Nach mehr als 30 Jahren

„Macht keinen großen Sinn“: Wirt von Münchner Traditions-Gasthaus gibt auf - sein Nachfolger ist kein Unbekannter

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Der langjährige Wirt Paul Pongratz vor dem Hackerhaus.

Wirte-Wechsel in der Innenstadt: Hackerhaus-Chef Paul Pongratz hört nach 36 Jahren auf - sein Nachfolger äußerte sich bereits zu seinen Plänen.

  • Paul Pongratz wird das Hackerhaus an der Sendlinger Straße nicht weiterführen.
  • Den privaten Grund für seinen Rückzug nannte er im Gespräch mit der tz.
  • Pongratz Nachfolger sagte zu der Übernahme: „Wenn’s was wird, freue ich mich sehr.“

München - Hackerhaus-Wirt Paul Pongratz (54) hört nach 36 Jahren auf – Lorenz Stiftl (55) übernimmt das Gasthaus an der Sendlinger Straße. Ganz offiziell ist das zwar noch nicht, aber die Einladung zur Pressekonferenz am nächsten Mittwoch spricht eine eindeutige Sprache: Angekündigt sind die bisherigen Wirtsleute Paul und Jutta Pongratz, der designierte Wirt Lorenz Stiftl und Hacker-Pschorr-Chef Andreas Steinfatt.

Paul Pongratz bestätigte am Donnerstag seinen Rückzug gegenüber der tz. Grund sei die Erkrankung seiner Frau Jutta (53). Diese hatte vor zwei Monaten einen Herzinfarkt erlitten. Nach der anschließenden Operation, bei der die Ärzte ihr drei Stents gesetzt haben, sei an Arbeit erst einmal nicht mehr zu denken: „Ohne sie macht das keinen großen Sinn“, sagte Pongratz. Sie habe eine stark verminderte Herzleistung und werde bald auf Reha gehen. Die Eheleute hatten das Hackerhaus 1985 übernommen – nun hören sie auf, die Gesundheit geht vor.

Lorenz Stiftl im Spöckmeier

Baustelle in Fußgängerzone wohl Grund für Mäuseplage im Hackerhaus

Stiftl wird, wie es aussieht, die Lücke im Herzen der Innenstadt schließen. Er äußerte sich am Donnerstag aber noch zurückhaltend. Doch: „Wenn’s was wird, freue ich mich sehr – gerade auch, weil ich meine Metzgerei ausbaue.“ Auch Steinfatt ist glücklich mit der Konstellation: „Wir freuen uns, dass sich durch die Zusammenarbeit langjähriger Partner eine für alle Beteiligten sehr gute Lösung abzeichnet.“

Pongratz hatte zuletzt nicht nur wegen des Gesundheitszustands seiner Frau zu kämpfen – es gab in der Vergangenheit auch immer wieder Reibereien mit den Kontrolleuren des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Denn: Es hatte ein Mäuseproblem gegeben. Die Nager suchten wohl in der Küche des Hackerhauses Unterschlupf, nachdem die Bauarbeiten für die Fußgängerzone sie aus dem Erdreich gescheucht hatten, so Pongratz. Dabei hatte der Wirt, der als CSU-Abgeordneter im Bezirksausschuss Altstadt-Lehel sitzt, jahrelang für die Fußgängerzone an der Sendlinger Straße getrommelt. Nun, wo sie endlich fertig ist, räumt der Wirt das Feld.

Hacker-Pschorr-Chef Andreas Steinfatt

Stiftl übernimmt Hackerhaus -  Wiesn-Wirtin im Spöckmeier?

Für Lorenz Stiftl kommt die Gelegenheit günstig. Seit 2002 ist der gebürtige Rockoldinger (bei Ingolstadt) in München ansässig. An der Rosenstraße führt er die Traditionsgaststätte Zum Spöckmeier. Doch das muss nicht so bleiben: Am Gasthaus, das 1450 zum ersten Mal erwähnt wurde, hat Wiesn-Wirtin Arabella Schörghuber reges Interesse angemeldet. „Ich würde mich gerne noch vergrößern“, bestätigte die 52-Jährige kürzlich im tz-Interview. Noch sei zwar nichts entschieden. Doch eine traditionelle Gaststätte wie der Spöckmeier würde ihr sehr gut gefallen. Ihre Kinder Ramona (22) und Alexander (20) sollen dann voll ins Geschäft einsteigen. Wer zum Ende des kommenden Jahres den Zuschlag für den Spöckmeier bekommt, entscheidet die Paulaner-Brauerei. Und der bisherige Spöckmeier-Wirt Stiftl hat ja bald eine neue Wirkungsstätte…

Der Name des Hackerhauses geht auf den Brauer Simon Hacker zurück, der die Gaststätte im Jahre 1738 erworben und ihr den Namen Hacker Bräu gegeben hatte. 

Severin Heidrich

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