Prozess am Landgericht

Schock während des Nachtdienstes: „Polizisten-Jäger“ bedroht Beamtin mit Waffe

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Der 75-jährige Mathematiker hat eine Polizeibeamtin bedroht.

Diesen Moment kann Karin L. (Name geändert) nicht vergessen. Im April 2018 hatte die Polizistin Nachtdienst in der Wache an der Treffauer Straße, als ein Mann sie plötzlich mit einer Waffe bedrohte.

München -  „Er hatte gegen vier Uhr an der Tür geklingelt. Ich ließ ihn herein, er bat um Hilfe bei einem Nachbarschaftsstreit.“ Geduldig beriet ihn die Beamtin. „Er fragte: Sind Sie alleine? Dann zückte er plötzlich eine Pistole und richtete sie in Brusthöhe auf mich.“ Bange Sekunden vergehen. Instinktiv entscheidet die Polizistin, sich zu wehren. „Ich riss ihm die Waffe aus der Hand und legte sie hinter mich. Ein Kollege half mir, den Mann zu überwältigen. Danach durchsuchten wir ihn.“ 

Als Beruf gab Helmut N. (75) „Polizisten-Jäger“ an. Seit Montag wird dem Mathematiker der Prozess am Landgericht gemacht. Er leidet unter einer psychischen Störung und wird mittlerweile mit Medikamenten behandelt. In jener Nacht aber stellte er eine Gefahr dar: „Ich wusste ja nicht, dass es eine nur eine Schreckschusswaffe war“, sagt Karin L. 

Eine Woche lang war sie nach dem Vorfall krankgeschrieben. „Im Nachhinein habe ich noch oft daran gedacht, was gewesen wäre, wenn ich auf den Mann hätte schießen müssen.“ Mittlerweile ist die Polizistin Mutter geworden und sagte am Montag als Zeugin am Landgericht aus. Dort entscheidet sich noch, ob Helmut N. untergebracht werden muss.

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