Musikhochschule München

Übergriffe bei Bewerbungsgespräch: Musikprofessor muss ins Gefängnis - zur Haft taucht er nicht auf

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Siegfried Mauser auf einem Archivbild vom Februar vor Gericht in München.

Siegfried Mauser muss hinter Gitter. Der Bundesgerichtshof hatte die Revision gegen den Ex-Rektor der Münchner Musikhochschule verworfen. Doch zur Haft tauchte er nicht auf.

Update vom 14. Februar : Der wegen sexueller Nötigung verurteilte Ex-Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, hat seine Haft nicht angetreten. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in München erklärte, hätte Mauser bereits am 13. Januar in der Justizvollzugsanstalt Landsberg vorstellig werden müssen. 

Gegenwärtig halte er sich im Ausland auf, so die Staatsanwaltschaft weiter. Ob nach dem 65-Jährigen gefahndet wird, wollte die Behörde nicht mitteilen. Auch zu Spekulationen, dass sich Mauser aktuell in Österreich aufhalte, wurden derzeit keine Angaben gemacht. 

München: Wegen Übergriffen - Musikprofessor muss ins Gefängnis

Erstmeldung vom 10. Oktober 2019:

München - Damit steht fest: Das Urteil des Landgerichts, das Mauser im Mai 2018 wegen drei Fällen von sexueller Nötigung verurteilt hatte, hat Bestand. Demnach muss Mauser für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Laut Urteil hatte er eine Sängerin bei einem Bewerbungsgespräch in seinem Büro in den Jahren 2007, 2009 und 2013 auf das Sofa gestoßen, sich auf sie gelegt oder sie mit festem Griff gehalten und trotz Protesten und Gegenwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen.

Weitere Musikerin wirft Mauser Vergewaltigung vor - Vorwurf bestätigt sich laut BGH aber nicht

Eine weitere Musikerin hatte Mauser außerdem Vergewaltigung vorgeworfen. Dieser Vorwurf bestätigte sich laut BGH aber nicht. Dennoch: Durch die höchstrichterliche Entscheidung aus Karlsruhe verliert Mauser nun alles – seine Freiheit, seinen Ruf und auch seine Pensionsansprüche. „Es geht ihm sehr schlecht“, sagt sein Verteidiger Alexander Stevens. „Ich bin schockiert über die Urteilsbestätigung des BGH, da dies letztlich bedeutet, dass man für bloßes Grapschen in einer bis zu 15 Jahre zurückliegenden Tat knapp drei Jahre in den Knast wandert.“

Die Musikhochschule kommentierte dagegen: „Mit der heutigen Entscheidung des BGH steht erneut fest: Siegfried Mauser hat sich strafbar gemacht“ und habe „mehreren Frauen großes Leid zugefügt. Wir möchten uns an dieser Stelle bei den Betroffenen entschuldigen“, sagte Präsident Professor Bernd Redmann. „So etwas darf sich an unserer Hochschule nicht wiederholen.“

Nach Verurteilung wegen sexueller Nötigung im Mai 2018 stellte der ehemalige Direktor der Musikhochschule München Siegfried Mauser im tz-Interview* seine Sicht der Dinge dar.

Ein Opernsänger des Staatstheaters in Nürnberg soll mehrere Gesangsschülerinnen vergewaltigt haben. Jetzt hat der Prozess gegen ihn begonnen.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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