Das Projekt „Wohnen für alle“ macht Hoffnung

München und die Miete: Es geht auch bezahlbar

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Das sind Wohnungen in der Schittgablerstraße. 

Das Projekt „Wohnen für alle“ lässt Geringverdiener hoffen. Vor allem zeigt es eins: Wohnen geht in München auch zu humanen Preisen...

München - Das Projekt „Wohnen für alle“ soll bezahlbare Mieten bieten. Seit dem Stadtrats-Beschluss von 2016 sind bisher 791 Wohnungen in zehn Anlagen entstanden. Bis 2020 sind insgesamt 3000 Wohnungen geplant. Mietpreis: 9,55 Euro pro Quadratmeter. Die tz traf eine glückliche Mieter-Familie und besuchte weitere Projekte.

Alina Alexa ist glücklich: Sie kann mit ihrem Sohn Alex (3) jetzt für rund 700 Euro Warmmiete in der Gärtnerstraße leben. Vor einem Jahr ist die gebürtige Rumänin in die Wohn-Anlage gleich beim O2-Tower im Münchner Norden gezogen. „Ich habe mich beworben, und es hat sofort geklappt“, strahlt sie über ihr Zuhause in der Gärtnerstraße. Die Wohnanlage ist er erste privat geförderte Bau des Projekts Wohnen für alle.

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Vor ihrem Umzug lebte sie mit ihrem Sohn fast sieben Jahre am Harras – hier nur in einer Ein-Zimmer-Wohnung. „Das war einfach viel zu klein. Und jetzt bin ich sehr froh. Uns beiden gefällt es hier sehr gut – und ab 26. September geht mein Alex in den Kindergarten, der ist gleich die Straße runter.“

Wohnungen sind sehr viel preiswerter

Insgesamt 143 Wohnungen sind zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 hier in der Gärtnerstraße gebaut worden: 75 Einzimmer-Wohnungen mit jeweils 23 Quadratmetern, 34 Zweizimmer-Wohnungen mit einer Größe zwischen 44 und 54 Quadratmetern – und nochmal 34 Dreizimmer-Wohnungen zwischen 61 und 69 Quadratmetern. Die Wohnungen des gesamten Projekts sind ein bisserl kleiner als marktüblich – aber dafür kompakter. Und vor allem: sehr viel preiswerter. Zum Vergleich: Im Schnitt zahlt man derzeit in der Stadt pro Quadratmeter 19,65 Euro…

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Im Beispiel der Wohnanlage am Frankfurter Ring ist eine Zwei-ZimmerWohnung nur 49 Quadratmeter groß – das sind rund sieben Quadratmeter weniger als in einer durchschnittlichen Zweizimmer-Wohnung.

Alina Alexa (41) und ihr Sohn Alex (3) wohnen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung für 700 Euro Warmmiete

Einige Zahlen zu ihrer neuen Siedlung: In ihrem sechsgeschossigem Haus zahlt man pro Wohnung 9,55 Euro kalt, die Nebenkosten betragen 3,25 Euro pro qm, dazu kann man einen Stellplatz für 20 Euro pro Monat mieten. Im Waschraum stehen Waschmaschinen und Trockner (Münzgeräte) . Zudem gibt es einen Abstellraum für Kinderwagen, einen Radlraum und einen Jugendraum inklusive Kicker.

Alle Häuser werden nach Modulbauweise errichtet: Die vorgefertigten Wohn-Elemente müssen nur noch eingepasst werden. Apropos passen: Für Alina ist es fast ein Wunder, dass ihre Internet-Bewerbung für die Wohnung sofort geklappt hat. „Einfach super!“

So bewerben Sie sich fürs neue Heim

Die Vergabe erfolgt zur Hälfte über die Internet-Plattform des Sozialreferats unter www.sowon-muenchen.de. Die andere Hälfte ist für anerkannte Flüchtlinge konzipiert. Wer ist geeignet? Familien mit geringem Einkommen, Auszubildende, junge Berufstätige und Rentner.

Stadträtin Heide Rieke und Fraktionsvorsitzender Alexander Reissl (beide SPD) stellten gestern drei Objekte des Projekts „Wohnen für alle“ vor. In der Wohnanlage in der Schmalkaldender Straße sind 55 Wohnungen enstanden, die im Dezember 2017 bezugsfertig waren. „Diese Wohnanlage ist am schnellsten entstanden“, sagen die Politiker. Heide Rieke: „Wir freuen uns, dass die Integration von alten und neuen Münchnern so gut funktioniert.“ 

Ann-Kathrin Ulbricht

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