Offenbar funktioniert´s...

Wespenplage macht Münchner wahnsinnig - Kult-Biergarten greift zu kurioser Maßnahme

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Tricks helfen: Peter Hacker kann in Ruhe bedienen.

In diesem Sommer werden unsere Nerven auf die Probe gesetzt: Die Wespen verfolgen uns überallhin – in den Biergarten, zum Bäcker, sogar bis nach Hause.

München - Die Münchner kämpfen mit allen Mitteln gegen die aggressiven Tiere – Abwehr-Sprays brummen, in den meisten Fachmärkten sind die Sprühdosen vergriffen, restlos ausverkauft! Wer sich heute noch dazu entscheidet, aggressiv gegen die schwarz-gelben Insekten vorzugehen, hat schlechte Karten. 

„Es ist alles rausgegangen“, sagt Michaela Valeskini (56), Fachverkäuferin im Gartencenter Hagebaumarkt Süd. „Ob Wespenschaum, Wespengelschaum oder Wespenpowerspray – es ist nichts mehr da.“ Die Baumärkte kommen mit den Bestellungen nicht mehr hinterher: „In der letzten Woche wurde wie wild wegen der Wespenplage eingekauft.“ 

Sogar professionelle Präparate ausverkauft

Aber nicht nur Laien haben Schwierigkeiten, die Insekten zu bekämpfen – die Wespenplage wird selbst für Kammerjäger und Schädlingsbekämpfer zur Herausforderung. „Sogar die professionellen Präparate zur Schädlingsbekämpfung sind ausverkauft“, sagt ein Münchner Experte zur Schädlingsabwehr. „Die Hersteller können die Produkte teilweise nicht mehr liefern – wir haben zum Glück noch einen großen Bestand.“ Der Betrieb hat fünf Mitarbeiter – im Schnitt entfernt jeder Mitarbeiter zehn bis zwölf Wespennester pro Tag. „Das ist der extremste Sommer aller Zeiten“, sagt der Experte. „Keiner unserer Mitarbeiter kann sich an eine größere Wespenplage erinnern.“ 

Aber warum ist es diesmal so extrem? „In der langanhaltenden Hitze können sich die Wespen bestens vermehren.“ Das macht sich auch besonders in den Gastronomien Münchens bemerkbar. Damit der Biergartenbesuch nicht zur nervenaufreibenden Wespenjagd wird, haben sich die Mitarbeiter des Hofbräukellers am Wiener Platz etwas einfallen lassen. Hier heißt es: Füttern statt jagen. 

Fanta-Trick am Wiener Platz

Auf einem Tisch stehen ein paar Teller mit Preiselbeeren, ein paar Tische weiter vier Fanta-Gläser, mit extra Zucker versüßt. „Das funktioniert sehr gut“, sagt Peter Hacker (61), Kellner im Hofbräukeller. „Wir haben die Getränke um 12 Uhr abgestellt – um 18 Uhr haben die Wespen normalerweise schon alles ausgetrunken. Und am Abend verschwinden die Wespen dann eh, sobald es dunkel wird.“ Hunderte Wespen erfreuen sich an den Ablenkungsmanövern – so können Mensch und Insekt in Ruhe essen.

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