"Mir gefallen die Uni-Mädels"

Das sagen die Münchner über ihren Stadtteil 

München - Jeder Stadtteil hat seine Vor- und Nachteile. Beim großen Stadtteil-Check wollen wir erfahren, was Ihnen an ihrem Viertel besonders gefällt und was nervt? Ein Best-Of der bisherigen Antworten:

Wie lebt es sich in Ihrem Stadtteil? Wie ergeht es Ihnen in Ihrem Viertel? Das wollen die tz und die Uni Augsburg mit dem großen  Stadtteil-Check erfahren. Dafür können Münchner in 21 Kategorien zum Beispiel Noten für ihr Viertel vergeben (Formular siehe unten). Es gibt aber auch Felder, die ganz individuell ausgefüllt werden dürfen (Hier geht's zu den Preisen). Und bei diesen Antworten offenbaren sich oft die wahren Sorgen und Nöte, aber auch die Freuden der jeweiligen Stadtteil-Bewohner. Bis eine repräsentative Datenmenge vorliegt, wird es noch etwas dauern. Doch auch die bisherigen Einsendungen geben bereits einen interessanten Überblick darüber, wie die Münchner über ihren Stadtteil denken. Deshalb haben wir ein "Best-Of" zusammengestellt:

Das gefällt mir am besten an meinem Stadtteil

David M. findet Moosach einfach "urig bayerisch".

Annalena S. findet den "Charakter" von Untergiesing-Harlaching besonders: "Hier kennt noch jeder jeden und man hilft sich gegenseitig." Sie mag auch "die kleinen Kneipen, in denen man sich ein Spezi holen kann und erst morgen bezahlen muss...".

Martin H.: "Feldmoching ist das Dorf in der Stadt. Das "ländliche Leben" ist sehr ausgeprägt. Es herrscht ein starker Zusammenhalt und ein ausgeprägtes Vereinsleben. Die bayerische Sprache wird noch bevorzugt"

Amafive R. über seinen Stadtteil Untergiesing: "Der noch immer vorhandene Charme eines Arbeiterviertels mit seiner Sympathie zum Widerstand gegen die Obrigkeit (...). Die Bemalung der roten Bänke in Untergiesingblau."

Michael S.: "Die Schwanthalerhöhe ist ein entspanntes Viertel. Es ist seit 20 Jahren "im Kommen" - doch die Veränderung passiert hier in einem so angenehmen Tempo, dass es den Bewohnern möglich ist, diese Entwicklung mitzumachen und nicht davon vertrieben zu werden."

Das Tolle an der Maxvorstadt? "Die hübschen Uni-Mädels"

Stefan L.: "Neuaubing ist ein Dorf mit vielen Nachbarn, die seit Jahren Tür an Tür leben und sich helfen."

Alexander H. freut sich, dass in Trudering "Traditionen noch ausgelebt" werden und "Gemütlichkeit kein Fremdwort" ist.

Michael A. gefallen an der Maxvorstadt "die zentrale Lage und die hübschen Uni-Mädels".

Adrian B. findet, das Beste an Obergiesing sind seine "supernetten Nachbarn".

Hans-Jörg N.: "Es ist halt immer noch, wenn auch nur in absoluter Vedünnung, das alte, aufregende Schwabing(-Freimann)."

Werner M. über Bogenhausen: "Da san mia dahoam, ein authentisches Stadtviertel, dessen Charme jeder liebt. Leider halt auch jeder Zugereiste."

Rita N. über Sendling: "Die Leute, nicht schicki-micki, aber auch nicht assig."

Enes M. gefällt an der Maxvorstadt "einfach alles": "Ich habe alles, was ich will und brauche in einem kleinen Radius von A wie Apotheke bis Z wie Zahnarzt - und das alles zu Fuß...".

Das gefällt mir an meinem Stadtteil am wenigsten

Monica G. (Altstadt-Lehel) stört an ihrem Viertel, "dass es in unserer Großstadt Obdachlose geben muss. Für diese Menschen muss mehr getan werden."

Romana K. wohnt in Milbertshofen-Am Hart und ärgert sich über "zu viele ungesittete, niveaulose, seltsame Menschen".

Deniz H. über Laim: "Vui z' vui Leid. I hob ja nix geeng Zuagroaßte. Hob sejber an Migrationshintergrund, awa in Loam oda in Münchn gibts koan Platz mea. Schaugts aich d' Mietpreise ou! Des hod scho sei Grind!" 

Toni O. stört sich am "täglichen Stau vor meiner Haustür" in Ramersdorf-Perlach.

Jürgen M. kann nur wenig Negatives über sein Viertel Untergiesing-Harlaching berichten: "Schwer zu sagen, denn meist sind es nur Kleinigkeiten, die von den positiven Aspekten des Stadtteils überdeckt werden."

Andreas M. über Au-Haidhausen: "Die Miet- und Kaufpreise bei Immobilien sind sehr hoch. Es gibt sehr viele "Latte Macchiato-Mütter", die auf niemanden Rücksicht nehmen, aber für sich jede Rücksichtnahme beanspruchen."

Norbert E. über Bogenhausen: "Zu viele Ampeln und schlechte Ampelschaltungen lassen den Verkehr morgens zusammen brechen. Fällt eine spezielle Ampel mal aus, dann fließt der Verkehr plötzlich. Auch die Abschaffung der Haltebuchten für Busse ist ein großes Manko."

"Als Normalverdiener haben Familien KEINE CHANCE in München"

Amelie S. ägert sich über "die Mietpreise und die steigende Kriminalität durch gewalttätige Jugendliche" in Berg am Laim. "Und ich möchte betonen: es sind nicht nur die Jugendlichen mit Migrationshintergrund, sondern vor allem viele einheimische Jugendliche."

Elvedin M. stören an Neuhausen-Nymphenburg "die hohen Quadratmeterpreise für Wohneigentum. Als Normalverdiener haben Familien KEINE CHANCE in München, leider!"

Michael M. über Untergiesing-Harlaching: "Zu viele Schickis in letzter Zeit, Gentrifizierung allgemein, das Bayrische stirbt aus und keiner merkt es oder will es merken, so wie von Möchtegern-OB Ude (ist ein anerkanntes Schimpfwort wie Hoeneß) gewünscht und gefördert." 

Bernd K. findet, dass in seinem Stadtteil Au-Haidhausen "das Flair ausstirbt, der Dialekt verkommt" und "die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt", weil Immobilienspekulanten den Zuzug "neureicher Nichtmünchner" fördern und der "gemütliche Originalmünchner" dadurch vertrieben wird. 

Beate H. ärgert sich in Milbertshofen-Am Hart über "zu viele Kinder, die extrem viel Lärm machen und rotzfrech sind, rücksichtslose Nachbarn, mangelnde Kontrollen durch Polizei" sowie "mangelnde Unterstützung durch Polizei und Politiker".

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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