Für Touristen und Einheimische

Stadtführer verraten sieben München-(Geheim-)Tipps

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Zum Lachen gehen Sie nicht in den Keller, sondern in den Turm im Isarturm. Darin befindet sich das witzige "Valentin-Karlstadt-Musäum".

München - "Zuagroaste" zeigen ihren München-Besuchern den Marienplatz, Viktualienmarkt und das Deutsche Museum. Münchner Stadtführer haben andere Orte im Sinn.

1. Das "Valentin-Karlstadt-Musäum"

Wenn Sie in Münchens Altstadt vor dem Isartor stehen, blicken Sie hoch zur Uhr des Südturms. Die Zeiger bewegen sich rückwärts. Das ist nur logisch, schließlich befindet sich in diesem Turm das "Valentin-Karlstadt-Musäum" (diese Schreibweise ist Absicht). Es würdigt den Komiker und Volkssänger Karl Valentin und seine Partnerin Liesl Karlstadt. Nur wer gegen "299 Centerl" durch die Ausstellung mit "5000 Wahnsinns-Ideen" geht, gelangt über eine Wendeltreppe in das Turmstüberl unterm Dach. Ein skurriler Ort für ein Haferl Kaffee oder ein Weißbier. Im Turmstüberl existiert kaum ein Quadratzentimeter, der nicht mit bayerischem Krimskrams und kleinen, gerahmten Bildern zugehangen ist.

Merken Sie sich diese Termine im Turmstüberl, die das Kulturreferat der Stadt München anbietet: montags 15. Juni, 20. Juli, 21. September, 19. Oktober, 16. November und 14. Dezember (jeweils 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr). Sie haben dann die Gelegenheit, mit Wildfremden bairisch-münchnerische Lieder zu singen. Es ist dabei "vollkommen wurscht, ob Sie die Töne treffen. Hauptsache, Sie haben eine Gaudi dabei", erklärt der Münchner Sänger und Kabarettist Jürgen Kirner das "Turmsingen".

Tipp von Eva Strauß (Stattreisen München) und den Stadtführern von Weis(s)er Stadtvogel München 

2. Der Kabinettsgarten hinter der Residenz

Der Lieblingsplatz vieler Münchner ist zu Recht der prächtige Hofgarten, der zur Residenz gehört. Was manche nicht wissen: Durch den Kabinettsgarten, den kleinsten öffentlichen Garten im Münchner Zentrum, spazieren weniger Einheimische und Touristen. Herrlich.

Werfen Sie einen Blick in die Allerheiligen-Hofkirche. Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen verrät, warum diese Kirche überhaupt gebaut wurde: Kronprinz Ludwig von Bayern soll 1823 nach Palermo gereist sein. Er soll die Christmette in der Palastkapelle besucht und dann tief beeindruckt gerufen haben: "Solch eine Schlosskapelle will ich haben!"

#kabinettsgarten #munich

Ein von @_anjasta gepostetes Foto am

Tipp von Eva Strauß (Stattreisen München)

3. Dachterrasse vom Bayerischen Hof

Um sich einen Überblick über München zu verschaffen, kraxeln viele Touristen die 306 Stufen vom Alten Peter hoch, um mit ihren Smartphones und Spiegelreflexkameras schöne "München von oben"-Bilder zu machen. Das Treppenhaus des Turms ist leider eng und fühlt sich für Menschen mit Klaustrophie gruselig an. Komfortabler ist es, in den Lift vom Olympiaturm einzusteigen oder in den des Bayerischen Hofes.

Die Stadtführer von Weis(s)er Stadtvogel empfehlen die Hotel-Terrasse nicht nur wegen der schönen Weitsicht, sondern auch wegen der Getränkekarte. Wer hierbei Werbung für Barkeeper-Kreationen vermutet, liegt komplett falsch. Auf der Rückseite der Karte sind nämlich alle Sehenswürdigkeiten markiert, die von oben zu sehen sind.

Tipp von den Stadtführern von Weis(s)er Stadtvogel

4. Bratwurst Glöckl am Dom

Um das Biertrinken zum Event zu machen, brauchen Sie nicht auf die Wiesn zu warten oder für einen Tisch im Hofbräuhaus anstehen. Die Stadtführer von Weis(s)er Stadtvogel München empfehlen Ihnen, ein Bier bei Münchens letztem Stehausschank am Frauenmarkt Nummer 9 zu bestellen: dem urigen Nürnberger Bratwurst Glöckl am Dom, das der Münchner Wirt Simon Bäumler gründete. Hier bekommen Sie Ihr Augustiner durch die Luke gereicht – und sparen das Serviergeld. Aber wie der Name Stehausschank schon sagt: Sie stehen, Sie sitzen nicht.

Übrigens ist das Haus, in dem das Bratwurst Glöckl zuhause ist, älter als die Frauenkirche.

Tipp von den Stadtführern von Weis(s)er Stadtvogel München 

5. Der Finanzgarten

Der Münchner Finanzgarten.

Den Finanzgarten kennen Sie aus der Konzertsaal-Debatte in München. Haben Sie schon einmal dort unter einem Baum gesessen und sich ausgeruht? Er ist ein hügeliger, ruhiger und verwunschener Platz in München zwischen dem Hofgarten und Englischen Garten. Der Finanzgarten heißt so, weil im nahen Prinz-Carl-Palais der Finanzminister gewohnt hatte, wie Stadtführerin Eva Strauß erklärt. Die Münchner nennen den kleinen Garten verniedlichend Finanzgärtchen oder Dichtergarten. Lyriker und Schriftsteller wie Heinrich Heine stehen dort in Bronze und Stein. Und wenn Sie schon einmal dort sind, gehen Sie noch ein Stück weiter über den Oskar-von-Miller-Ring in die Königinstraße – vor allem, wenn Sie ein Berliner sind. Gegenüber vom Amerikanischen Konsulat steht ein Stück der Berliner Mauer. Ein bisschen Bundeshauptstadt in der bayerischen Landeshauptstadt.

Tipp von Eva Strauß (Stattreisen München)

6. Der Kiosk Fräulein Grüneis

Wenn Sie als Nicht-Münchner Münchner besuchen, bestehen Sie darauf, den Eisbach zu sehen. Die Surfer treffen Sie später bei Fräulein Grüneis wieder. So heißt ein Kiosk, zu dem ein Münchner Ehepaar ein marodes Toilettenhäuschen im Englischen Garten umgebaut hat.

#Fräuleingrüneis #München #englischergarten #eisbach #kindofspring #brunch #germany #yummy #interior4all #decoration #surfing #interior

Ein von IᔕᗩᗷEᒪᒪᗩ (@lushblushhh__) gepostetes Foto am

Für die Stadtführer von Weis(s)er Stadtvogel München ist dieser Kiosk am Eisbach eine Alternative zum Biergarten am Chinesischen Turm – auch was das Essen angeht. Neben der Brotzeit mit Essiggurken, Kartoffelsalat und gebratener Regensburger, gibt's Unbayerisches wie Hummus mit Pitabrot und orientalisches Bio-Lamm.

Fräulein Grüneis hat montags bis freitags von 8 Uhr bis kurz nach Dunkelheit geöffnet, samstags öffnet der Kiosk zwei Stunden später.  

Tipp von den Stadtführern von Weis(s)er Stadtvogel München 

7. Väterchen Timofej

Im Olympiapark gibt es einen zauberhaften Ort, den Sie gesehen haben müssen. Er liegt nahe des Tollwood-Geländes. Es ist das frühere Zuhause des russischen Kriegsvertriebenen Timofej Wassiljewitsch Prochorow, den die Münchner Väterchen Timofej nannten. In den Bäumen vor der Hütte, in dem Väterchen Timofej mit seiner Natascha lebte, hängen noch immer Weihnachtskugeln, Schnuller, künstliche Blumen und rote Schleifen. Inzwischen ist diese Hütte ein Museum.

Der liebenswürdigste Schwarzbau in #München: Väterchen Timofei im #Olympiapark

Ein von Christian Gries (@cogries) gepostetes Foto am

Auf diesem Archivfoto sehen Sie Väterchen Timofej  in seiner Ost-West-Friedenskirche.

Die von Väterchen Timofej selbstgebaute Kapelle – die Ost-West-Friedenskirche – ist Kult. Denn er hatte sie aus Plunder und herumliegendem Schutt aus dem Zweiten Weltkrieg gebaut, nachdem ihm dort die heilige Maria auf dem Oberwiesenfeld erschienen war. Die Kuppel hatte er mit glitzerndem Schokoladenpapier ausgekleidet. Sein Schwarzbau wirbelte die Planungen für Olympia 1972 durcheinander. Eigentlich sollte Väterchen Timofei das Feld räumen. Aber Anwohner protestierten, so durfte er bleiben. Die Architekten planten für die Olympischen Spiele um ihn herum. Väterchen Timofej starb 2004 als bis dahin ältester Münchner, er wurde 110 Jahre alt.

Tipp von den Stadtführern von Weis(s)er Stadtvogel München 

sah

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