500 Geisterradler erwischt

Immer mehr Unfälle in München - viele Fahrradfahrer ignorieren  Verkehrsregeln bewusst 

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München: Zu viele Radfahrer halten sich in der Stadt nicht an die Verkehrsregeln.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern steigt stetig. 2018  gab es satte 15 Prozent mehr Radl-Unfälle als im Vorjahr. Mit der Kampagne „Fairness und Rücksichtnahme im Straßenverkehr“, will die Polizei gegen die traurige Bilanz ankämpfen.

Münchens Radler sind außer Rand und Band, Verkehrsregeln scheinen für viele nur unverbindlichen Charakter zu haben. Entsprechend viele Sünder hat die Polizei bei einer zweiwöchigen Schwerpunktaktion erwischt, die am Sonntag zu Ende ging. Allein 500 Pedalritter waren auf dem Radweg als sogenannte Geisterradler in falscher Richtung unterwegs. Die Quittung: Eine Verwarnungsgebühr von 20 Euro.

Radl-Rowdys: Falsche Richtung, Handy, Gehweg

„Ich denke, viele fahren bewusst in die falsche Richtung. Schließlich gibt es deutliche Beschilderungen“, schimpft Hauptkommissar Ulrich Meyer-Arend (43). Im Rahmen der Kontrolle ahndeten die Beamten zudem über 120 Rotlichtverstöße durch Radfahrer (60–100 Euro), mehr als 230-mal wurden Radler mit einem Handy in der Hand erwischt (55 Euro) und fast 170 Erwachsene fuhren mit ihrem Fahrrad auf dem Gehweg.

Fahrradunfälle: Polizei positioniert sich an Unfallschwerpunkten in München

Mit der Aktion reagierte die Polizei auf einen alarmierenden Trend: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern stieg allein 2018 um 15 Prozent. Bei fast 90 Prozent der Unfälle wurden Radfahrer verletzt. Für mehr „Fairness und Rücksichtnahme im Straßenverkehr“ warb die Polizei nun mit ihrer Aktion an den Unfallschwerpunkten: Ludwig-, Leopold-, Ungerer-, Bayerstraße und Landsberger Straße sowie Kapuzinerstraße, Wittelsbacherbrücke und Humboldtstraße. Die gefährlichsten Kreuzungen waren Dachauer Straße/Landshuter Allee, Dachauer Straße/Schwere-Reiter-Straße und der Karolinenplatz.

Beim Abbiegen ist die Unfallgefahr am höchsten

Nicht nur die Radler verhalten sich falsch. Auch andere Verkehrsteilnehmer nehmen zu wenig Rücksicht auf deren Belange: Die Polizei hat rund 600 Verwarnungen über 20 bis 30 Euro wegen Parkens auf Radwegen ausgestellt. Weil 2018 die Hauptursache bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung des Radverkehrs Fehler beim Abbiegen waren, rät die Polizei den Verkehrsteilnehmern im Rahmen ihrer Kampagne, insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen an die Gefahren des toten Winkels zu denken. Im Jahr 2019 gab es bisher bereits zwölf Unfälle im Zusammenhang mit dem toten Winkel beim Rechtsabbiegen. In einem Fall gab es ein schwer verletztes Opfer, einmal kam sogar ein Kind ums Leben: Ein elfjähriger Radler wurde an einer Kreuzung in der Isarvorstadt von einem Lkw überrollt.

Laura Felbinger

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Radeln muss sicherer werden -Diese Schutzmaßnahmen fordern Politiker. AuchAbbiege-Assistenzsysteme müssen endlich Pflicht werden, um das Unfallrisiko zu minimieren.

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