Aus für umstrittenen Fahrschein

Jetzt ist Schluss mit dem Unsinns-Ticket: Aus für die Bahnsteigkarte in München

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Nur noch bis zum 1. August bietet der MVV die Bahnsteigkarte an – danach ist sie ein Fall fürs Museum. 

Der Münchner Verkehrsverbund (MVV) schafft die umstrittene Bahnsteigkarte ab. Ab dem 1. August kann sich dann theoretisch ein jeder im Bereich der Bahnsteige aufhalten, auch wenn er nicht im Besitz eines gültigen Tickets ist.

München - Ausnahmen soll es bei Kontrollen in den Sperrengeschossen geben, die hin und wieder beispielsweise am Marienplatz oder am Sendlinger Tor durchgeführt werden.

Wer dann keinen Fahrschein hat, aber zum Bahnsteig will, weil er etwa jemanden abholen möchte, erhält einen kostenlosen Passierschein, der ab da 30 Minuten gültig ist. Auf diese Kontrollen soll vor Ort rechtzeitig hingewiesen werden.

Jetzt ist Schluss mit dem Unsinns-Ticket: Aus für die Bahnsteigkarte

Die Bahnsteigkarte kostet 40 Cent und muss laut Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im „fahrscheinpflichtigen Bereich“ erworben werden. Dazu zählen sowohl die rund 100 U- als auch die acht S-Bahnhöfe im Tunnel der Stammstrecke. Jährlich werden etwa 15 000 Bahnsteigtickets verkauft.

Das Billet war allerdings in die Kritik geraten, zuletzt etwa durch den Fall des Münchners Maximilian Jacob. Der 25-Jährige hatte seine Freundin abends, gegen 22.30 Uhr, zur U-Bahn gebracht, wollte sichergehen, dass die Dame auch gut nach Hause kommt. Auf dem Bahnsteig wurde das Paar kontrolliert, Jacob hatte weder eine Fahr- noch eine Bahnsteigkarte. Die Folge: Jacob musste wie ein Schwarzfahrer 60 Euro Strafe zahlen. OB Dieter Reiter (SPD) sprach wenig später von einem „Anachronismus, der überdacht werden muss“. Der Rathauschef forderte die Abschaffung der Bahnsteigkarte, einen Tag später stellte auch die CSU-Stadtratsfraktion einen entsprechenden Antrag.

Bahnsteigticket in München abgeschafft - so reagiert OB Reiter

Reiter sagte gestern: „Ich freue mich, dass wir auf meine Initiative die Bahnsteigkarte jetzt abgeschafft haben. Die Abschaffung ist für mich die richtige Konsequenz, die Bahnsteigkarte passt einfach nicht in ein modernes und kundenfreundliches Tarifsystem.“ MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, MVG-Chef Ingo Wortmann und S-Bahn-Chef Heiko Büttner begrüßen die Abschaffung: „Die Bahnsteigkarte war ein Überbleibsel aus den Anfangsjahren des Verbundes“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Verkehrsbetriebe seien zudem erfreut, dass eine pragmatische Lösung gefunden wurde. „Mit den künftig veränderten Sperrenkontrollen ist es trotz Abschaffung der Bahnsteigkarte möglich, Schwarzfahrer zu identifizieren und so vor allem ehrliche Fahrgäste zu schützen.“

Bis zum 1. August würden nun die Tarifbestimmungen entsprechend angepasst und die Bahnsteigkarten sukzessive aus den Automaten entfernt.

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