ist eine neue Linksabbiegemöglichkeit zur Straße An der Hauptfeuerwache in Richtung Blumenstraße geschaffen worden.

Walter Rettenwender will zur Vespa wechseln.

Staugebiet Altstadtringtunnel München

Dauer-Staustelle im Herzen der Stadt: Wegen Sanierungsarbeiten, die insgesamt bis Mitte 2023 dauern, gibt es im Altstadtringtunnel bis Ende Oktober 2019 je Richtung nur eine Fahrspur. Sehr zum Leidwesen von Walter Rettenwender, der die Strecke oft fährt. „Ich bin gerade vom Haus der Kunst losgefahren und stehe jetzt hier. Es ist einfach nervig“, sagt der 69-Jährige. Die Tunnelausfahrt zum Franz-Josef-Strauß-Ring (Ausfahrt Staatskanzlei) Richtung Osten ist bis Juni 2020 gesperrt. Die Verbindung vom Oskar-von-Miller-Ring zum Franz-Josef-Strauß-Ring, beziehungsweise zum Karl-Scharnagl-Ring, ist oberirdisch gewährleistet. Rettenwender hat eine andere Lösung: „Ich werde auf meine Vespa umsatteln!“

Krista Schmidt kommt zu spät zum Termin.

Staugebiet Isar Highway München

Auch auf der Isar-Parallele geht‘s nur schleppend voran. Weil die Stadtwerke in der Erhardtstraße zwischen Corneliusbrücke und Boschbrücke/Kohlstraße eine Gasleitung verlegen, ist in der Erhardtstraße bis Anfang Oktober in beiden Fahrtrichtungen nur eine Spur befahrbar. Krista Schmidt ist genervt: „Eine geschlagene Stunde bin ich jetzt quasi nur gestanden und kaum voran gekommen. Hier wird alles verengt. Ich wollte mich vor einer halben Stunde bereits mit meiner Freundin treffen, die jetzt noch eine ganze Weile warten muss. Danach habe ich noch einen Termin. Das wird jetzt knapp!“, klagt die 70-Jährige. Richtig haarig wird‘s allerdings weiter nördlich an der Isar: Mit dem begonnenen Ausbau des Föhringer Rings auf vier Spuren, müssen sich Pendler auf jahrelange Einschränkungen einstellen. Sechs Jahre lang wird die wichtige Verbindung im Münchner Norden in vier Bauabschnitten erneuert und verbreitert.

DANIELA SCHMITT / SEBASTIAN BERGSTEINER

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Das Planungsreferat will die Münchner Fußgängerzone erweitern. Potenzial sieht die Stadt etwa im Tal, der Hackenstraße, am Färbergraben, im Rosental und der Westenriederstraße. Das Konzept wird derzeit den Stadtratsfraktionen vorgestellt. Problem: Wegen vieler Baustellen ist eine zügige Umsetzung fraglich.

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