Schäden in Millionenhöhe

Münchens gefährlichste Einbruchs-Bande geschnappt

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München hat ein Problem: Seit Jahren wird die Landeshauptstadt von kriminellen Banden heimgesucht. 

Sie brechen ein, sie betrügen und sie stehlen: Seit Jahren wird die Landeshauptstadt von kriminellen Banden heimgesucht, die Schäden in Millionenhöhe verursachen. 

München - Die Polizei jagt die Banden unerbittlich – und erzielte jetzt einen großen Ermittlungserfolg: Die Beamten nahmen vier Einbrecher aus Georgien im Alter zwischen 29 und 43 Jahren fest. Alle vier sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

München: Einbruchsbande hatte sich auf bestimmt Objekte spezialisiert

Ihre Spezialität waren Einbrüche in Altbauten aus der Gründerzeit. Deren doppelflügelige Holztüren waren für die Bande kein Hindernis. Letztlich wurde ihnen genau diese Vorliebe für Altbauten wohl zum Verhängnis. Die vier Männer sind der Polizei ins Netz gegangen. Sie sollen in München mindestens zehn Einbrüche begangen haben, bei denen sie vor allem Geld und Elektronikartikel im Wert von um die 50.000 Euro erbeuteten. 

In München haben inzwischen viele Menschen Angst vor Räubern. Das sieht man auch bei dieser dreisten Tat. Anders sieht der Fall nun bei den Georgiern aus.

„Wir hatten sehr früh den Verdacht, dass es sich um – wie es so schön heißt – reisende Wohnungseinbruchstäter handelt“, sagte Holger Schmidt, seit Februar Leiter des Kriminalfachdezernats für Einbruchs- und Kfz-Kriminalität, am Montag. Auch, dass sie „geschickt arbeitsteilig“, also als Bande agieren, vermuteten die Ermittler schnell.

Täter wollten schon vor einem Jahr einbrechen

Vergangenen Donnerstag dann der Zugriff. Gegen 10.45 Uhr brachen die Täter die Tür einer Wohnung an der Gebsattelstraße in der Au auf. Sie durchwühlten die Räume und stahlen Uhren und Schmuck im Wert von mehreren Tausend Euro. 

Weit kamen die Einbrecher damit nicht: Kurz nachdem sie das Anwesen verlassen hatten, kontrollierten Polizisten die drei Georgier im Alter von 29, 40 und 41 Jahren. Sie hatten Diebesgut dabei, das die Polizisten dem Einbruch an der Gebsattelstraße zuordnen konnten. Der 40-jährige Haupttäter hat offenbar vor etwa einem Jahr bereits versucht, in dieses Anwesen in der Au einzudringen, damals scheiterte er.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich laut Holger Schmidt heraus, dass die drei bei einem 43-jährigen Georgier wohnten. „Gegen ihn wird ermittelt, ob er sich der Beihilfe zu einer Straftat schuldig gemacht hat“, berichtete Schmidt.

Das sind Münchens gefährlichste Einbruchs-Banden

Ob die vier Georgier miteinander verwandt sind, ob sie auf eigene Rechnung in Deutschland waren oder es eine Struktur in ihrem Heimatland gibt, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. In Georgien gebe es laut Holger Schmidt ganz legal die Möglichkeit, sich neue Personalien zu verschaffen.

Laut Polizeisprecher Werner Kraus ist das Strafmaß für Bandenmitglieder wesentlich höher als für Einzeltäter – diese müssen oft jahrelang hinter Gitter. Auf die Georgier kommt eine Gefängnisstrafe von mindestens fünf Jahren zu. 

Noch höher waren im Dezember 2018 die Urteile gegen zwei Banden von falschen Polizisten: Das Landgericht schickte die Haupttäter sechs Jahre und zehn Monate beziehungsweise sechs Jahre ins Gefängnis, sogar die Komplizen erhielten Haftstrafen. Denn die Verbrechen waren besonders schlimm: Münchner Senioren hatten die Betrüger in einem Fall 109 000 Euro abgeluchst, in einem anderen Fall hatten die Täter 660 000 Euro erbeutet.

Holger Schmidt, Chefermittler im Dezernat für Einbruchskriminalität.    

Einbruch-Bilanz in München: 2465 Taten im Jahr 2018

Ganz allgemein gehen die meisten Fälle von Bandenbetrug auf das Konto von Trickbetrügern: 2465 Taten registrierte die Polizei im Jahr 2018, 35 davon wurden vollendet. Der Schaden durch die Banden: 2,65 Millionen Euro.

Aber: Den Ermittlern gelang es, 23 Verdächtige festzunehmen. Derweil gab es beim Münchner Millionen-Raub zuletzt eine drastische Wendung. 

„In den allermeisten Fällen wird seitens der Gerichte von einer bandenmäßigen Begehungsweise ausgegangen“, so Polizeisprecher Werner Kraus. Grundsätzlich gebe es fünf Bereiche, in denen Banden ihr Unwesen treiben: Neben Einbrüchen begehen sie vor allem Diebstähle, Trickbetrug, Drogendelikte oder organisierte Kriminalität wie Geldwäsche, Vermögensdelikte oder Autoschiebereien. 

STEFANIE WEGELE, ANDREAS THIEME

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