Darunter leidet wohl vor allem der Einzelhandel

Verkehrs-Chaos im Ansage: Im Sommer ist die Stammstrecke an Wochenenden gesperrt

Wie komme ich in die Innenstadt? Das werden sich ab 31. Juli wieder viele Fahrgäste fragen.
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Wie komme ich in die Innenstadt? Das werden sich ab 31. Juli wieder viele Fahrgäste fragen.

Nichts geht mehr - heißt es in diesem Sommer an vier aufeinanderfolgenden Wochenende auf der Stammstrecke. Die wird für Bauarbeiten gesperrt. Damit scheint ein Chaos vorprogrammiert.

  • An den Sommerwochenenden droht München* ein Verkehrschaos.
  • Denn ab 31. Juli wird an vier Samstagen und Sonntagen nacheinander die Stammstrecke gesperrt.
  • Darüber ärgert sich besonders der Einzelhandel.

München - Wolfgang Fischer kann nur mit dem Kopf schütteln: „Das ist die nächste Hiobsbotschaft für die Innenstadt“, sagt der Sprecher des Verbandes der Innenstadt-Händler, City Partner

Wie berichtet, sorgt die Sperre der Trasse U3/U6 Höhe Münchner Freiheit und Universität täglich für chaotische Szenen.

Was den Geschäftsmann nun ärgert: Wie schon im Vorjahr wird die Stammstrecke gesperrt - an vier Wochenenden. Bis Ende August!

Grund sind Bauarbeiten, unter anderem werden ab dem 31. Juli (die Wochenend-Sperrungen gehen dann bis 24. August) die unterirdischen S-Bahn-Stationen modernisiert. Laut Deutscher Bahn sei übrigens geplant, dass bis 2021 alle fünf Bahnhöfe der Stammstrecke umgebaut werden.

Stammstreckensperrung: Auch Urlauber werden vor besondere Herausforderungen gestellt

Von Freitagabend bis Montagmorgen werde die Strecke zwischen Pasing und Ostbahnhof daher nicht befahren. Keine Frage: Auch für viele Urlauber, die ihre Reise per Zug am Hauptbahnhof oder am Flughafen starten wollen, wird die Sperrung eine echte Herausforderung. Chaos mit Ansage. Fahrgäste müssen auf Alternativen ausweichen oder den Schienenersatzverkehr mit Bussen nutzen. Unter der Woche fahren die S-Bahnen nach Fahrplan, nur am Stachus und am Isartor komme es zu einzelnen Ausfällen.

Beim Müllwegbringen ist ein Mitarbeiter eines Klosters in München in den Auer Mühlbach gestürzt und ertrunken. Es gibt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.

Für die ohnehin schon arg gebeutelten Innenstadt-Händler verschärft sich die Situation. „92 Prozent unserer Kunden kommen nicht mit dem Auto“, sagt Fischer - sondern überwiegend mit dem öffentlichen Nahverkehr. „Unser Einzugsgebiet ist nun mal die Region.“ Weiteres Problem: Auch die U3 und U6 ist zwischen Münchner Freiheit und Universität zu dieser Zeit dicht! „Das schmerzt. Und von den Touristen brauchen wir gar nicht reden, die brechen als Kunden derzeit total weg.“

Zukunftsmusik: So soll der Bahnhof Rosenheimer Platz nach der Modernisierung aussehen.

Stammstreckensperrung: Kostenlose Ersatzmöglichkeiten angeregt

Fischer räumt ein, dass die Bauarbeiten notwendig seien. Und dass sie nun mit der Corona-Pandemie zusammenträfen, sei unglücklich. Gleichwohl sieht er eine Möglichkeit, den Händlern zu helfen: „Wir hätten es im Vorjahr schon gut gefunden, wenn die Bahn ihren Kunden einen Anreiz geboten hätte. Der Schienenersatzverkehr ist ja schon eine Zumutung. Daher wäre es doch gut, wenn man zumindest an den Sperr-Wochenenden den Menschen ermöglicht, kostenlos in die Innenstadt zu fahren.“ (S. Karowski) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Fleißig gebaut wird seit einiger Zeit auch am Hauptbahnhof*. Hier entsteht eine zweite Stammstrecke*, um mehr Entlastung zu schaffen.

Als Prominenter kann es alles andere als ein Vergnügen sein, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen.

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