Andere Städte investieren deutlich mehr

Nicht weihnachtlich genug? „München braucht einen Masterplan“

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Ein Licht reicht freilich nicht aus für die Vorweihnachtsbeleuchtung unserer Städte. Investiert München zu wenig für den Glanz zur Weihnachtszeit?

  • Ende November schmücken sich viele Städte für die Weihnachtszeit.
  • Besonders Wien und Magdeburg investieren Millionen. 
  • In München funkelt es dagegen verhältnismäßig verhalten. Wir haben die Münchner nach ihrer Meinung befragt.

München - Je näher Weihnachten rückt, desto mehr leuchtet es in München. Doch so richtig prächtig herausgeputzt sind nur wenige Ecken der Stadt – die Brienner Straße oder der Promenadeplatz zum Beispiel. Was viele nicht wissen: Diese Kronleuchter finanzieren Händler und Einzelpersonen. Die Stadt München hat für Weihnachtslicht ein recht überschaubares Budget.

Etwa 60.000 Euro hat die Verwaltung über eine Zeitspanne von 20 Jahren für die Anschaffung der Beleuchtung des Christkindlmarktes ausgegeben. Die jährlichen Kosten für Auf- und Abbau, Strom und Reparatur liegen bei etwa 25.000 Euro. Dazu kommen Kosten für die Beleuchtung von zwölf Christbäumen auf öffentlichen Plätzen und Lichter des Viktualienmarktes. Vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, dass die Stadt Wien allein 600.000 Euro fürs weihnachtliche Blinken ausgibt.

„München braucht einen Masterplan für die Beleuchtung“

„München braucht einen Masterplan für Beleuchtung“, fordert der Lichtkünstler Manfred Beck (53). Fast alle Lichtinstallationen der Stadt stammen aus seiner Werkstatt „mbeam“ – und fast alle sind privat finanziert: die Lichtkugeln am Promenadeplatz oder auch die Münzarkaden. „Die Stadt ist sehr vorsichtig, deshalb geht der Ausbau der Beleuchtung nur langsam voran“, sagt Beck. „Dabei ist Licht im Winter wichtig! Es schafft Sicherheit und Atmosphäre.“

Ein Beispiel für die private Finanzierung sind die 16 Kronleuchter, die über der Brienner Straße hängen. Die hat der Verein Brienner Quartier vor zehn Jahren aus eigener Tasche gezahlt. Ein Kronleuchter allein kostete 5.000 Euro – hinzu kommen laufende Ausgaben. Nur den Strom (so viel, wie ein Föhn braucht) zahlt die Stadt. „München macht es uns nicht leicht“, sagt Barbara Weber, Sprecherin des Brienner Quartiers. Jedes Jahr muss beim KVR erneut eine Genehmigung für die Anbringung der Kronleuchter beantragt werden. „Weil das Referat chronisch unterbesetzt ist, kann das schon mal drei Monate dauern“, erklärt Lichtkünstler Beck. Eine mögliche Lösung wie eine Dauergenehmigung für seine Lichtinstallationen erhält er nicht.

Dennoch strahlt München dank der Initiative der Händler jedes Jahr ein bisschen mehr, da sind sich Weber und Beck einig. Und die Straßen dürfen ruhig schillern – das finden auch viele Münchner, die wir gestern befragt haben.

Das sagen die Münchner über die Weihnachtsbeleuchtung

„Licht ist Emotion“, sagt Standlbesitzer Christian Schöttl. „Und davon kann im Advent gar nicht genug versprüht werden.“ Der 41-Jährige ist sechs Monate im Jahr damit beschäftigt, sein Sortiment aufzufüllen. Kugeln, Sterne, Scheinwerfer. Je funkelnder, desto besser. Schade findet Schöttl allerdings, dass viele Läden heute kaum mehr dekoriert sind.

Wenn Ines Müller (49) und Thomas Ulbrich (48) ihren Arbeitsplatz betreten, haben sie jeden Morgen Grund zum Strahlen. Klar, schließlich verkaufen die beiden handgefertigte Leuchten. In der Stadt selbst könnte es aber ruhig noch ein bisserl mehr funkeln, sind sich die beiden einig. „So wie in Wien – da glitzert und glänzt es zur Weihnachtszeit an jeder Ecke.“

Der Weihnachtsmarkt in Magdeburg.

„Wenn ich könnte, würde ich mehr machen“, sagt Daniel Welte. „Mehr Glitzer, mehr Glamour, mehr Licht.“ Der 45-Jährige schaut von seinem Trachtenladen aus direkt auf die Fußgängerzone – im Moment auf eine kahle Baustelle. „Die könnte man doch auch ein bisserl beleuchten“, findet Welte, „dann würde man sich viel wohler fühlen – und die Weihnachtsstimmung käme von ganz allein.“

Eigentlich ist Fabienne Hübener (52) „überhaupt kein Weihnachtsfan“. „Ich hab mal eine Zeitlang in Japan gelebt“, erzählt sie, „in der Hoffnung, dem Rummel zu entfliehen. Aber: So ganz ohne Glitzer geht’s dann doch nicht – denn irgendwie gehört das Licht zum Advent.“ München sei da eine ganz gute Mischung, „nicht zu viel und nicht zu wenig Bling-Bling.“

Stéphanie Mercier

Der Discounter Aldi hat auf Facebook einen empörten Nutzer gekontert. Grund für den ganzen Ärger ist eine in der Vorweihnachtszeit beliebte Topfpflanze.

Wie wird das Wetter im Winter 2019/2020? Experten gehen davon aus, dass es der wärmste Winter aller Zeiten wird.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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