Der Frust der Fahrer

Angst vor Uber & Co.: Taxler demonstrieren gegen Pläne des Verkehrsministers

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Etwa 100 Demonstranten haben sich gestern vor der CSU-Zentrale versammelt.

Die Taxler bangen um ihre Existenz. Der Grund: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will privaten Fahrdiensten wie Uber und Co. die Arbeit erleichtern. 

München - Seit Mitte Februar das sogenannte „Eckpunktepapier“ zum Personenbeförderungsrecht von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) öffentlich wurde, sind die Taxifahrer alarmiert. Das Papier erleichtert privaten Fahrdiensten wie Uber die Arbeit. Weil diese Fahrdienste somit künftig eine noch größere Konkurrenz zum Taxigewerbe darstellen, haben gestern bundesweit Taxler gegen Scheuers Pläne demonstriert. So auch in München vor der CSU-Parteizentrale an der Mies-van-der-Rohe-Straße.

Dort hatten sich etwa hundert Taxler zur Mahnwache versammelt. Konkret will Scheuer die Auflagen privater Fahrdienste lockern. Darunter fällt etwa die Pflicht, nach jeder einzelnen Fahrt zurück zum Hauptstandort fahren zu müssen. Taxis müssen das nicht. 

„Das ist unser einziger Schutzschild“, schimpft Taxiunternehmer Osamah Abass (46). Schließlich haben Taxifahrer bestimmte Auflagen, die für die Privaten nicht gelten. Sie sind per Gesetz dazu verpflichtet, jeden potenziellen Fahrgast mitzunehmen. Taxler sind außerdem preislich an Tarife gebunden. „Wir fordern, dass das Eckpunktepapier überarbeitet wird. Es berücksichtigt uns Taxifahrer überhaupt nicht“, sagt Gregor Beiner (33), Vorstand des Münchner Taxiverbands. „Die Mahnwache heute war erst die Auftaktveranstaltung, weitere folgen!“

Das sagen die Taxler 

Die Stadt ist jetzt schon voll mit Uber-Autos. Diese halten sich größtenteils nicht an ihre Pflicht, nach jeder Fahrt zu ihrem Standort zurückfahren zu müssen. Wenn diese Regelung auch noch aufgehoben wird, fällt der einzige Schutzschild weg, den wir Taxifahrer Uber gegenüber noch haben.

Osamah Abass (46), Taxiunternehmer

Osamah Abass (46), Taxiunternehmer.

Die Taxis werden zu einer Nische: Wir Taxifahrer müssen uns an andere Regeln halten wie private Fahrdienste. Wir müssen jeden potenziellen Fahrgast mitnehmen, müssen uns preislich an den Tarif halten und jede einzelne Straße in München kennen – Uber nicht. Mit dem neuen Gesetz werden Taxis zur Nische!

Brigitte Veneri (72), Taxifahrerin

Die Taxis werden zu einer Nische, meint Brigitte Veneri (72), Taxifahrerin.

Wir Taxler gehören zur Grundversorgung, ohne die das Gemeinwesen nicht funktioniert. Und wir halten uns an Regeln. Wir haben eine Tarifbindung. Die besagt, dass eine Fahrt vom Flughafen zur Bauma 67 Euro kostet. Uber verlangt viel mehr!

Werner Hillermann (59), Taxiunternehmer

Eine Gesellschaft braucht Regeln.

Seit Jahren demonstrieren die Münchner Taxler gegen den umstrittenen Fahrdienstleister Uber. Mit einem Auto-Corso gab es schon 2014 Proteste in München, wie tz.de* berichtet. Mit einer Sternfahrt legten die Taxifahrer 2017 die Innenstadt lahm. Ein Gast bei der Digital-Konferenz DLD sorgte 2018  für Aufruhr bei Münchens Taxlern. Grund: Uber-Chef Dara Khosrowshahi zählt zu den Rednern.

 laf

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