Projekt nimmt Fahrt auf

Science-Fiction wird Realität: TUM-Chef plant „Hyperloop“-Strecken in München

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Vom Hyperloop bis zum Erdwärmekraftwerk

Fortbewegung wie in Science-Fitction-Filmen: Geht es nach dem Chef der Technischen Universität wird das in München zukünftig Realität.

München - Während die Deutsche Bahn ihr Fahrgäste regelmäßig mit Verspätungen und Zugausfällen zur Verzweiflung bringt, forschen und basteln Wissenschaftler auf der ganzen Welt bereits am Zug der Zukunft, dem sogenannten „Hyperloop“. Darunter auch Professoren und Studierende der Technischen Universität München (TUM), die den Hyperloop nach München holen wollen. 

Der Hyperloop in München: „Bis Ende 2019 wollen wir wissen, wo wir Teststrecken bauen können“

Beim Hyperloop handelt es sich nicht um einen Zug im herkömmlichen Sinne, sondern um eine Transportkapsel, die sich durch eine halb luftleere Röhre fortbewegt, vergleichbar mit der guten alten Rohrpost - nur um einiges schneller. Das Teilvakuum in der Röhre erzeugt einen so geringen Luftwiderstand, dass Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 Stundenkilometern erreicht werden sollen. Damit käme man in rund 40 Minuten von München nach Hamburg.

Hyperloop und Drohnentaxi: Wie wir in der Zukunft reisen könnten.

TUM-Chef Wolfgang Hermann (70) möchte genau diesen Traum der modernen Fortbewegung Realität werden lassen und plant deshalb Teststrecken in und um München. „Bis Ende 2019 wollen wir wissen, wo wir Teststrecken bauen können, wer sie baut – und was es kostet. Sie könnten in den nächsten fünf ­Jahren entstehen“, erklärte er gegenüber der Bild. „Wir sind dabei, ein Konsortium aus kompetenten Wissenschaftlern und Unternehmern zusammen zu trommel. Im Sommer soll es gegründet werden.“ 

Der Hyperloop in München: Das sind mögliche Teststrecken

Mit Hilfe des Konsortiums soll dann die Planung und Umsetzung der Teststrecken realisiert werden. Angedacht sind zwei Kurzstrecken mit je 400 Metern Länge am Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen und an der neuen Fakultät für Luft-/Raumfahrt und Geodäsie in Ottobrunn. Außerdem eine 3,5 Kilometer lange Teststrecke zwischen Ottobrunn und der Bundeswehr-Universität in Neubiberg sowie eine Langstrecke von 30 Kilometern zwischen Ottobrunn und dem TU-Campus in Garching. Diese werde aber frühestens in 10 Jahren entstehen. Bis der Hyperloop Passagiere befördern wird, wird es noch länger dauern: „Realistisch wird es erst in 30 Jahren“, so Herrmann.

Der Hyperloop im Video: Ein Blick in die Zukunft

Hyperloop: TUM zum dritten Mal in Folge Weltmeister

Bei der „Hyperloop Pod Competition“ in Los Angeles, war es auch 2018 wieder die Hyperloop-Kapsel der TU-Studierenden aus München, die das Rennen machte. Mit 467 Stundenkilometern schoss die bereits dritte Kapsel der studentischen Forschungsgruppe WARR („Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt“) durch die Teströhre. Dabei war sie erneut schneller als ihre Konkurrenz und hält somit nach wie vor den Geschwindigkeitsrekord für einen Hyperloop-Prototypen. 

Die „Hyperloop Pod Competition“ wurde 2015 vom Tesla-Vorsitzenden Elon Musk ins Leben gerufen und findet seitdem auf dem Firmengelände des US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen Space X statt.

spz

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