Wenn man das genauer wüsste...

Vielleicht lieber doch nicht anfassen? Studie verrät unangenehme Wahrheit über Münchner Wahrzeichen

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Eine Passantin berührt den Löwenkopf vor der Münchner Residenz.

Ein britisches Gesundheitsunternehmen hat europäische Denkmäler untersucht. In München machten die Experten eine bemerkenswerte Entdeckung. 

München - Am Tor der Münchner Residenz sitzen zwei prächtige Löwen aus Bronze. Die statischen Raubtiere halten eine Tafel vor sich, die in einen Löwenkopf enden. Diesen zu berühren soll Glück bringen. Deshalb glänzt die Stelle besonders.

Doch eine Studie will jetzt herausgefunden haben, dass es Unglück bringen kann, die Glücksbringer anzufassen. Stellen, die von vielen verschiedenen Menschen häufig berührt werden, dienen als Austauschplattform für Bakterien.

München: Bakterien auf berühmter Statue festgestellt

Das Gesundheitsunternehmen Atlas Biomed hat verschiedenste berühmte Statuen in Europa auf Krankheitserreger untersucht. Die Forscher testeten 22 Denkmäler in 13 Ländern, darunter auch die Löwenstatue am Trafalgar Square in London und die Julia-Statue in Verona.

In München unterzog man den Sitzenden Keiler und die Wels-Skulptur vor dem Deutschen Fischerei- und Jagdmuseum und den beiden Löwen vor der Residenz einem Bakterientest.

Münchner Löwen vor der Residenz tragen Pseudomonas-Bakterien

Die europaweite Studie hat ergeben, dass die meisten Bakterien auf den Denkmälern harmlos sind. Einige können unter Umständen jedoch lebensbedrohliche Krankheiten hervorrufen. Die Bakteriengattung der Pseudomonas können zu leichten äußeren Infektionen an Ohren oder Haarwurzeln führen. Es kann aber auch zu inneren Infektionen an der Lunge, den Herzklappen oder im Blut kommen.

An den Löwen vor der Münchner Residenz wiesen die Forscher die Pseudomonas-Bakterien nach. Der Keiler und der Wels sind laut den Ergebnissen nicht betroffen.

Bakterien sind immer in unserer Umgebung. Aber wie gefährlich sind die Keime wirklich?

„Nicht jedes Bakterium macht krank“

Zu sehr müsse man sich vor den Bakterien nicht fürchten, entwarnt Sergey Musienko, CEO von Atlas Biomed: „Die Vielfalt der Mikroorganismen, die im, auf und um den Menschen herum vorkommen, ist ein wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Gesundheit. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass nur, weil ein Bakterium das Potenzial hat, uns krankzumachen, es nicht bedeutet, dass man es auch wird. Es gibt viele Faktoren, die in diese Gleichung einfließen, wie die Menge der vorhandenen Bakterien oder wie stark oder schwach das Immunsystem einer Person ist, die die Denkmäler berührt.“

Dennoch sei es ratsam, sich nach dem Berühren der Denkmäler die Hände zu waschen, so die Forscher. Auch auf vielen anderen Denkmälern in Europa konnten Bakterien nachgewiesen werden. Die Karte zeigt, wo sich welche Erreger tummeln.

Karte der Bakterienverteilung auf europäischen Denkmälern

Für viele Besucher und Einheimische gehört der Friedensengel zu den spannendsten Sehenswürdigkeiten, die München zu bieten hat. Ein Mann sieht das anders.

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