Quer durch München und das Umland

A scheena Stress für die Schäffler: Wir waren von morgens bis nachts mit der Gaudi-Truppe unterwegs

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Super Stimmung im Bus.

Das war ein Termin für eine rasende Reporterin! Annabell Pazur war am Samstag einen Tag lang mit den Schäfflern unterwegs, von in der Früh um halb acht bis in die Nacht, quer durch München und das Umland.

München - Unsere Reporterin lernte die Gaudi-Truppe kennen, die alle sieben Jahre Saison hat – darunter auch den Kasperl. Die Schäffler haben eine Gaudi an ihrer Tradition – aber auch ganz schön Stress:

Reporterin Annabell Pazur lernte die Gaudi-Truppe kennen, darunter auch den Kasperl, der ihr an die Nase langt.

Acht Uhr morgens am Samstag, die Altstadt liegt in tiefer Stille. Außer im Augustiner in der Neuhauser Straße, da geht’s hektisch zu. Eine Holztreppe führt zur „Schäffler-Herberge“, wo sich rund 20 Männer für einen langen Tag bereit machen. Acht Auftritte stehen heute an. Aber erst einmal werden die Schnapsglasl getestet – nein, nicht der Schnaps! Schließlich müssen die Glasl in den Schäfflerreifen halten, wenn diese durch die Luft gewirbelt werden. 

Auftritt bei Opel Häusler im Münchner Westend.

Dann geht’s raus auf die Straße mit der Blaskapelle – ein Trupp von 40 Leuten mit 25 Schäfflern und Musikanten, und rein in den eigenen Schäffler-Bus zum ersten Auftritt im Westend. Der ist bei Opel Häusler an der Landsberger Straße 83–87. Es ist auch ein bissl wie Warmlaufen. Ernst wird es ab 25. Januar: „Das geht dann fast sechs Wochen lang bis Faschingsdienstag mit fast 400 Auftritten in und um München“, lacht der erste Reifenschwinger und Tourneeleiter Christian Härtl (51). „Das schweißt ganz schön zusammen.“ Tanzen, Musizieren, wieder zusammenpacken und weiter nach Dachau. Normaler­weise eröffnet das Münchner Kindl den Tanz, doch hier übernimmt das Susanne Gitt. Sie war 1998 das Münchner Kindl. Gscheid kalt ist’s, aber Tänzer Martin Stefer sagt: „Das tut uns nichts, wir sind warm angezogen und bewegen uns. Aber die Musiker sind arme Schweine.“ Bis Punkt zwölf schaffen’s die Schäffler nicht auf den Münchner Marienplatz, aber fast. 

Am Abend der Höhepunkt: Auftritt auf dem Nockherberg, 20.30 Uhr: der Tanz der Schäffler. 

Danach geht’s weiter zum Wiener Platz, der Fasanerie, in die Blumenau und retour zum Mariahilfplatz. Erst gegen 18 Uhr gibt’s eine kurze Verschnaufpause. Dann der Höhepunkt am Abend: der Auftritt zum ersten Balltanz der Saison auf dem Nockherberg. So ganz passen die Schäffler da nicht rein, sagt auch Vorstand Willi Schmid. Denn: „Der ursprüngliche Sinn war ja, die Menschen auf die Straße zu holen, um ihnen nach der Pest-Zeit eine Freude zu machen.“ Diesmal treten sie drin auf – aber das mit der Freude klappt trotzdem.

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