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Gericht stellt milde Strafe in Aussicht 

Münchner Taxler wollte Terrorist werden: 32-Jähriger war fast in Syrien - dann kehrte er zurück 

Der Taxifahrer musste sich nun vor Gericht verantworten. 
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Der Taxifahrer musste sich nun vor Gericht verantworten. 

Ein 32-jähriger Taxifahrer aus München radikalisierte sich und wollte für den Islamischen Staat sterben. An der Grenze zum Kriegsgebiet machte er einen Rückzieher. Nun steht er vor Gericht. 

München - Was macht einen liebevollen Vater, Ehemann und fleißigen Taxifahrer zum Terrorkämpfer? Yousif G. (32) soll genau diese Wandlung vollzogen haben. Der Münchner radikalisierte sich über Videos im Internet. So sehr, dass er für den Islamischen Staat in Syrien hätte sterben wollen. Doch an der Grenze zum Kriegsgebiet machte er einen Rückzieher - und entschied sich für ein Leben mit seiner Familie. Trotzdem muss sich Yousif G. vor dem Münchner Landgericht verantworten. 

Als kleiner Junge kam Yousif G. mit seinen Eltern aus Afghanistan nach Deutschland. In München wuchs er behütet auf, machte seine Mittlere Reife, lernte Speditionskaufmann. Als Taxifahrer verdiente er bis zu seinem Verschwinden den Lebensunterhalt für seine Frau und die beiden Kinder (5 und 3). Doch 2016 kapselte sich Yousif G. plötzlich ab. 

Vor Gericht: „Der Angeklagte hat sich im stillen Kämmerlein radikalisiert“

Er beschäftigte sich intensiv mit dem Islam, sagte ein Kriminalpolizist gestern als Zeuge aus. Doch seine Familie interessierte sich nicht für die extremen Weltanschauungen. Der Beamte: „Der Angeklagte hat sich im stillen Kämmerlein radikalisiert.“ Mit dem bekanntesten deutschen Salafisten Pierre Vogel nahm G. sogar Kontakt per E-Mail auf. Am 6. September 2017, einen Tag bevor er den Flieger in die Türkei bestieg, gab G. sein Taxi zurück. Begründung: Er wolle Urlaub machen. 

In der Wohnung im Hasenbergl hinterließ er Abschiedsbriefe an seine Frau, die Kinder und an seine Eltern. Darin schrieb er: „Der Dschihad (heiliger Krieg, Anm. d. Red) ist eine von Allah auferlegte Pflicht.“ Auch eine To-Do-Liste fanden die Ermittler. Auf einem Zettel notierte er beispielsweise, dass er den Handyvertrag kündigen und seiner Frau wichtige Passwörter hinterlassen müsse. Für die Staatsanwaltschaft ist klar: Yousif G. hat sich auf eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet. 

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Dank Geständnis: Gericht stellt milde Strafe in Aussicht

G. beteuert, anfangs habe er aus humanitären Gründen ins Kriegsgebiet reisen und helfen wollen. „Die Bilder von Verwundeten und Kindern, die plötzlich zu Waisen wurden, machten mich traurig. Ich fühlte mich verpflichtet“, beschreibt er seine Beweggründe, gibt aber zu: „Meine Ansichten wurden extremer. Durch die Videos habe ich Kampfgedanken entwickelt.“ Mit Hilfe der Polizei spürte die Familie Yousif G. in der Türkei auf. In Istanbul kam es zum Treffen. Und G. entschied sich zur Heimkehr. Am Münchner Flughafen wurde er verhaftet. 

Weil Yousif G. seine Pläne gestanden hat, hat ihm das Gericht eine milde Strafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung in Aussicht gestellt. Ein Urteil soll nächste Woche fallen. 

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