Dachau ist Spitzenreiter

Auto oder Bahn? - Wo sich Pendeln im Münchner Umland wirklich auszahlt

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Pendelverkehr in München.

Raus aus der Stadt – dorthin, wo man sich noch ein Häuschen oder eine Eigentumswohnung leisten kann. Wer das plant, muss gut rechnen. Der neue Postbank-Wohnatlas zeigt, ab wann es sich wirklich lohnt, wenn man die Pendel-Kosten berücksichtigt. 

München - Wer ins günstigere Umland ziehen will, sollte bedenken, dass lange Arbeitswege hohe Kosten verursachen – ein ganzes Berufsleben lang. Eine Modellrechnung des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts im Auftrag der Postbank zeigt, wann der Kostenvorteil des günstigeren Wohnens durch Fahrtkosten und Fahrtzeit aufgezehrt ist – beziehungsweise wo man am längsten davon zehrt.

Dachau ist Spitzenreiter

Spitzenreiter dabei ist Dachau: „Der Kaufpreisvorteil gegenüber München ist bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für den Arbeitsweg erst nach 52,4 Jahren aufgebraucht“, so die Studie. So lange wird wohl kaum einer täglich pendeln. Auch in Puchheim könnten Käufer lange von der Ersparnis profitieren; 43,4 Jahre. Weitere Orte, in denen der Immobilienkauf auch nach mehr als 30 Jahren Pendeln günstiger bleibe als im Münchner Stadtgebiet, seien Karlsfeld, Freising, Eching, Vaterstetten, Germering und Fürstenfeldbruck. Doch je weiter man wegzieht, und je teurer es dort ist, um so weniger lang profitiert man. In Herrsching am Ammersee im Kreis Starnberg kämen Käufer nur elf Jahre lang günstiger weg, wenn sie täglich mit den Öffentlichen nach München pendeln.

Bahnpendler kommen besser weg als Autopendler

Florian Lehmair (43) hat sich vor über zwölf Jahren fürs Pendeln entschieden. Der Bauingenieur fährt jeden Tag von seinem Wohnort Geisenfeld (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm) mit dem Auto nach Rohrbach, von da mit der Bahn ins Münchner Büro. Zwei Stunden ist er täglich unterwegs. „Ich habe vorher in Milbertshofen gewohnt, für mich war aber immer klar, dass ich mit meiner Familie wieder rausziehe aus der Stadt.“ Die Kinder sollten ein Haus haben und einen Garten, zum Spielen. All das hätte er seiner Familie in München nicht bieten können. Das lange Zugfahren mache ihm nichts aus.

Grundsätzlich haben es Sparfüchse am besten, die mit der Bahn pendeln: „Autopendler kommen im Münchner Umland generell schlechter weg, denn die Fahrt mit dem Pkw ist nicht nur häufig zeitaufwendiger, sondern pro Kilometer auch teurer“, so das Ergebnis der Analyse (siehe Tabelle).Wie sehr sich das Pendeln letztlich für jeden einzelnen lohnt, hängt natürlich auch von anderen Faktoren ab, etwa Kita-Gebühren am Wohnort. Und dann gibt es noch Kriterien abseits des Geldes. Florian Lehmair formuliert das so: „Ich bin jedenfalls kein Stadtmensch.“

Die Preise? Nahezu unbezahlbar. Der Wohnraum? Immer knapper. Und trotzdem ziehen noch mehr Menschen nach München und ins schöne Umland. Führende Experten stellen für uns den Vergleich an: Leben wir in Zukunft (besser) in der Stadt oder auf dem Land?

So lange profitieren Pendler vom günstigerem Wohnen im Umland

Wohnort

Entfernung in Km

Schnellste Verbindung mit den Öffentlichen (Minuten)

Schnellste Verbindung mit dem Auto (Minuten)

Dauer des Preisvorteils bei Nutzung ÖPNV (Jahre)

Kaufpreis pro qm² im Durchschnitt

Dachau

18

13

30

52,4

4982,09

Puchheim

23

15

35

43,4

5048,36

Taufkirchen (Vils)

14

22

28

42,3

4383,69

Karlsfeld

15

19

30

38,8

4982,09

Freising

41

25

45

32,4

4403,69

Eching

24

28

30

32,1

4403,69

Vaterstetten

22

23

30

31,3 

4983,40

Germering

19

23

28

31,1 

5048,36

Fürstenfeldbruck

28

22

35

30,6 

5048,36

Olching

25

24

40

28,9 

5048,36

Neufarn bei Freising

28

31

35

28,8

4403,69

Unterhaching

14

20

22

28,4

5585,61

Geltendorf

48

37

45

27,4

3789,65

Haar

15

21

26

27

5585,61

Grafing

40

25

50

26,5

4983,40

Starnberg

27

20

28

25,7

5613,42

Poing

22

29

28

25,5

4983,40

Unterschleißheim

18

23

30

24,4

5585,61

Kaufering

60

41

50

24,2

3789,65

Ottobrunn

17

25

26

22,8

5585,61

Moosburg an der Isar

60

36

55

22,4

4404,69

Dorfen

55

40

60

21,1

4383,69

Erding

44

42

50

21

4383,69

Dießen am Ammersee

54

50

55

20,9

3789,65

Gauting

23

27

30

20,3

5613,42

Gilching

25

28

30

19,5

5613,42

Landsberg am Lech

60

54

50

19,2

3789,65

Ebersberg

39

40

50

18

4983,40

Markt Indersdorf

33

43

50

17,2

4982,09

Oberding

40

65

50

14,4

4383,69

Altomünster

48

60

55

12,3

4982,09

Herrsching am Ammersee

42

50

45

11

5613,42

Quelle: Postbank

Wo sich das Pendeln 2018 am meisten gelohnt hat, können Sie hier nachlesen.

Andrea Stinglwagner

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