Weihnachten 2018

Preise für Glühwein in München sind durchgeglüht! Hier finden Sie Geheimtipps

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Glühwein-Test: tz-Redakteurin Tina Layes mundet der „Wintertraum aus Rot“ im Pünschstüberl auf dem Christkindlmarkt am Marienplatz in München.

Total durchgeglüht, diese Preise! Das dürfte mancher Gast vor Ort denken, wenn er über einen der Christkindlmärkte schlendert und sich einen Glühwein genehmigt. Gute und günstige gibt es aber auch.

München - Eine Studie des Event-Veranstalters activa hat nun verschiedene deutsche Städte verglichen: So viel kostet eine Tasse quer durch die Republik. Und Sie ahnen es: München ist auch hier spitze. Leider.

Christkindlmärkte sind für viele Städte eine wichtige Einnahmequelle, sagt activa. Da wird München wohl nicht ganz oben stehen, dazu ist die Stadt zu vielfältig in ihren Angeboten. Aber fest steht: Rund 2500 Weihnachtsmärkte (so die hochdeutsche Bezeichnung) werden alle Jahre wieder von rund 160 Millionen Gästen besucht – der Umsatz beträgt fünf Milliarden Euro!

Wir sahen uns auf drei Münchner Christkindlmärkten um und wollten heiße und nahrhafte Details zu den Standln wissen.

Günstiger glüht kaum jemand

Beim Wurst Michl auf dem Viktualienmarkt (Rosental/Ecke Prälat-Zistl-Str.) gibt’s den Glühwein für 3,50 Euro. Obwohl günstiger als die anderen, schmeckt er ausgezeichnet. Kein Wunder, die gesamte Familie Weitner/Kerscher kam zum Test zusammen: „Wir haben zu acht am Tisch gesessen und eine Blindverkostung gemacht“, sagt Michael Kerscher. Allesamt haben sich daraufhin für eine Marke von Franz Stettner & Sohn aus Rosenheim, eine der größten Edelobstbrennereien in Bayern, entschieden. Und wer beim Glühweintrinken Hunger bekommt: Hier sind auch die Bratwürste sehr zu empfehlen. Sie werden seit 70 Jahren nach dem gleichen Rezept gemacht – denn die Wurstbraterei aus München gibt’s seit 1948 in der vierten Generation.

Wurst Michl auf dem Viktualienmarkt.

Rauschende Engel

Der Weihnachtsmarkt im Kaiserhof der Residenz ist nicht nur besonders gemütlich, hier steht auch seit elf Jahren die Engerl-Hütt’n (Haus Nummer 28). Dort kann sich der Münchner ein wenig berauschen: Der Glühwein kostet hier vier Euro. Ein Genuss, denn er ist gut gewürzt und auch nicht pappsüß. Zudem macht der Stand einen Vorgeschmack auf den Heiligen Abend. Das schöne Standl ist mit vielen Engeln, Kugeln und Tannen geschmückt. Da ­leuchten die Augen – der Erwachsenen.

Engerl-Hütt’n auf dem Weihnachtsmarkt im Kaiserhof der Residenz.

Heißer Wintertraum

Nelken, Zimt, nicht zu süß, einfach klassisch mundet der Glühwein im Punschstüberl auf dem Christkindlmarkt am Marienplatz, wo wir tz-Redakteurin Tina Layes sehen. Für vier Euro bekommt man hier einen „Wintertraum aus Rot“, wie die Familie Bausch ihren Glühwein nennt. Begehrt bei den Damen ist die „Heiße Oma“ (3,50 Euro), ein heißer Eier­likör, der nach dem alten Rezept der Oma Bausch gemacht wird. Eine Besucherin steckt uns: „Den vertrage ich einfach besser als Glühwein. Da bekommt man kein Sodbrennen – auch bei zwei Haferl…“

Glühwein & Co.

Glögg, Grog, Punsch und Feuerzangenbowle sind Verwandte des Glühweins. Dessen Vorläufer ist das „Conditum Paradoxum“ der Antike, wo Honig mit etwas Wein eingekocht wurde und u. a. Pfeffer, Lorbeerblätter, Safran und Datteln zugegeben wurden. Im Mittelalter wurden kalt getrunkene Würzweine serviert – im Geschmack unseren heutigen Heißgetränken ähnlich. Das wohl erste überlieferte Glühwein-Rezept stammt wahrscheinlich vom sächsischen Historiker und Kunstsammler August Josef Ludwig von Wackerbarth (1770–1850). Am 11.12.1843 notierte er, wie eine halbe Flasche „guter Rotwein“ mit Gewürznelken und Zimt aufs Feuer gesetzt und kurz gekocht wird. Als Würze diente Zimt, Ingwer, Anis, Granatapfel, Muskatnuss, Kardamom und Safran, gesüßt mit Honig oder Zucker.

Bundesweiter Vergleich

Augsburg

3,50 Euro

Berlin

3,40 Euro

Dortmund

2,50 Euro

Dresden

3,00 Euro

Düsseldorf

3,75 Euro

Frankfurt am Main

3,50 Euro

Hamburg

3,40 Euro

Koblenz

3,00 Euro

Köln

3,03 Euro

Leipzig

3,50 Euro

Lübeck

3,25 Euro

München

4,50 Euro

Nürnberg

3,00 Euro

Regensburg

3,50 Euro

Stuttgart

3,33 Euro

Wiesbaden

3,00 Euro

Lesen Sie auch: Weihnachtsmärkte 2018 in München: Hier finden Sie eine große Übersicht

Ein Einhorn würde wohl jeder mal gerne sehen. Vergangenes Jahr wurde ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gesichtet, auf den alle ganz wild waren.


Tina Layes/M. B.

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