DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter für München und Oberland

DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter für München und Oberland

Alessia starb 2017

Schüttelte er seine Tochter tot? Staatsanwalt fordert neun Jahre für Giovanni S.

+
Giovanni S. verlor seine Tochter Alessia. Seit 16 Monaten sitzt er nun schon in Haft. 

Schüttelte Giovanni S. seine eigene Tochter zu Tode? Nach 16 Monaten in Haft zweifeln nun Gutachter an dem Obduktionsergebnis.

Update vom 27. Juni 2019: Im Mordprozess gegen Vater Giovanni S. hielten die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung gestern Nachmittag ihre Plädoyers. Die Anklage fordert: S. soll eine neunjährige Haftstrafe bekommen. Der Mann steht bereits seit Ende des vergangenen Jahres vor dem Landgericht München I. Die Anklage wirft dem Hilfskoch vor, dass er seine erst sechs Wochen alte Tochter Alessia im Oktober 2017 so heftig geschüttelt haben soll, dass sie an den Folgen starb. 

Die Mutter der Kleinen hielt sich währenddessen im Badezimmer auf. Sie glaubt an die Unschuld ihres Mannes. Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass der Mann in dieser Situation überfordert war, weil seine Tochter laut weinte. Verteidiger Peter Guttmann hatte zwischenzeitlich beantragt, den Haftbefehl gegen seinen Mandanten außer Vollzug zu setzen. Gutachter hatten das ursprüngliche Obduktionsergebnis angezweifelt.

Vater seit 16 Monaten unschuldig im Knast? Sensationelle Wende durch Gutachter möglich

Erstmeldung vom 12. März 2019: München - Dieser Fall ist ein Skandal. Einem jungen Vater ist alles genommen worden, was ihm lieb und teuer war. Seit mittlerweile 16 Monaten sitzt Hilfskoch Giovanni S. (32) im Gefängnis - laut Staatsanwaltschaft soll er seine Tochter Alessia getötet haben. Sie starb am 22. Oktober 2017 im Alter von nur sechs Wochen in Großhadern. Laut Anklage hatte S. das Baby daheim geschüttelt - er steht wegen Mordes vor Gericht. 

Gutachter widersprechen dem Obduktionsergebnis der LMU München 

Jetzt die sensationelle Wende: Gleich mehrere hochrangige Mediziner sind davon überzeugt, dass der Hilfskoch zu Unrecht beschuldigt wird - und seinem Kind keine Gewalt angetan hat. Am Mittwoch werden sie ihre Gutachten am Landgericht vorstellen. Brisant: Die Gutachter zweifeln das Obduktionsergebnis an, das von der Ludwig-Maximilians-Universität erstellt wurde. In diesem gingen die Rechtsmediziner aufgrund der typischen Verletzungen (u.a. Netzhautblutung, Hirnschwellung) von einem tödlichen Schüttelvorgang aus. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“, heißt es in dem 54-seitigen Bericht, liege „ein nicht akzidentelles Schütteltrauma“ vor. Also kein Unfall, sondern Gewalt.

Ehefrau hält zu Giovanni S.: „Alessia war unser Wunschkind“

„Das rechtsmedizinische Gutachten ist grundlegend fehlerhaft. Erst dieser Irrtum hat zu der Mordanklage geführt“, sagt einer der Gutachter. „Hier sind schwere Vorwürfe zu machen. Denn der Angeklagte sitzt seit 16 Monaten unschuldig im Gefängnis.“ Alessias Vater ein Mörder? Das zweifeln auch mindestens zwei weitere Gutachter an, die aussagen werden - darunter bundesweit führende Experten der Kinderheilkunde. Ihre These: Am 22. Oktober 2017 hatte die kleine Alessia plötzlich aufgehört zu atmen - und war eventuell erst durch die Wiederbelebungsversuche verletzt worden. Die wahre Todesursache: womöglich ein plötzlicher Kindstod. Auch eine Blutgerinnungsstörung sei möglich. 

Verteildiger in München: „Es gibt überhaupt kein Tatmotiv“

Ähnlich sieht es auch Verteidiger Peter Guttmann, der bereits beantragt hat, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. Doch Richter Michael Höhne will erst die Mediziner anhören, bevor er darüber entscheidet. „Das ist der tragischste Fall, den ich je hatte“, sagt Guttmann. „Es gibt überhaupt kein Tatmotiv.“ Und dennoch hat Giovanni S. alles verloren: erst seine Tochter, dann seine Freiheit - und in der Haft auch seinen Job. Seine Frau aber hält zu ihm: Zum Prozessauftakt im November beschrieb sie S. als liebevollen und fürsorglichen Vater. „Ich glaube nicht, dass er so etwas getan hat. Alessia war unser Wunschkind.“ 

Lesen Sie auch: Masern-Alarm in McDonald´s-Filiale: Gesundheitsreferat warnt Bevölkerung

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kurz vor Abreise in den Urlaub: Junger Familie wird neuer Wohnwagen gestohlen
Kurz vor Abreise in den Urlaub: Junger Familie wird neuer Wohnwagen gestohlen
Münchner Ehepaar bricht Urlaub ab - weil sie das Vogelgezwitscher störte
Münchner Ehepaar bricht Urlaub ab - weil sie das Vogelgezwitscher störte
Trotz Verbots! Georg D. schleicht sich 130 Mal in die Uni – seine Rechtfertigung ist überraschend 
Trotz Verbots! Georg D. schleicht sich 130 Mal in die Uni – seine Rechtfertigung ist überraschend 

Kommentare