„Geht da die Welt unter?“

München wie im Katastrophenfilm: Bedrohliche Wolkenwalze braut sich über Stadt zusammen - Fotos des Phänomens

Roland Emmerich lässt grüßen? Mancher Münchner erschrak jetzt beim Blick zum Himmel - doch laut Experten wird es solche Extremwetter künftig häufiger geben.

  • In München ist es zu einem sehr seltenen Wetter-Phänomen bekommen.
  • Viele Einwohner waren irritiert von dem Extrem-Wetter*.
  • Selbst Experten sind erstaunt - einer von ihnen erklärt, wie es zu der „Wolkenwalze“ kam.
  • Alle Wetter-News zu München finden Sie in unserem Ticker. 

München - Wer am Mittwochabend kurz vor dem Gewitterausbruch in den Himmel über München* blickte, dem bot sich ein wahres Wetterspektakel – eine Wolkenwalze. Wir haben bei Experten nachgefragt, was es damit auf sich hatte.

Mittwochabend, 20 Uhr: Eine bedrohliche schwarze Walze rollt auf München zu. Viele trauen ihren Augen kaum und zücken sofort die Kamera, um das Wetterphänomen festzuhalten. Alt-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) beispielsweise postete ein Foto auf Facebook und fühlte sich an den Film „Independence Day“ erinnert. Auch viele Leser fragten sich: „Geht da die Welt unter?“ und sendeten unserer Redaktion ihre besten Aufnahmen zu.

Wolkenwalze über München: „Solche Formationen ergeben sich wirklich selten“

Gefährlich waren diese Wolkenformationen kurz vor dem Gewitter nicht, beruhigt Rüdiger Manig, Wolkenexperte beim Deutschen Wetterdienst (DWD), im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber auch er war trotz seiner Erfahrung aus 30 Jahren Wetterbeobachtung beeindruckt: „Solche Formationen ergeben sich wirklich selten, die habe auch ich noch nicht oft gesehen.“

Die Wolkenwalze aus München-Sendling fotografiert.

Das häufigste Motiv der Fotos war die sogenannte Böenwalze, erklärt der Experte. „Das ist die Vorderseite eines Gewitters. An der Kante der Wolke fließt heiße Luft nach oben. Diese wird abgekühlt und füllt sich mit Regen oder Hagel und fällt in der Wolke wieder herunter.“ Direkt hinter der Walze konnten viele Münchner dann einen extrem aufgewühlten Himmel erblicken, in dem ab und an Blitze zuckten. „Bei diesem sogenannten Walmund nach der Kante der Walze sieht man die beeindruckende Dynamik zwischen kalter und warmer Luft“, erklärt Rüdiger Manig.

Wolkenwalze über München: Für dieses Wetter „hat alles gepasst“

Eigentlich kein ungewöhnliches Phänomen – aber damit eine Walze so ausgeprägt und bedrohlich wird, muss laut Manig einiges zusammenkommen. So wie am Mittwochabend: „Für diese Böenwalze hat alles gepasst. Die Luft war feucht, die Gewitterfront war eine Linie über eine größere Strecke, und in der Höhe gab es entsprechende Wirbel.“

Heftige Gewitter werden uns künftig öfter zum Staunen bringen, erklärt Manigs Kollege Uwe Kirsche. „Durch die Klimaerwärmung wird die Luft in der Atmosphäre feuchter. Deshalb werden extreme Wetterereignisse und Unwetter heftiger und wahrscheinlich auch häufiger.“

Eine große Motorrad-Demo in München* wurde jetzt vom Kreisverwaltungsreferat gestoppt.

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Rubriklistenbild: © Hennig Pfeifer

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