Stau ohne Ende

Trauriger Spitzenwert: Unfassbare Zahlen belegen Verkehrschaos in München - das sind die Gegenmaßnahmen

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München stemmt sich gegen den drohenden Verkehrskollaps.

Vor allem werktags braucht es in München starke Nerven. Eine Studie hat das Verkehrschaos in der Landeshauptstadt nun in Zahlen gefasst.

München - Satte 140 Stunden - fast sechs Tage. So lange stand ein Münchner Autofahrer der Studie INRIX Traffic Scorecard 2018 zufolge 2018 im Stau. In Bayern sind die Landeshauptstädter damit trauriger Spitzenreiter, was den Stillstand auf der Straße betrifft. Bundesweit war es nur in Berlin schlimmer: Dort standen die Autofahrer durchschnittlich 154 Stunden im Stau.

Werktags braucht man starke Nerven

Wer werktags im Münchner Berufsverkehr zur Arbeit fährt, braucht starke Nerven: Stau auf dem Mittleren Ring. Nichts geht mehr auf den Autobahnen. „Der Verkehr wird immer mehr“, klagt Michael Dürr. Der Redakteur fährt jeden Tag von Marktoberdorf im Allgäu nach München. Die Aussichten sind düster: Laut einer Prognose des Planungsreferats ist 2030 auf Münchens Straßen den ganzen Tag Rushour. Heißt: Zwischen 6 und 21 Uhr sind die Straßen 100 Prozent ganztägig ausgelastet, nur in den Mittagsstunden könnte noch ein bisschen Luft sein.

Dabei bleibt der Anteil der Autos weitgehend gleich: Der Motorisierungsgrad lag in München laut Statistischem Amt 2007 bei 37,8 Prozent. 2017 waren es 37,9 Prozent, also nur 0,1 Prozent mehr. Aber: Wir werden immer mehr – in zehn Jahren stieg die Zahl der Einwohner in München von rund 1,3 Millionen (2007) auf 1,5 Millionen (2017).

Umland-Gemeinden explodieren

Auch die Umland-Gemeinden explodieren. Denn angesichts der steigenden Mieten in München ziehen immer mehr Leute aus der Stadt raus und nehmen sogar Fahrten von täglich über 200 Kilometern in Kauf – Nürnberg, Regensburg, Landshut. Ihren Arbeitsplatz haben sie aber nach wie vor in der Stadt. Die Folge: Die Zahl der Leute, die zur Arbeit nach München fahren, ist dementsprechend hoch: Fast 383.000 Einpendler gab es 2018. Mehr als eine Stadt wie etwa Bochum Einwohner hat.

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Rund 178.600 Menschen pendeln aus, verlassen also München täglich zum Arbeiten. Teure Fahrten: 1218 Euro kostet der Stau einen Münchner Autofahrer durchschnittlich jährlich. Die staubedingten Kosten für die Stadt belaufen sich auf 618,5 Millionen Euro.

Reiter fordert die Verkehrswende

Damit das Straßennetz nicht kollabiert, müssen alle umdenken. OB Dieter Reiter (SPD) fordert die Verkehrswende: autofreie Altstadt, Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs (neue Bussspuren, Neubau der U9, zweite Stammstrecke). Doch davon haben die Pendler wenig, mahnt Manuel Pretzl. Der CSU-Fraktionsvize fordert, ein verstärktes Augenmerk auf die Haupteinfallstraßen am Stadtrand zu legen.

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Die Entlastung der Stadt vom Durchgangsverkehr wird auch von der Staatsregierung unterstützt. Wichtigstes Projekt ist laut Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) der Ausbau der A 99 nördlich von München.

Daniela Schmitt

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