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Sind die Strafen zu niedrig? 

Trotz Verwarngeld: Immer mehr Geisterradler in München - Polizei nennt  Gründe

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Geisterradeln kann tödlich sein: Weder solche Aktionen des ADFC noch das Verwarngeld zeigen bisher Wirkung. 

Immer mehr Münchner setzen auf das Fahrrad, doch nicht alle halten sich dabei an die Verkehrsregeln. Trotz Verwarnungsgebühr steigt die Zahl der Geisterradler. 

München - Seit fünf Jahren gibt es das Verwarngeld für Geisterradler. Die Zahl der Radlfahrer, die auf Radwegen in die falsche Richtung fahren oder verkehrswidrig den Gehweg nutzen, steigt dennoch. 581 teils schwere Unfälle waren laut Verkehrsbericht 2018 in München die Folge.

München: Geisterradler bei Verstößen oft uneinsichtig

Es ist 11 Uhr morgens, als sich die Verkehrspolizisten der Moosacher Polizeiinspektion 44 an der Dachauer Straße bereit machen. Geahndet wird neben Rotlichtverstößen und dem Fahren auf dem Gehweg auch das sogenannte „Geisterradeln“. Auf Verständnis hoffen die Polizisten vergebens: „In den meisten Fällen sind die Radler absolut uneinsichtig“, sagt Polizeioberkommissar Sven Weske, Leiter der Verkehrsabteilung.

München: Geisterradler aus Bequemlichkeit

Während einer der ersten Geisterradler seinen Fehler zerknirscht zugibt, sieht es bei den nächsten Radlern ganz anders aus. Nur anonym geben sie die Gründe für ihr unbedachtes Handeln zu Protokoll: Faulheit, Zeitdruck, barrierefreies Fahren und lange Wartezeiten an Ampeln.

Dass Radlern nicht generell erlaubt wird, entgegen der Fahrtrichtung zu fahren, ist vielen ein Dorn im Auge. Nicolas Huy gehört dazu. Der 40-Jährige ist schnell mit seinem Radl unterwegs – entgegen der Fahrtrichtung. Rund 15 000 Kilometer legt der ehrgeizige Münchner jährlich in der Stadt und auf dem Rennrad zurück: „Ich fahre viel Rad und bin überzeugt, dass ich Gefahrensituationen schnell genug erkenne und entsprechend reagiere“, glaubt er. Mit der Unaufmerksamkeit der anderen rechnet Huy nicht.

Schnell werden so auch andere Radlfahrer zum Opfer heranrasender Geisterradler: „In einem Fall trugen beide Fahrradfahrer keinen Helm“, sagt Polizeihauptmeisterin Peschick. In voller Fahrt prallen die Radler mit den Köpfen zusammen. Die Folgen sind besonders schlimm: Schwerste Schädelverletzungen mit unabsehbaren Langzeitfolgen. Während der Kontrolle appellieren die Polizisten geduldig an die Vernunft der Radler. Meist erfolglos.

Kurioser Schnappschuss aus München: Ein junger E-Scooter-Fahrer bereichert die Mobilitätswende um eine höchst kuriose Dimension.

München: Geisterradler haften für Unfallfolgen

Das Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro soll seit 2014 den Ernst der Lage unterstreichen. Gefährdet der Geisterradler andere oder verursacht einen Unfall, kann es auf 35 Euro steigen. Zusätzlich haftet der Radler für die Unfallfolgen. Wer die Verwarnung vor Ort ablehnt, muss ein Bußgeldverfahren in Kauf nehmen und damit weitere 28,50 Euro an Gebühren und Auslagen. Weitere Schwerpunktkontrollen im Stadtgebiet sind geplant – es rechnet sich also, auf der richtigen Seite zu fahren.

NICOLE ZOBEL

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Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern steigt stetig. Viele Münchner - Fahrradfahrer ignorieren Verkehrsregeln bewusst. Doch die Polizei stoppt Radlrambos rigoros. 

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