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Outdoor-Tipps für München: Die fünf schönsten Spaziergänge in der Stadt

16 Prozent Gefälle gilt es auf dem Abstieg von Haidhausen zu überwinden.

Wer braucht schon Kurztrips aufs Land, wenn man auch in München zur Ruhe kommen kann? Wir verraten die schönsten Routen für Spaziergänge in München und geben Ihnen Tipps, wo sie einkehren können. 

München - Wir entführen Sie nach draußen. Wer braucht schon Touren oder Kurztrips in die nahen Berge, wenn man auch in München jederzeit zur Ruhe kommen. Wir verraten die schönsten Routen für Spaziergänge in München und geben Ihnen Tipps, wo sie einkehren können. 

Ich liebe Spaziergänge! Bereits ein kurzer Walk wirkt Wunder: Dabei sortieren sich meine Gedanken, fällt der Stress ab, steigt die Laune, pustet die Frischluft meine Zellen wach, die Müdigkeit verschwindet, verspannte Rückenmuskeln lockern sich… Spazierengehen tut gut und ist die umweltschonendste Art sich fortzubewegen. Flaniert man in Begleitung, hat der Tapetenwechsel zur Folge, dass man sich dabei ganz wunderbar unterhalten kann. Ich verabrede mich nur selten in einem Café, sondern viel lieber auf eine gemeinsame Runde draußen. Der Gedankenaustausch ist intensiver, weil man beim Gehen ungestört ist. Bin ich alleine, genieße ich das Bummeln mindestens genauso. 

Die Wirkung eines Spaziergangs ist ganz unterschiedlich: zerstreuend bis anregend. Oftmals mache ich auf meinen Streifzügen Beobachtungen oder entdecke einen romantischen Hinterhof, einen zauberhaften Garten… Was immer passiert: In der Bewegung komme ich zur Ruhe. So manche gute Idee ist schon während eines Spaziergangs entstanden. Gedankenversunken hab’ ich schon mal die Zeit vergessen und bin weiter gelaufen als geplant. Und sogar bei Regen ist das Lustwandeln spaßig. Also, worauf warten?

Spaziergang Nummer 1: Große Westparkrunde

Abgesehen von den Klassikern Englischer Garten und Schlosspark Nymphenburg bieten die Münchner Stadtparks ein ideales Terrain für Spaziergänge. Etwa der anlässlich der internationalen Gartenausstellung 1983 entstandene Westpark: Beim Entwurf der 60 Hektar großen Anlage hat man sich an der Landschaft des Voralpenlandes orientiert. So entstanden künstliche Hügel- und Tallandschaften, ein geschwungenes Wegenetz, sowie der West- und Mollsee. 

Kraftorte mitten in der Stadt: die Pagode im Westpark.

Flaniert man im Westteil des Parks am Japangarten und der Thai-Sala vorbei, wähnt man sich im Ausland, während man sich am historischen Bayerwaldhaus angekommen gedanklich wieder in der Heimat befindet. Das original erhaltene Bauernhaus aus dem Jahr 1747 wurde im Freilichtmuseum bei Tittling ab- und mitten im Westpark wieder aufgebaut. Wer ein paar Höhenmeter machen will, kann die steilen Wege auf diverse Aussichtshügel einbauen. 

Einkehrtipp:

Café Gans am Wasser bzw. Wirtshaus am Rosengarten.

Spaziergang Nummer 2: Olympiapark mit Bergwertung

2017 besuchten 3,9 Millionen registrierte Gäste den Olympiapark. Für uns Münchner ist es daher Pflicht, gelegentlich einen Spaziergang im 85 Hektar großen Gelände zu unternehmen. Krönung: Die Besteigung des 564 Meter hohen Olympiabergs. 

Der Gipfel des Olympiabergs liegt auf 564 Metern.

Als höchste Erhebung Münchens bietet er nicht nur einen tollen Blick auf das Olympiastadion und auf die einzigartige Zeltdach-Architektur des Olympiaparks – der Aufstieg lohnt sich auch wegen der Aussicht auf die Silhouette der Stadt und das imposante Alpen-Panorama.

Einkehrtipp: Olympia-Alm.

Spaziergang Nummer 3: Durch Haidhausen an die Isar

Wer vom Ostbahnhof kommend über die Preysingstraße Richtung Gasteig wandert, streunt durch dörfliche Idylle an kleinen Häusern vorbei und passiert u.a. den 300 Jahre alten Kriechbaumhof. Das Anwesen, das im 17. Jahrhundert als Arbeiterherberge diente, wird heute von der Alpenvereinsjugend genutzt. Schlendert man weiter zum Wiener Platz, lädt der Markt mit seinen Ständen zu einer kurzen Pause ein. 

16 Prozent Gefälle gilt es auf dem Abstieg von Haidhausen zu überwinden.

Weiter geht es über die Grütznerstraße zur Isar, wo bei einem Gefälle von 16 Prozent Bergfeeling aufkommt, ehe man zwischen Kabelsteg und Mariannenbrücke dem Alpinen Museum auf der Praterinsel einen Besuch abstattet. Im Garten kann mit der „Ur-Hölle“ ein Stück bayerische Alpingeschichte besichtigt werden. Die über 120 Jahre alte Höllentalangerhütte wurde vor drei Jahren im Wettersteingebirge abgetragen und hier wieder aufgebaut.

Einkehrtipp: Restaurant/Café Preysinggarten bzw. Café Isarlust im Alpinen Museum.

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Geschichtenreicher Spaziergang am Isarstrand

Spaziergang Nummer 4: Per Tram in den Wald

Fährt man der Tram 25 zur Haltestelle Menterschwaige, landet man im Perlacher Forst, einem 14 Quadratkilometer großen Waldgebiet, wo viele Wege schnurgerade durch dichten Baumbestand führen. Baut man eine Bergetappe ein, steigt man auf den 26 Meter hohen Perlacher Mugl, von wo aus man bei gutem Wetter die Alpenkette sieht. 

Der Minigipfel erhebt sich nicht zufällig, er stammt vom Aushub des McGraw-Grabens. Darunter verborgen: ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Dehnt man den Waldspaziergang aus, erreicht man am südlichen Rand die Kugler Alm, wo der Legende nach die Radler-Mass erfunden wurde. 

Einkehrtipp: Kugler Alm (wegen Renovierung bis zum Frühjahr geschlossen) und Gutshof Menterschwaige.

Die Isar in München: Was Sie über den Stadtfluss noch nicht wussten

Das Buch im Format 21x21 mit 185 Seiten und über 300 Abbildungen kann beim Autor bestellt werden und wird portofrei zugestellt. © 
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Idylle in Isarnähe: Der Entenweiher. © 
Der Auer Mühlbach räkelt sich durch Untergiesing. Sieht ein bisschen aus wie in Venedig, daher wird hier oftmals von Klein-Venedig gesprochen. © 
Der Rosengarten zwischen Wittelsbacher und Braunauer Eisenbahnbrücke.  © 
Ein Isararm mitten in der Stadt: der Pfisterbach (heute Sparkassenstraße). © Stadtarchiv
Die Qellenstraße am Auer Mühlbach: Abriss der letzten Häuser im Jahr 1934. © Stadtarchiv

Spaziergang Nummer 5: Vom Tierpark zum Hinterbrühler See

Für eine Auszeit zwischendurch bietet sich ein Spaziergang ab der U-Bahn-Station Thalkirchen am Isarkanal entlang über den Golfplatz München Richtung Hinterbrühler See an. Auf der abwechslungsreichen Strecke vergisst man schnell, dass man innerhalb der Stadtgrenze unterwegs ist. Natürlich muss eine Runde um den See gelaufen werden, ehe man sich vor dem Rückweg eine Pause verdient. 

Einkehrtipp: Gasthof Hinterbrühl (bis 27.2.2018 Montag und Dienstag Ruhetag; der Kiosk am See ist täglich geöffnet.

Gesundheit: Warum Spaziergänge so gut tun

Frischtluftdoping: Wir atmen durchschnittlich 15-mal/Minute ein und aus. Mit jedem Atemzug strömt etwa 0,5 Liter Luft in unsere Lunge. Raum- und Frischluft unterscheiden sich in Qualität und Quantität. Frischluft ist zehnmal mehr mit elektrisch negativen Teilchen, sogenannten Ionen, durchsetzt und somit reichhaltiger. Üppige Frischluftzufuhr bringt Herz und Kreislauf in Schwung, beruhigt die Nerven, fördert den Stoffwechsel, die Darmtätigkeit, strafft die Haut und verbessert die Gedächtnisleistung.

Studien belegen: Regelmäßiges Spazierengehen (5-mal/Woche je 30 Minuten) regt die Ausschüttung von Glückshormonen an, lindert Stress und Müdigkeit, stärkt das Immunsystem, halbiert das Alzheimerrisiko, verbessert die Herzgesundheit und senkt Bluthochdruck, verringert das Diabetesrisiko, kräftigt Muskulatur und Gelenke, lindert Gelenk- und Rückenschmerzen, beugt der Osteoporosegefahr vor, trainiert den Gleichgewichtssinn, reduziert Depressionen und Angstzustände, senkt das Krebsrisiko, kurbelt den Stoffwechsel an, hilft beim Abnehmen, verlängert das Leben.

Darum sollte jeder Münchner unsere Stadtviertel-Seiten auf Facebook kennen 

Welches ist Ihr Münchner Viertel? Sendling? Ramersdorf? Moosach? Das Westend? Wir haben Facebook-Seiten gegründet, auf denen wir alles Wichtige, Aufregende und Schöne und Ihre Liebe zu diesem einen Viertel mit Ihnen teilen. Hier entlang zur Liste.

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Wanderung zur Doagl-Alm werden Familien (und Faule) zu schätzen wissen

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Die Wanderung zur Doagl-Alm ist die perfekte Einstiegstour für Eltern und ihre kleinen Kinder. © Susanne Meier
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Noch spannender als der Wanderweg ist der Wegesrand. © Susanne Meier
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Die Wanderung zur Doagl-Alm ist eine schöne Beginner-Tour. © Susanne Meier
Die Wanderung zur Doagl-Alm ist eine schöne Beginner-Tour.
Die Wanderung zur Doagl-Alm ist eine schöne Beginner-Tour. © Susanne Meier
Damals waren wir Erwachsenen eher Couchpotatoes, doch es hat uns auf einmal raus in die Natur getrieben.
Damals waren wir Erwachsenen eher Couchpotatoes, doch es hat uns auf einmal raus in die Natur getrieben. © Susanne Meier

Johanna Stöckl

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Kommentare

MadridistaMUC
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Das wärs dann wieder mit schön und ruhig gewesen. TZ, verratet doch nicht immer alles, wo es schön und ruhig ist. Ihr lockt mit solchen Artikeln nur die Massen und zerstört damit genau das, was ihr da schreibt.